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Freitag, 02. Mai 08

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Rostock - Über Pfings­ten lädt Meck­len­burg-Vor­pom­mern auch in diesem Jahr zur Aktion „Kunst: Offen” ein. Rund 500 Maler, Bild­hauer und Schrift­stel­ler öffnen vom 9. bis 12. Mai ihre Ate­liers, Gale­rien und Werkstät­ten.

Bonn - Wan­derer können sich künftig noch besser anhand eines Qua­litäts­sie­gel für Natur­parke über Erho­lungs­gebiete in Deutsch­land infor­mie­ren. In diesem Jahr werden weitere acht Gebiete aus­gezeich­net...

Opatija - Immer wieder kommen sie den Auto­fah­rern am Straßen­rand ent­gegen: Männer und Frauen, aus deren Körben grünes Ast­geflecht ragt. Die Wälder an der Kvarner Bucht im Norden Kroa­tiens haben im Früh­ling einiges zu...

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Skandal um „Lonely Planet”: Autor rudert zurück

Sin­gapur - Und wieder ist ein ver­meint­licher Buch­fäl­schers­kan­dal in den Schlag­zei­len.

Lonely-Planet-Skandal

Hat ein „Lonely Planet”-Autor seine Texte erfun­den? Der Verlag bezieht auf seiner Website zu dieser Behaup­tung Stel­lung. (Bild: „lone­lypla­net.com”)

Der ame­rika­nische Autor Thomas Kohn­stamm macht welt­weit Schlag­zei­len mit der Behaup­tung, er sei als „Lonely Planet”-Autor für das Werk über Kolum­bien nie dorthin gereist.

„Habe ich gleich gemerkt, als ich in Kolum­bien war”, schreibt sofort einer auf der von Lonely Planet eigens ein­gerich­teten Blog­seite. Rei­sebücher­leser regen sich auf, der Verlag ver­tei­digt sich. Beim näheren Hin­sehen drängt sich aller­dings die Frage auf, ob Kohn­stamm mit dem selbst vom Zaun gebro­che­nen Skandal vor allem sein neues Buch ver­mark­ten will.

Kohnstamm ging zuerst mit einem explo­siven Inter­view an die Öffent­lich­keit. „Sie haben mir nicht genug bezahlt, um nach Kolum­bien zu fahren”, behaup­tete er. „Ich habe das Buch in San Fran­cisco geschrie­ben. Die Infor­matio­nen besorgte ich mir von einer Puppe, mit der ich gerade ging - einer Prak­tikan­tin im kolum­bia­nischen Kon­sulat.” Inzwi­schen rudert er zurück. Das Zitat sei aus dem Kontext geris­sen worden. „Die ganze Kon­tro­verse ist völlig über­trie­ben worden”, gab er zu. „Lonely Planet hat nicht von mir erwar­tet, dass ich nach Kolum­bien fahre.”

Wie der Verlag inzwischen klarstellte , schrieb Kohn­stamm für den Kolum­bien­füh­rer über Geschichte, Kultur und Umwelt, und war nicht dafür zustän­dig, Hotels oder Land­schaf­ten aus­zukund­schaf­ten. Kohn­stamm bestätigt das jetzt. Dennoch ist Lonely Planet tief getrof­fen. Die Rei­sefüh­rer­serie, die 1973 von einem aus­tra­lischen Ehepaar gest­artet wurde, sieht ihren Ruf auf dem Spiel. Lonely Planet-Bücher sind locker und per­sön­lich geschrie­ben und ver­spre­chen unge­schminkte Wahr­hei­ten über Hotels, Restau­rants und Sehens­wür­dig­kei­ten. Die Bücher, die welt­weit in 14 Spra­chen erschei­nen, gelten als Bibel vor allem der Ruck­sack­tou­ris­ten.

Auch die ursprüng­liche Behaup­tung, er habe anderswo abge­schrie­ben, hat Kohn­stamm inzwi­schen zurück­genom­men. „In einer Passage meines Buches heißt es '... selbst wenn ich nicht alle Öff­nungs­zei­ten und Hotel­preise bekomme, kann ich das immer irgendwo abkup­fern oder erfin­den' - das war als Scherz gedacht” sagte er jetzt. Lonely Planet und die Rei­sefüh­rer­leser nahmen das aber bit­ter­ernst.

Lonely Planet hat sofort Autoren los­geschickt, um die drei Bücher über Chile und die Oste­rin­seln, Süda­merika all­gemein und die Kari­bischen Inseln zu über­prü­fen, an denen Kohn­stamm mit­gear­bei­tet hat. „Wir wissen, dass Sie großes Ver­trauen in uns haben”, schreibt der Verlag auf seiner Website an die Adresse der Mil­lio­nen Fans. „Wir werden diesem Ver­trauen gerecht werden.”

Kohnstamm, dessen neues Werk eine launige Betrach­tung der Rei­sefüh­rer-Indus­trie sein soll, ver­mark­tet sich als viel rei­sen­der Autor, nicht als Schreib­tischtäter. „Ich habe in den ver­gan­genen vier Jahren die meiste Zeit unter­wegs in Latein­ame­rika und der Karibik ver­bracht”, schreibt er auf seiner Face­book-Seite, mit einem unü­ber­seh­baren Hinweis auf das Buch. Die Neu­gierde dafür hat er mit den reiße­rischen Inter­views kräftig ange­heizt, nach dem Motto: lieber schlechte Pub­licity als gar keine.

So mancher Leser sinniert in den Inter­net-Cha­trooms aller­dings jetzt über den Wert von Kohn­stamms Buch, sollte der Autor es mit der Wahr­heit tatsäch­lich nicht so genau nehmen, wie er einst behaup­tete. Vor allem seine darin beschrie­benen heißen Aben­teuer mit bra­silia­nischen Schön­hei­ten werden in Zweifel gezogen. Ein Min­destab­satz des Buches scheint ihm aber sicher. „Thomas Kohn­stamm hat 3127 Freunde”, steht auf der Face­book-Seite.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/04/15/magazin/reise/t/rzo417766.html
Dienstag, 15. April 2008, 17:16 © RZ-Online (NewsDesk)
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