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Montag, 21. Okt. 19

Der Opel Senator wird 30Rüs­sels­heim - Ein wenig seltsam wirkt es schon, was sich Ende der 70er Jahre bei Opel am oberen Ende der Modell­palette abspielte. Im Grunde ging es darum, einen Nach­fol­ger für bis­herige Top­modelle wie Kapitän...

-Osna­brück/Wolfs­burg - In den 70er Jahren kamen bei VW Namen mit einem beson­deren Klang auf. Mit dem Golf debütierte eine Aus­nah­meer­schei­nung der Auto­welt, und mit dem Namen eines Wüs­ten­win­des kam ein Auto...

Paris/Sochaux - Barocke Karos­serien mit geschwun­genen Kot­flü­geln, frei ste­hende Schein­wer­fer und dazu Weißwand­rei­fen - so sollte lange Zeit ein Auto­klas­siker aus­sehen.

Stutt­gart - Manche Dinge sind schwer vor­stell­bar - aber nicht unwahr­schein­lich. Zum Bei­spiel der Gedanke, dass eine Mer­cedes E-Klasse des Bau­jahrs 2008 ein echtes Kult­objekt sein könnte.

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Letzter Ausflug ins Oberhaus: Opel Senator wird 30

Rüs­sels­heim - Ein wenig seltsam wirkt es schon, was sich Ende der 70er Jahre bei Opel am oberen Ende der Modell­palette abspielte.

Der Opel Senator wird 30

Modellvariante mit Schrägheck - das Coupé auf Senator-Basis brachte Opel unter dem Namen Monza auf den Markt. (Bild: Opel/dpa/tmn)

Im Grunde ging es darum, einen Nach­fol­ger für bis­herige Top­modelle wie Kapitän, Admiral und Diplo­mat zu finden.

Allerdings traute sich Opel nicht richtig, gegen Mer­cedes oder BMW anzu­tre­ten. Also baute man halb­her­zig eine noble Limou­sine, die mit den Genen des volks­tüm­lichen Rekord aus­kom­men musste. Diesem Auto wie­derum grub man auch noch das Wasser ab, indem man Teile des Top­modells erneut mit dem Rekord mischte und ein wei­teres Modell zwi­schen beiden plat­zierte. Die Limou­sine Senator und das davon abge­lei­tete Coupé Monza gelten als Opels letzte Aus­flüge ins auto­mobile Ober­haus.

Opel Monza GSE

Der Sport­ler im Modell­pro­gramm: Unter der Haube des Opel Monza GSE arbei­tete ein 3,0-Liter-Motor mit 132 kW/180 PS. (Bild: Opel/dpa/tmn)

Mitte der 70er Jahre blickte man in Rüs­sels­heim wehmütig auf die vor­heri­gen Jahr­zehnte zurück, in denen Opel auch in der Ober­klasse eine Rolle gespielt hatte. Diesen Erfol­gen hatte nicht zuletzt die Ölkrise in Ver­bin­dung mit den ame­rika­nisch wir­ken­den Karos­serien und den trink­freu­digen Motoren der letzten Nobel-Opel aus der Reihe Admiral, Kapitän und Diplo­mat zuge­setzt. Ihre Pro­duk­tion endete 1977.

Ein Auto mit Prestige gab es nun nicht mehr im Pro­gramm. Zum Glück befand sich in der Ent­wick­lung ein Fahr­zeug, das mehr oder weniger für diesen Einsatz geeig­net war - der Senator. Der sollte jedoch den Com­modore ablösen. Unter dieser Bezeich­nung wurden Autos ver­kauft, die auf dem Mit­tel­klasse-Rekord basier­ten, ihren Namen aber mit ver­bes­ser­ter Aus­stat­tung und stär­keren Motoren recht­fer­tigen sollten.

