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Dienstag, 22. Okt. 19

Der Opel Senator wird 30Rüs­sels­heim - Ein wenig seltsam wirkt es schon, was sich Ende der 70er Jahre bei Opel am oberen Ende der Modell­palette abspielte. Im Grunde ging es darum, einen Nach­fol­ger für bis­herige Top­modelle wie Kapitän...

-Osna­brück/Wolfs­burg - In den 70er Jahren kamen bei VW Namen mit einem beson­deren Klang auf. Mit dem Golf debütierte eine Aus­nah­meer­schei­nung der Auto­welt, und mit dem Namen eines Wüs­ten­win­des kam ein Auto...

Paris/Sochaux - Barocke Karos­serien mit geschwun­genen Kot­flü­geln, frei ste­hende Schein­wer­fer und dazu Weißwand­rei­fen - so sollte lange Zeit ein Auto­klas­siker aus­sehen.

Stutt­gart - Manche Dinge sind schwer vor­stell­bar - aber nicht unwahr­schein­lich. Zum Bei­spiel der Gedanke, dass eine Mer­cedes E-Klasse des Bau­jahrs 2008 ein echtes Kult­objekt sein könnte.

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Spießbürger mit Kultstatus: Der Strich-Achter wird 40

Stutt­gart - Manche Dinge sind schwer vor­stell­bar - aber nicht unwahr­schein­lich.

Strich-Achter als Coupé

Den Strich-Achter gab es auch als ele­gan­tes Sechs­zylin­der-Coupé 280 CE. (Bild: Daimler/dpa/tmn)

Zum Bei­spiel der Gedanke, dass eine Mer­cedes E-Klasse des Bau­jahrs 2008 ein echtes Kult­objekt sein könnte.

Sicher handelt es sich dabei um hoch­wer­tige Autos. Nur zieren sie vor allem Behör­den­park­plätze oder Car­ports von Vor­stadt-Rei­hen­häu­sern. Eine E-Klasse als bestaun­tes Objekt in einem Sze­nevier­tel? Kaum vor­stell­bar. Letzt­end­lich ist es aber nicht unwahr­schein­lich, denn vor 40 Jahren erschien mit dem Strich-Achter ein Auto, das zunächst nichts anderes als einen Ausbund an Spießbür­ger­lich­keit dar­stellte. Heute ist der Urahn der aktu­ellen E-Klasse ein oft bestaun­tes Kult­objekt.

Strich-Achter als Limousine

So kennen ihn wohl die meisten: der Strich-Achter als vier­türige Limou­sine. (Bild: Daimler/dpa/tmn)

1968 wurde auf ver­schie­dene Art Geschichte geschrie­ben. In Deutsch­land steht das Jahr für die Stu­den­ten­unru­hen und das Atten­tat auf Rudi Dutschke. Beson­ders vor diesem Hin­ter­grund mag es ver­wun­dern, dass gerade dieses Mer­cedes-Modell zu einem klas­sen­losen Lieb­haber­objekt gewor­den ist. Denn sei­ner­zeit stand es für das, was die pro­tes­tie­ren­den Stu­den­ten als Feind­bild aus­erko­ren hatten: Dieses Auto war nichts anderes als der Dienst­wagen des Esta­blis­hments, das Trau­mauto des geho­benen Beamten und des „Spießers” im All­gemei­nen.

Am 9. Januar 1968 wurde der Strich-Achter der Presse prä­sen­tiert. Für die ersten Betrach­ter dürfte der Blick auf die „Neue Gene­ration” ein Kul­tur­schock gewesen sein. Hatte Mer­cedes bisher auf rund­liche Formen und Ansätze von Heck­flos­sen im Stil ame­rika­nischer Straßen­kreu­zer aus den 50er Jahren gesetzt, stand vor ihnen nun ein Auto, dessen Design an Nüch­tern­heit kaum zu über­bie­ten war.

