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Sonntag, 19. Nov. 17

Ford T-ModellDetroit - Jede Zeit hat ihr Auto. Immer wieder gibt es ein Modell, das als Stan­dard-Fort­bewe­gungs­mit­tel der Massen gilt. In Deutsch­land tragen diese Autos meist das Mar­ken­zei­chen VW. Seit den 70er Jahren hat sich der...

-Rüs­sels­heim - Ein wenig seltsam wirkt es schon, was sich Ende der 70er Jahre bei Opel am oberen Ende der Modell­palette abspielte. Im Grunde ging es darum, einen Nach­fol­ger für bis­herige Top­modelle wie Kapitän...

Osna­brück/Wolfs­burg - In den 70er Jahren kamen bei VW Namen mit einem beson­deren Klang auf. Mit dem Golf debütierte eine Aus­nah­meer­schei­nung der Auto­welt, und mit dem Namen eines Wüs­ten­win­des kam ein Auto...

Paris/Sochaux - Barocke Karos­serien mit geschwun­genen Kot­flü­geln, frei ste­hende Schein­wer­fer und dazu Weißwand­rei­fen - so sollte lange Zeit ein Auto­klas­siker aus­sehen.

Stutt­gart - Manche Dinge sind schwer vor­stell­bar - aber nicht unwahr­schein­lich. Zum Bei­spiel der Gedanke, dass eine Mer­cedes E-Klasse des Bau­jahrs 2008 ein echtes Kult­objekt sein könnte.

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Das T-Modell von Ford - Uropas „Golf” wird 100

Detroit - Jede Zeit hat ihr Auto. Immer wieder gibt es ein Modell, das als Stan­dard-Fort­bewe­gungs­mit­tel der Massen gilt. In Deutsch­land tragen diese Autos meist das Mar­ken­zei­chen VW.

Ford T-Modell

Ähnlichkeit mit einer Kutsche - das Ford T-Modell hat wenig mit dem Aus­sehen heu­tiger Fahr­zeuge gemein. (Bild: Haupt/dpa/tmn)

Seit den 70er Jahren hat sich der Golf den Status des klas­sen­losen Best­sel­lers gesi­chert. Beerbt hat er ein Modell aus dem glei­chen Haus - den Käfer. Es gibt aber nur ein ein­ziges Auto­mobil, das als Urahn dieser Art von Mas­sen­moto­risie­rung gelten kann. Das T-Modell von Ford war es, mit dem vor 100 Jahren in den USA alles begann: das Zeit­alter des Autos für Jeder­mann.

Die Idee, die zum Bau des T-Modells führte, hat aller­dings wenig mit dem Prinzip zu tun, das hinter einem Golf steckt. Die Mannen um Fir­men­grün­der Henry Ford hatten den Plan, ein Auto zu kon­stru­ieren, das in jeder Hin­sicht einfach war: das sich einfach her­stel­len, repa­rie­ren und bedie­nen ließ und auch günstig war. Schon optisch erin­nerte das Gefährt eher an eine klas­sische Kutsche.

Anlassen mit Muskelkraft

Kurbeln vor dem Start - das Anlas­sen eines Ford T-Modells erfor­derte einige Mus­kel­kraft. (Bild: Ford/dpa/tmn)

Die Bedie­nungs­ele­mente beschränk­ten sich eben­falls auf das Nötigste. Die Start­pro­zedur war ein echter Kraf­takt, bei dem zunächst ein paar Hebel­chen zu bedie­nen waren. Danach galt es, kräftig an einer Kurbel zu drehen, um den Motor in Schwung zu bringen und ihn zum Start zu bewegen - die stän­dige Gefahr von Zer­run­gen oder gar Kno­chen­brüchen beim Herum­wuch­ten der Kurbel inbe­grif­fen.

Auch das Fahren dürfte für verwöhnte Auto­besit­zer von heute ein Problem dar­stel­len. Zwar gab es ein Lenkrad. Die drei Pedale auf dem Boden aber waren nur sehr ent­fernte Ver­wandte der heu­tigen Kupp­lungs-, Brems- und Gas­pedale. Beim T-Modell wurde mit einem Hebel am Lenkrad Gas gegeben. Die Hand­bremse fand sich in Form eines Stocks eben­falls in der Nähe des Steuers. Die Pedale dienten jedoch dazu, die Gänge ein­zule­gen und die Aus­gangs­welle des Getrie­bes abzu­brem­sen.

