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Mittwoch, 07. Mai 08

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Hamburg - Ein Urlaub an der deut­schen Küste ist laut ADAC im europäi­schen Ver­gleich relativ günstig. Wie der Auto­club in Hamburg mit­teilte, liegen die Feri­enne­ben­kos­ten in Deutsch­land um vier Prozent unter dem...

Hamburg - Das Wasser in der Nord- und Ostsee wird all­mäh­lich wärmer: Im Schnitt werden derzeit vor den deut­schen Küsten zwei bis drei Grad mehr gemes­sen als in der Vor­woche.

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Kein Massentourismus auf Karpathos

Pigadia - Die Augen­brauen sind schwarz und dicht, die Gesichts­züge streng und stolz.

Karpathos

Karge Berge, blaues Wasser und kleine Städt­chen: Wer Ruhe sucht, ist auf Kar­pathos richtig. (Bild: Haugg/dpa/tmn)

Sie sehen anders aus als ihre Geschlechts­genos­sin­nen in den anderen Teilen der Insel: die Frauen in der kleinen Stadt Olympos, hoch im Norden der grie­chi­schen Insel Kar­pathos.

Hier ist die etwa 300 Quadratkilometer große Insel mit ihren schrof­fen Fels­kan­ten und der schäu­men­den Bran­dung am raues­ten, mit ihren Oli­ven­hai­nen und ver­steck­ten Buchten aber auch am schöns­ten. Olympos selbst ist nur schwer zu errei­chen: ent­weder von der Insel­haupt­stadt Pigadia aus zweimal täglich mit der Fähre oder mit dem Auto. Doch die Straße dorthin ist eine stei­nige Schot­ter­piste mit Schlaglöchern und steil abfal­len­den Ban­ket­ten.

„Ein Unding”, schimp­fen die Insu­laner schon seit Jahren - doch auch hier macht sich letzt­lich die typisch grie­chi­sche Gelas­sen­heit breit: Man fügt sich in die Umstände und wartet ach­sel­zuckend darauf, dass die alters­schwa­chen Bagger eines Tages ver­schwun­den sein werden und aus der Hol­per­stre­cke eine ver­nünf­tige Straße gewor­den ist.

Doch bis dahin haben die rund 350 Olym­biten weit­gehend ihre Ruhe vor den Tou­ris­ten - eine Tat­sache, die sie glei­cher­maßen erfreut wie ver­ärgert. Denn tagsü­ber fallen zahl­rei­che Fremde in das Städt­chen mit seinen ver­schach­tel­ten Gassen ein und kaufen Sou­venirs. Doch sie fahren in der Regel abends wieder weg. Viel Geld lassen sie nicht in Olympos, während sie die Bewoh­ner gleich­zei­tig behan­deln wie exo­tische Tiere. „Wir fühlen uns teil­weise wie im Zoo”, klagen sie. Wenn sie schon pau­sen­los foto­gra­fiert werden, hätten sie auch gerne etwas vom Tou­ris­mus.

Nicht enden wol­lende Tou­ris­ten­ströme sind auf Kar­pathos so bald nicht zu erwar­ten. Denn die zwi­schen Rhodos und Kreta gele­gene Insel bietet zwar ein ange­neh­mes Klima. „Aber wer die große Party sucht, ist hier falsch”, sagt Alex­andra Haugg. Seit zehn Jahren betreibt sie in Afiar­tis, im Süden der Insel, eine Wind­surf-Station. Die Geo­gra­fie beschert der Insel eine beson­dere Wind­situa­tion, weshalb sie den Ruf genießt „Europas wind­sichers­ter Spot” zu sein.

Die Insel zieht vor allem Surfer , Wan­derer und Indi­vidual­tou­ris­ten an. Es sind Men­schen, die auf ihre Art Ruhe haben wollen - und diese auf Kar­pathos zwei­fel­los finden. Die Surfer haben ihren Wind, die Wan­derer zahl­rei­che Touren und mit dem „Kali Limni” - der höchs­ten Erhe­bung der Insel - fast hoch­alpi­nes Gelände.

Im Rei­sefüh­rer als „einsam” beschrie­bene Buchten sind hier wirk­lich noch einsam, die Preise sind in Ordnung und die Men­schen der aus­län­dischen Gäste noch nicht über­drüs­sig. Auf Kar­pathos geht man mit dem Wirt in die Küche und schaut in seine Töpfe, und hier bekommt man als eine über holp­rige Wege jog­gende Fremde Wasser vom besorg­ten, wenn­gleich kopf­schüt­teln­den Bauern ange­boten.

Karpathos ist auf den ersten Blick keine typi­sche grie­chi­sche Insel. Hier schmie­gen sich keine kalk­weißen Häu­schen an grüne Hügel. Auf Kar­pathos ist die Land­schaft karg, sind die Bäume vom ständig wehen­den Meltemi-Wind gebeugt. Der Charme der Insel erschließt sich erst auf den zweiten Blick. Doch spätes­tens, wenn einem der Steward am Flug­hafen die Bord­karte von Hand aus­stellt, weiß man: Auf Kar­pathos ist der Mas­sen­tou­ris­mus noch lange nicht ange­kom­men.

Informationen: Grie­chi­sche Zen­trale für Frem­den­ver­kehr, Neue Mainzer Straße 22, 60311 Frank­furt, Telefon: 069/ 257 82 70

Griechische Zen­trale für Frem­den­ver­kehr: www.gnto.gr Von Claudia Bell, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/04/11/magazin/reise/t/rzo416611.html
Freitag, 11. April 2008, 10:21 © RZ-Online (NewsDesk)
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