Strich-Achter Innenansicht

Schlichte Eleganz der 60er Jahre - das Strich-Achter-Cockpit. (Bild: Daimler/dpa/tmn)

So erscheint es fast als Witz der Geschichte, dass dieser Ausbund an Sach­lich­keit heute lie­bevoll Strich-Achter genannt wird. Denn hinter dieser Bezeich­nung verbarg sich der fast schon hilflose Versuch, die prä­sen­tier­ten Modelle in der eher ein­falls­losen Reihe der Modell­bezeich­nun­gen des Hauses kennt­lich zu machen. Wie gewohnt setzte man auch beim Strich-Achter auf ein Ver­fah­ren, das die Modell­bezeich­nun­gen grob den Hubräu­men des Motors zuord­nete - das Modell 200 mit zwei Litern Hubraum, der 230er mit 2,3 Litern und so weiter. Nur hatte es das auch schon bei Vor­gän­ger­model­len gegeben.

Die neue Modellpalette wurde nun - in erster Linie intern - mit der End­zif­fer des Jahres gekenn­zeich­net, in dem sie erschien: So wurde dann ein 200er der Gene­ration ab 1968 zum 200/8. Ein Schrägstrich und eine Acht, nichts wirk­lich Ein­falls­rei­ches. Wer daraus den Strich-Achter machte, bleibt ein Geheim­nis der Auto­mobil­geschichte.

Frontansicht

Beim Strich-Achter wandte sich Mer­cedes von den rund­lichen Formen seiner Vor­gän­ger ab. (Bild: Daimler/dpa/tmn)

Es hätte auch ganz anders kommen können. Sch­ließ­lich ver­wen­dete Mer­cedes zusätz­liche interne Bau­rei­henkür­zel. Jeder Young­timer-Lieb­haber zum Bei­spiel weiß, was ein 123er ist - die Bau­reihe W123 folgte dem Strich-Achter, der bis 1976 gut 1,9 Mil­lio­nen Mal gebaut wurde. Und der besaß eben­falls ein Bau­rei­henkür­zel, genauer gesagt sogar zwei: Den ein­fache­ren Aus­führun­gen mit vier Zylin­dern wurde die Bezeich­nung W 115 zuge­ord­net, die edleren Sechs­zylin­der waren die Bau­reihe W 114. Optisch gab es kaum Unter­schiede - die wenigen, die es gab, waren den Besit­zern jedoch überaus wichtig.

Wer genügend Geld für einen der großen Sechs­zylin­der wie den 250er oder später den 280er hatte, bekam vom Werk ein Auto mit prot­zigen, ver­chrom­ten Dop­pel­stoß­stan­gen vorn. Hinten gab es - je nach Modell und Baujahr - eine Chrom­stoß­stange. Wer die Unter­schei­dung noch deut­licher haben wollte, konnte die großen Moto­risie­run­gen auch in Ver­bin­dung mit einer zweitü­rigen Coupé-Karos­serie ordern.

Die Basis der Bau­reihe bildete jedoch ein Modell, das sich später als das lang­lebigste aus­zeich­nen sollte: der 200 D. Hier trafen 55 Diesel-Pfer­destär­ken auf gut 1,4 Tonnen Auto: Dieser schnell als „Wan­derdüne” belächelte Basis-Strich-Achter zeich­nete sich durch eine kaum wahr­nehm­bare Beschleu­nigung aus. Ganz anders gebär­deten sich die Spit­zen­modelle. Das gilt beson­ders für die 1972 ein­geführ­ten Strich-Achter mit 2,8-Liter-Sechs­zylin­der­motor und bis zu 185 PS Leis­tung. Sie zeich­neten sich durch Fahr­leis­tun­gen auf Sport­wagen­niveau aus.

Dass sich beides in einer technisch iden­tischen Karos­serie finden konnte, hatte einen Grund: Der Strich-Achter war ein moder­nes und in manchen Berei­chen weg­wei­sen­des Auto. So war auch Sicher­heit bereits ein Thema: Neben einer Knautsch­zone gab es eine Sicher­heits­lenksäule, die sich bei einem Auf­prall zusam­men­schob. Sicher­heit, aktu­elle Technik, Status und Komfort - was den Strich-Achter aus­zeich­net, zeich­net auch eine aktu­elle E-Klasse aus. Viel­leicht lohnt es also doch, den neuen Mer­cedes scho­nend zu behan­deln, um in ein paar Jahr­zehn­ten ein echtes Kult­mobil durch die Sze­nevier­tel zu steuern. Von Heiko Haupt, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/01/08/service/auto/liebhaberautos/t/rzo391631.html
Dienstag, 08. Januar 2008, 10:16 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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