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Donnerstag, 19. Sept. 19

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Automatikgetriebe ist auf dem Vormarsch

Wolfs­burg - Auto­fah­rer ent­schei­den sich bei der Frage „Schal­ten oder schal­ten lassen” immer öfter gegen das manu­elle Getriebe.

DSG-System bei VW

Schon 2009 soll das DSG-System in Model­len wie dem Passat die kon­ven­tio­nelle Auto­matik über­holt haben. (Bild: VW/dpa/tmn)

Das bestätigt Gerhard Wagner, Leiter der Pkw-Getrie­beent­wick­lung beim Zulie­ferer ZF in Fried­richs­hafen.

Je teurer und größer die Fahrzeuge sind, desto stärker wachse der Anteil an Getrie­ben, die auto­matisch den Gang ein­legen. Ob dabei aller­dings die kon­ven­tio­nelle Auto­matik mit Dreh­moment­wand­ler oder die Dop­pel­kupp­lungs­getriebe (DSG) das Rennen machen, ist noch offen.

So ist man bei VW davon über­zeugt, dass in den Klassen von Polo bis Passat die Wand­ler­auto­matik vom DSG-System abge­löst wird. Für den Kunden sei der Vorteil des DSG-Getrie­bes „sofort erfahr­bar”, sagt Frank-Thomas Metzner, der bei VW die Getrie­beent­wick­lung leitet: „Man muss nicht schal­ten und hat keine spür­bare Zug­kraft­unter­bre­chung.” Und weil die Auto­matik immer den opti­malen Dreh­zahl­bereich wähle, würden mit DSG Ver­brauch und Beschleu­nigung ver­bes­sert. Ange­sichts der Vor­teile werde es in Europa bis zum Passat bereits im Jahr 2009 kaum noch kon­ven­tio­nelle Auto­maten geben, sagt Metzner.

Auch andere Hersteller ziehen nach. So hat Volvo in der Kompakt- und Mit­tel­klasse ein „Powers­hift”-Getriebe mit iden­tischem Funk­tions­prin­zip angekün­digt. Es soll neben Schalt­kom­fort und effi­zien­ter Leis­tungs­abgabe auch Ver­brauch­sein­spa­run­gen im Ver­gleich zu einer Wand­ler­auto­matik bieten. „Nach unseren Mes­sun­gen liegt der Wert bei rund acht Prozent”, sagt Ent­wick­lungs­chef Magnus Jonsson. Das selbe Getriebe wird bei Kon­zern­schwes­ter Ford auch im Focus zum Einsatz kommen. Auch der Fiat-Konzern plant ent­spre­chende Räder­werke.

Zwar hat die Dop­pel­kupp­lung vor allem im Ver­gleich zum manu­ellen Schalt­getriebe Vor­teile, sagt ZF-Experte Wagner. Doch ein Ende der Wand­ler­auto­matik sieht er deshalb nicht. „Den Ver­brauchs­vor­teil zwi­schen DSG- und Wand­ler­auto­matik gibt es nur, wenn man unter­schied­liche Gene­ratio­nen mit­ein­ander ver­gleicht. Die jeweils neues­ten Systeme unter­schei­den sich in der Effi­zienz dagegen kaum.”

Dass die Automatik noch lange nicht am Ende ist, beweist ZF mit einer Ent­wick­lung für BMW. Dort wird in der Neu­auf­lage des 7ers die erste Acht­gang-Auto­matik der Welt in Serie gehen. Das Getriebe ermög­licht laut BMW eine weitere Sprei­zung der Gänge, mit denen man der opti­malen Dreh­zahl für Effi­zienz oder Dynamik näher kommt.

Echte Nach­teile sieht Wagner nur für beson­ders sport­lichen Fahr­zeuge, bei denen es auf hohe Dreh­zah­len ankommt: „Weil es für Pla­neten­getrie­bes­ysteme jen­seits von 7000 Touren eng wird, kommen wir in diesen Autos in die Zwick­mühle.” Einer­seits wollten die Kunden auch dort schalt­faul und kom­for­tabel fahren können, ande­rer­seits aber auch ihren Motor richtig aus­dre­hen.

Deshalb beginnt auch in diesem Segment eine Trend­wende, die immer mehr Dop­pel­kupp­lungs­getriebe in Sport­wagen bringt. Nicht nur der BMW M3 und der Mit­sub­ishi Lancer EvoX werden künftig auf diese Weise die Gänge wech­seln. Auch der für das Früh­jahr angekün­digte Mer­cedes SL 63 AMG geht einen neuen Weg. Sein Sport­getriebe mit sieben Schalt­stu­fen setzt auf eine nasse Anfahr­kupp­lung im Ölbad statt auf einen Wandler und vereint damit „das Beste aus zwei Welten”, sagt Mer­cedes-Spre­cher Pietro Zollino: „die sport­liche, direkte und agile Rück­mel­dung eines manu­ellen Getrie­bes und den maxi­malen Komfort einer Auto­matik.” Von Thomas Geiger, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/04/11/service/auto/t/rzo416589.html
Freitag, 11. April 2008, 9:17 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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