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Freitag, 02. Mai 08

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Sass­nitz - Zelten unter Denk­mal­schutz - auf Rügen ist das jetzt Rea­lität. Am Koloss von Prora ist unter der Regie des Deut­schen Jugend­her­bergs­wer­kes (DJH) ein Jugend­cam­ping­platz eröff­net werden.

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Campen statt Exerzieren: Ein Zeltplatz für Prora

Sass­nitz - Zelten unter Denk­mal­schutz - auf Rügen ist das jetzt Rea­lität.

Zeltplatz Prora

Prora: Was die Nazis als „Kraft durch Freude”-Bad planten, steht heute unter Denk­mal­schutz. (Bild: Tou­ris­mus­zen­trale Rügen/dpa/tmn)

Am Koloss von Prora ist unter der Regie des Deut­schen Jugend­her­bergs­wer­kes (DJH) ein Jugend­cam­ping­platz eröff­net werden.

Wo einst Bausoldaten exerzierten , sollen nun Bands auf­tre­ten. Bekannt­gewor­den sind die fünf Blöcke an der Küste von Deutsch­lands größter Insel, weil Hitler hier ein „Kraft durch Freude”-Bad plante. Noch heute stehen vier­ein­halb Kilo­meter grauer Beton hinter den Dünen der Prorer Wiek. Der Sand­strand dort ist einer der schöns­ten auf der Insel - und einer der ein­sams­ten. Denn Pläne, das denk­mal­geschützte Areal sinn­voll zu nutzen, gab es zwar schon viele: Hotels und Woh­nun­gen sollten ent­ste­hen. Ver­wirk­licht aber wurden sie nicht.

Nun will DJH-Zelt­platz­lei­terin Andrea Bul­ler­jahn den Ort zwi­schen dem Ost­see­bad Binz und der Hafen­stadt Sass­nitz mit Leben füllen. Konkret geht es um das Areal um Block V, das nörd­lichste der fünf Gebäude. „Natür­lich müssen wir die alten Gebäude nutzen und dürfen keine neuen bauen”, sagt Bul­ler­jahn. Einen neu gestal­teten Eingang, der einem höl­zer­nen Baum­haus gleicht, gibt es aber eben­falls. Dahin­ter stehen die Grund­mau­ern einer alten Baracke mit Stahl­türen und blass­grü­nen Wänden - künftig werden hier Mas­sagen ange­boten.

Nur wenige Meter weiter liegt eine gepflegte grüne Wiese - der Zelt­platz. Er hat 250 Stell­plätze für je vier Per­sonen. Das gesamte Gelände ist 40 Hektar groß. Es zu umrun­den, wäre ein langer Fuß­marsch. „Dieser Zelt­platz war früher unser Exer­zier­platz”, erin­nert sich Stefan Wolter. Der His­tori­ker aus Berlin beschreibt in seinem Buch den unfrei­wil­ligen Ein­schnitt seiner Jugend, den er als 19-jäh­riger Pfar­rers­sohn Ende der 80er Jahre in Prora erlebte.

Stefan Wolter hatte den Dienst an der Waffe ver­wei­gert und wurde Bau­sol­dat. Seit 1983 wurden diese Sol­daten beim Bau des Hafens Sass­nitz-Mukran ein­gesetzt. Sie waren extre­men Belas­tun­gen aus­gesetzt, beson­ders, als es um die Errich­tung des Fähr­anle­gers und Arbei­ten unter Wasser ging. „Ich erin­nere mich genau an den Exer­zier­platz. Er war mit Kiefern gesäumt.” Von den Bäumen steht heute keiner mehr. Doch Bilder in seinem Kopf sind noch leben­dig: „Die haben Reser­vis­ten um den Platz gejagt, bis sie vor Erschöp­fung geheult haben. Deshalb soll man nie­man­den im Unkla­ren lassen, was in Prora zu DDR-Zeit pas­sierte.”

Auf dem Weg zum Strand am Block V liegt die sanierte Mehr­zweck­halle, in der es künftig Frühstück, Mittag- und Abendes­sen gibt. Die Halle hat eine schicke Glas­front bekom­men. Bei son­nigem Wetter kann sie geöff­net werden. Gleich dahin­ter soll eine Bühne stehen. Dort sind unter anderem Kon­zerte geplant, sagt Bul­ler­jahn. „Die Leute kommen nicht, um zu zelten, sondern um etwas zu erleben.” Das Beton­gerippe von Block V, aus dem in sechs Reihen leere Fenster aufs Meer glotzen, wird zu einer Jugend­her­berge umge­baut.

„Viele würden am liebs­ten warten, bis über Erin­nerun­gen wie meine und dieses Stück DDR-Geschichte Gras gewach­sen ist”, sagt Stefan Wolter. In der frisch getünch­ten Mehr­zweck­halle hat er seine Uniform bekom­men. „Man muss jün­geren Gene­ratio­nen die Mög­lich­keit geben, sich an diese Geschichte zu erin­nern.” Zurzeit wird Block V ent­kernt, vom Fun­dament bis zum Dach bleiben nur Grund­mau­ern. „Und unser ehe­mali­ger Clubraum”, hofft Wolter. Mitten in den Bau­arbei­ten hat er erreicht, dass der Raum, in dem er früher Briefe an seine Eltern schrieb, für Bau­arbei­ter tabu ist. „Ich möchte diesen Ort als Erin­nerungs­ort bewah­ren.” Am liebs­ten mit einer Aus­stel­lung über Bau­sol­daten.

„Natürlich muss man den Gästen zeigen , welche Geschichte dieser Ort hat”, sagt auch Andrea Bul­ler­jahn. Koope­rati­ons­part­ner wie die von His­tori­kern und Päd­ago­gen betreute Doku­men­tati­ons­ein­rich­tung „Prora-Zentrum” hat sie bereits gefun­den. „Aber ich möchte auch Erleb­nis­tage, inter­natio­nale Jugend­begeg­nun­gen, Trom­mel­work­shops oder eine Bea­cholym­piade anbie­ten.”

Informationen: Deut­sches Jugend­her­bergs­werk Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Erich-Schle­sin­ger-Straße 41, 18059 Rostock, Telefon: 03 81/77 66 70; Tou­ris­mus­zen­trale Rügen, Bahn­hof­str. 15, 18528 Bergen auf Rügen, Telefon: 038 38/80 77 80

Literatur: Stefan Wolter: Hinterm Hori­zont allein - der „Prinz” von Prora, Pro­jekte-Verlag, ISBN: 978-3-866-34028-2, 14,90 Euro.

Jugend­her­ber­gen in M.-V.: www.djh-mv.de

Rund um die Insel: www.ruegen.de Von Katja Müller, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/04/11/magazin/reise/deutschland/t/rzo416617.html
Freitag, 11. April 2008, 10:21 © RZ-Online (NewsDesk)
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