Fußpedale

Die drei Fuß­pedale im Ford T-Modell dienten zum Wech­seln der Gänge und Abbrem­sen der Aus­gangs­welle des Getrie­bes. (Bild: Haupt/dpa/tmn)

Ford ver­sprach sich Gewinne durch große Stück­zah­len mit güns­tigen Ein­stiegs­prei­sen. Das T-Modell star­tete daher auch zu Preisen von weniger als 900 Dollar. Und während Preis­erhöhun­gen mitt­ler­weile bei nahezu jedem Produkt mit der Zeit üblich sind, wurde der Ford für die Massen im Laufe der Pro­duk­tions­zeit immer güns­tiger. Das wie­derum hatte mit einer wei­teren Idee Henry Fords zu tun, die eine Pro­duk­tion in großen Stück­zah­len über­haupt erst möglich machte. Mit dem T-Modell begann auch das Zeit­alter der Fließ­band­fer­tigung. Von 1914 an sorgte eine ratio­nali­sierte Fer­tigung für kürzere Bau­zei­ten. Bis zu 9000 Autos sollen in guten Zeiten an einem Tag gebaut worden sein.

Ideen zur Verbesserung der Produktion führten dazu, dass der Preis des T-Modells bis 1922 auf nur noch 300 Dollar sank. Ein güns­tiger Preis ist natür­lich an sich schon ein recht siche­rer Weg zum Erfolg. Tatsäch­lich über­zeugte das einfach kon­stru­ierte T-Modell auch noch auf andere Weise. Die schon bei der Ent­wick­lung gefor­derte Ein­fach­heit führte auch im täg­lichen Betrieb dazu, dass Defekte oft mit sim­pels­ten Hilfs- oder Haus­mit­teln zu repa­rie­ren waren.

Fließbandfertigung

Die Fließ­band­fer­tigung beschleu­nigte den Bau des T-Modells erheb­lich. Bis zu 9000 Fahr­zeuge rollten vom Band. (Bild: Ford/dpa/tmn)

Der Vier­zylin­der­motor holte aus seinen 2,9 Litern Hubraum zwar nur 20 PS heraus. Das aller­dings reichte für Höchst­geschwin­dig­kei­ten von um die 70 Stun­den­kilo­meter. Die hoch­gesetzte Karos­serie in Ver­bin­dung mit den großen Rädern ließ zudem auch das Fahren auf den damals noch wenig aus­gebau­ten Straßen Nord­ame­rikas zu. Außer­dem zeigte sich das T-Modell alles in allem als sehr zuver­läs­sig, so dass man es bald schon fast lie­bevoll „Tin Lizzie” nannte - über­setzt etwa „Blech­lie­sel”. Auch im Hin­blick auf die Model­laus­wahl gab es wenig zu meckern: Das T-Modell gab es als Coupé ebenso wie als Zwei- oder Vier­sit­ziges Cabrio­let, als Limou­sine oder als Last­wagen.

Eine größere optische und technische Über­arbei­tung erfolgte erst 1926 - aber da neigte sich die Erfolgs­geschichte des T-Modells ohnehin schon ihrem Ende zu. Die bis 1927 erreichte Stück­zahl von 15 456 868 Exem­pla­ren sicherte dem Ford noch über Jahr­zehnte einen Wel­tre­kord - den erst der VW Käfer im Jahr 1972 ein­holen sollte.

In Fahrt

Um die Pro­duk­tion zu beschleu­nigen, bot Ford das T-Modell nur in einem bestimm­ten Schw­arz­ton an - dieser Lack trock­nete am schnells­ten. (Bild: Ford/dpa/tmn)

INFO: Henry Ford - Der Mann hinter dem T-Modell

Henry Ford wurde am 30. Juli 1863 in Wayne County im US-Bun­des­staat Michi­gan geboren. Bereits mit 15 Jahren soll Ford seinen ersten Ver­bren­nungs­motor gebaut haben, später arbei­tete er dann als Inge­nieur bei der Edison Illu­mina­ting Company des Erfin­ders Thomas Alva Edison. Daneben wer­kelte er weiter an Ver­bren­nungs­moto­ren, stellte 1896 mit dem Qua­dri­cycle ein erstes Fahr­zeug fertig. Dies wie­derum führte dazu, dass Ford mit Inves­toren 1899 die Detroit Auto­mobile Company grün­dete, die jedoch nach kaum zwei Jahren pleite ging. Ein neuer und erfolg­rei­cher Anlauf folgte 1903 mit der Grün­dung der Ford Motor Company. Als Henry Ford am 7. April 1947 starb, war das Unter­neh­men längst zum Welt­kon­zern gewach­sen. Von Heiko Haupt, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/05/06/service/auto/liebhaberautos/t/rzo423216.html
Dienstag, 06. Mai 2008, 11:21 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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