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Sonntag, 19. Jan. 20
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Berlin/Düs­sel­dorf - Eine Wei­ter­bil­dung kann Arbeit­neh­mer nicht nur per­sön­lich vor­anbrin­gen - sie zahlt sich oft auch finan­ziell aus. So erhal­ten sechs von zehn Teil­neh­mern eines Wei­ter­bil­dungs­kur­ses nach eigenen...

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Nicht nur Inhalt zählt: Präsentation gut planen

Berlin/München - Wer nur seine Folien vor­liest, hat schlechte Karten: Bei Prä­sen­tatio­nen sollten Refe­ren­ten darauf achten, dass sie ihre Bot­schaft inter­essant ver­packen. Auf die Dra­matur­gie kommt es an.

Präsentationen

Redner sollten sich nicht in Details ver­lie­ren, sondern den Stoff auf die Ker­naus­sagen redu­zie­ren. (Bild: Schie­ren­beck/dpa/tmn)

Als Otmar Deubzer kürz­lich in Asien einen Vortrag über den Umgang mit Elek­tro­nik­schrott hielt, über­raschte er seine Zuhörer mit einem Bild von Adolph Menzel. „Die Leute haben wahr­schein­lich damit gerech­net, dass ich ihnen zu Beginn schlimme Bei­spiele aus Indien oder China vor­führe”, sagt der Umwelt­tech­niker aus Berlin. Mit Menzels Gemälde „Eisen­walz­werk” von 1872 zeigte er dem Pub­likum, dass die Pro­duk­tion auch in deut­schen Fabri­ken nicht von Anfang an sicher und sauber war. So etwas weckt Auf­merk­sam­keit und Sym­pathie - so sollten Vor­träge begin­nen.

„Ein Redner sollte immer Dramaturg sein”, sagt Bewer­bungs­coach Claudia Nöllke. „Wer eine gute Prä­sen­tation halten will, muss eine Bot­schaft haben und sie packend rüber­brin­gen.” Die Berufs­bera­terin aus München rät deshalb: „Es sollte einen Ein­stieg geben, der neu­gie­rig macht, einen Höhe­punkt, bei dem es der Redner krachen lässt, und einen über­zeu­gen­den Schluss, der den Leuten noch in den Ohren klingt, wenn sie längst zu Hause sind.”

Auf keinen Fall dürfe sich der Vor­tra­gende in Details ver­lie­ren. „In der Beschrän­kung liegt die Kunst”, betont Nöllke. Gabriele Zien­terra vom Insti­tut für Rhe­torik und Kom­muni­kation in Born­heim bei Bonn emp­fiehlt, zunächst einige Fragen zu beant­wor­ten: Was will ich errei­chen? Wem trage ich vor? Wie lange? „Es ist ein Unter­schied, ob Sie nur infor­mie­ren oder eine Ent­schei­dung her­beiführen wollen”, sagt Zien­terra. „Ent­wickeln Sie aus dem Ziel Ihr stra­tegi­sches Konzept.”

Steht die eigene Argumentationslinie fest, kann sich der Vor­tra­gende Gedan­ken über tech­nische Hilfs­mit­tel machen. „Er sollte sich fragen, ob es bestimmte Inhalte gibt, die noch über­zeu­gen­der ver­mit­telt werden können, zum Bei­spiel mit Flip­charts oder dem Com­puter­pro­gramm Power­point”, sagt der Düs­sel­dor­fer Mana­gement­trai­ner Albert Thiele. Faust­regel sei etwa alle zwei Minuten eine neue Folie.

Umwelttechniker Deubzer kann als regel­mäßi­ger Kon­ferenz­teil­neh­mer ein Lied davon singen. Er beklagt, wie „text­las­tig” die meisten Power­point-Prä­sen­tatio­nen seien, dass die Redner den Text vor­läsen und zugleich auf das zeigten, was sie sagen. „Der Vortrag lebt doch davon, dass er vor­getra­gen wird.”

Bei einer guten Präsentation kommt es nicht nur auf den Inhalt an. Viele Redner ach­teten zwar auf die Struk­tur ihres Vor­trags, sagt Gabriele Zien­terra vom Insti­tut für Rhe­torik und Kom­muni­kation. Die eigene Person und die Nähe der Zuhörer zum Thema werde dagegen ver­nach­läs­sigt. Der Vor­tra­gende ist laut Thiele ein „Bezie­hungs­mana­ger”, der die Gefühle der Men­schen vor ihm anspricht. „Die Per­sön­lich­keit wirkt stärker als die ratio­nalen Argu­mente.”

Wichtig ist, den Blick­kon­takt zum Pub­likum nicht über längere Zeit abbre­chen zu lassen und gele­gent­lich Sprech­pau­sen ein­zule­gen. Bewer­bungs­coach Nöllke ergänzt, dass hek­tische oder sich ständig wie­der­holende Gesten wie Hände reiben, mit den Füßen wippen oder Brille zurechtrü­cken ver­mie­den werden sollten. Beson­ders fatal ist es in Thieles Augen, „wenn jemand die Erwar­tungs­hal­tung und das Vor­wis­sen des Audi­tori­ums miss­ach­tet”.

Literatur: Emil Hierhold: Sicher prä­sen­tie­ren - wirk­samer vor­tra­gen, Redline Wirt­schafts­ver­lag, ISBN: 978-3-63601-244-9, 46 Euro; Claudia Nöllke: Prä­sen­tie­ren, Haufe, ISBN: 978-3-44807-864-0, 6,90 Euro; Josef W. Seifert: Visua­lisie­ren - Prä­sen­tie­ren - Mode­rie­ren, Gabal, ISBN: 978-389749-721-4, 15,90 Euro Von Nina C. Zim­mer­mann, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/04/21/service/berufbildung/t/rzo419158.html
Montag, 21. April 2008, 9:17 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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