Opel Senator

Feinschliff für die Karos­serie: Im Zuge der Modellü­ber­arbei­tung erhielt der Opel Senator eine wind­schlüpf­rigere Front­par­tie. (Bild: Opel/dpa/tmn)

Der Senator passte in diese Tra­dition - nur sollte er eine Rolle spielen, die eigent­lich zu groß war. Im Grunde war auch er ein Opel Rekord. Den hatte man für seinen Einsatz als Nobel-Karosse aller­dings um gut 20 Zen­time­ter ver­län­gert, die Front und das Heck retu­schiert und ihn im Innen­raum mit hoch­wer­tige­ren Sitz­bezü­gen sowie ein paar Holz­leis­ten auf­gepeppt. Immer­hin arbei­teten unter der Motor­haube Sechs­zylin­der-Motoren, und am Fahr­werk hatte sich auch einiges getan.

Dass der Senator nach dem Start 1978 in der Pub­likums­gunst durch­fiel, hatte mehrere Gründe: So ließ Opel es sich nicht nehmen, die Kon­kur­renz im eigenen Haus zu ver­stär­ken. Weil der Senator als Com­modore-Nach­fol­ger kon­zipiert war, nun aber seine Rolle als Kon­kur­rent von Mer­cedes und BMW aus­zufül­len hatte, stand Opel ohne luxu­riö­sere Rekord-Version mit Bezeich­nung Com­modore da. Aber man hatte ja einen Rekord und einen Senator - warum also nicht beide kom­binie­ren? Das Ergeb­nis war ein Auto, das aus den meisten Blick­win­keln zwei­felsohne ein Rekord war, dessen Front jedoch der Vor­der­wagen des ver­län­ger­ten Senator bildete. Sein Name: Com­modore

Innenleben des Opel Senator

Interieur mit wenig Ober­klasse-Flair: Das Arma­turen­brett des Opel Senator kannten Opel-Fahrer bereits aus dem Rekord. (Bild: Opel/dpa/tmn)

Die Über­legun­gen mancher Kunden dürften leich­ter nach­zuvoll­zie­hen sein als die der Mar­ketingstra­tegen: Der Senator war ein ordent­liches Auto aber ohne Ober­klasse-Image. Sein „Gesicht” zeich­nete ihn jedoch als größten Opel seiner Zeit aus. Also konnte man ja auch den neuen Com­modore für weniger Geld nehmen und sich sozu­sagen die Front­par­tie des Senator frei Haus liefern lassen. Neben solchen Hemm­nis­sen kam 1979 die zweite Ölkrise hinzu, die Anbie­tern von leis­tungs- und hub­raum­star­ken Fahr­zeuge die Ver­kaufs­zah­len ver­hagelte.

Doch Opel gab nicht auf: 1982 wurde der Senator über­arbei­tet. Während auf der tech­nischen Seite vieles beim Alten blieb, zeigte er sich nun mit einem ele­gan­teren Design. Doch die ohnehin nicht über­wäl­tigen­den Verkäufe sanken weiter. Als die letzten Modelle 1987 vom Band rollten, zählte man rund 80 000 Exem­plare des ursprüng­lichen Senator und 60 000 Stück, die nach der Modell­pflege ent­stan­den waren.

Der Opel Senator wird 30

Unter dem neu­gestal­teten Blech des Senator steckte im Wesent­lichen Technik des Mit­tel­klasse-Modells Rekord. (Bild: Opel/dpa/tmn)

Doch Opel lernte aus den Mis­ser­fol­gen nicht dazu. Viel­mehr stellte der Her­stel­ler 1987 ein Modell vor, das mit dem Nach­fol­ger des Rekord ent­wickelt worden war. Es hieß Omega, die neue Luxus­limou­sine wieder Senator. Der Senator wurde wegen der Ähn­lich­keit zum Omega kri­tisiert, die Kunden zeigten sich zurück­hal­tend. Und so endete nach noch einmal fünf Jahren und 70 000 Exem­pla­ren die ver­hal­tene Kar­riere der Reihe. Bis heute ver­zich­tet Opel auf eine Alter­native zu Mer­cedes und BMW - das wirkt nach diesen Erfah­run­gen gar nicht mehr seltsam. Von Heiko Haupt, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/04/01/service/auto/liebhaberautos/t/rzo413814.html
Dienstag, 01. April 2008, 10:21 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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