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Kampf dem „Cyberbullying” - Hilfe für Lehrer

Brüssel - Fakt ist: Lehrer sind der tech­nischen Finesse ihrer Schüler nicht mehr gewach­sen.

«teachtoday.eu»

Die Beno­tung von Lehrern durch ihre Schüler im Inter­net-Portal „spick­mich” ist laut Gerichts­urteil rech­tens. (Bild: dpa)

Und immer wieder nutzen die Kinder diesen Vor­sprung aus und machen mit Handy und Inter­net Jagd auf ihre Päd­ago­gen.

Sie basteln Fotos der Lehrer in Porno-Strei­fen oder Comicvi­deos und ver­öffent­lichen die Film­chen auf Online-Platt­for­men. Andere bom­bar­die­ren ihre Pauker mit SMS von getürk­ten Absen­dern oder legen fiktive Profile in Sing­lebör­sen an. Für Auf­regung sorgte jüngst eine Inter­netseite, auf der Schüler ihre Lehrer benoten. „Cyber­bul­lying” heißen diese Atta­cken. Eine neue Inter­netseite soll die Lehrer nun fit machen für die Her­aus­for­derun­gen des digi­talen Zeit­alters.

„Lehrer brau­chen Infor­matio­nen”, sagt der Leiter der Europäi­schen Schule in Brüssel, Richard Galvin. Diese Aufgabe soll fortan „teachto­day.eu” über­neh­men. 14 führende europäi­sche Inter­net- und Han­dyun­ter­neh­men sowie Anbie­ter von Online-Netz­wer­ken haben das Projekt gemein­sam mit dem Europäi­schen Schul­netz (EUN) - einem Zusam­menschluss von 28 europäi­schen Bil­dungs­minis­terien - in Brüssel ins Leben gerufen. Die Seite bietet etwa ein Wör­ter­buch der Online-Begriffe. Lehrer sollen schließ­lich ver­ste­hen, über was sich ihre Schüler unter­hal­ten.

Doch die neue Homepage soll nicht nur Erwach­sene auf­klären. „Wir wollen den Lehrern helfen, ihren Schü­lern den ver­ant­wort­lichen Umgang mit dem Inter­net oder Handy bei­zubrin­gen”, erklärt Janice Richard­son von EUN die Idee. „Kinder wissen nicht, dass sie weniger Kon­trolle haben über Infor­matio­nen, die sie online aus­tau­schen”, warnt EU-Medien­kom­missa­rin Viviane Reding. So sind die Bilder der letzten Party, die am Tag danach hoch­gela­den und auf Platt­for­men wie Schü­lerVZ oder Face­book prä­sen­tiert werden, noch Jahre später im Netz zu finden - auch von poten­ziel­len Arbeit­gebern. Deshalb gibt „teachto­day.eu” auch Tipps zum Daten­schutz.

Sogar fertige Unter­richts­ein­hei­ten bieten die Home­page-Macher an. Ziel der Lehr­stunde: „Kinder lernen Stra­tegien kennen, wie sie sich vor unan­geneh­men Situa­tio­nen schüt­zen können.” „Cyber­bul­lying” kann schließ­lich nicht nur Lehrer treffen, Kinder sind eben­falls häufig Opfer. In den USA brachte sich ein Mädchen um, nachdem es die wahre Iden­tität seines Inter­net-Flirt­part­ners erfah­ren hatte - dahin­ter steckte eine Mit­schü­lerin, die sich an der frühe­ren Freun­din rächen wollte.

Nach Angaben der EU-Kommission haben bereits neun von zehn Schü­lern im Alter von 12 bis 14 Jahren ein Handy, zwei Drittel der Schulen sind an das Hi-Speed-Inter­net ange­bun­den, 74 Prozent der Lehrer nutzen das Inter­net im Unter­richt. „Schi­kane mit neuen Tech­nolo­gien kann viel effi­zien­ter sein”, weist Reding auf die Schat­ten­seite der tech­nischen Ent­wick­lung hin.

Fortan aber soll im Zusam­men­hang mit Handys und Inter­net nicht mehr von Beläs­tigung, Belei­digung oder gar Bedro­hung die Rede sein. „Wir sollten nicht zulas­sen, dass kleine Pro­bleme große Vor­teile zunich­tema­chen”, appel­liert die oberste EU-Medi­enpo­liti­kerin an Schüler, Lehrer, Eltern und Indus­trie. Mit „teachto­day.eu” will Europa nun auch diese kleinen Pro­bleme aus dem Weg räumen.

Infos für Lehrer in sieben Spra­chen, u.a. Deutsch: www.teachto­day.euy Von Bene­dikt von Imhoff, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/04/28/service/berufbildung/t/rzo421294.html
Montag, 28. April 2008, 15:16 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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