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Freitag, 6. Dez. 19

München - Medi­ziner haben zur Impfung gegen die Menin­gokok­ken-Bak­terien auf­geru­fen. Die Erreger würden unter­schätzt, warnte die Baye­rische Gesell­schaft für Immun-...

Dresden/Köln - Wer Zah­ner­satz bekommt, muss Nach­bes­serun­gen in Kauf nehmen. Ein Patient kann diese nicht einfach ver­wei­gern und seinen Arzt statt­des­sen wegen einer schlecht sit­zen­den Pro­these auf Scha­denser­satz und...

Weil der Stadt - Ver­hal­ten sich Kinder über längere Zeit wie­der­holt aggres­siv und anti­sozial, kann das ein Anzei­chen für eine Störung des Sozi­alver­hal­tens sein.

München - Kinder sollten spie­lerisch auf einen Kran­ken­haus­auf­ent­halt vor­berei­tet werden. Wenn sie wissen, was dort geschieht, würden die Erfah­run­gen weniger unheim­lich, erläu­tert Prof.

Salz­git­ter - Der Gang ins Sola­rium schützt nicht vor schäd­lichen UV-Strah­len. Darauf weist das Bun­des­amt für Strah­len­schutz (BfS) in Salz­git­ter (Nie­der­sach­sen) hin.

Berlin - Sollte trotz aller Vor­sichts­maß­nah­men beim Grillen im Sommer ein Unfall gesche­hen, sollten die Flammen mit Sand oder einer Decke erstickt werden. Auch das Löschen mit Wasser sei möglich.

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Erst ins Netz, dann zum Arzt: Patienten sind gut informiert

Hamburg - Als Kirstin H. vor Schmer­zen gekrümmt zu ihrem Haus­arzt wankte, musste sie ihm selbst den ent­schei­den­den Tipp geben.

Arztkittel

Immer mehr Men­schen infor­mie­ren sich vor dem Arzt­besuch im Inter­net. (Bild: dpa)

Dass eine 25-Jährige Gal­len­steine haben könnte, mochte der Medi­ziner nicht glauben.

Doch nach ihrer Internet-Recherche wusste die Stu­den­tin aus Hamburg, dass junge Men­schen sehr wohl betrof­fen sein können, wenn sie eine bestimmte Stoff­wech­sel-Krank­heit haben - wie Kirstin. Beim näheren Hin­sehen fand der Arzt das Problem. Nach ein­gehen­den Unter­suchun­gen wurde die Gal­len­blase ent­fernt.

Medizinisches Fach­wis­sen stand lange Zeit nur Ein­geweih­ten offen. Doch die Wis­sens­lücke zwi­schen Patient und Arzt schrumpft. Denn im Inter­net gibt es Infor­matio­nen zu Krank­hei­ten aller Art - von Alz­hei­mer bis zu Zahn­schmer­zen. Nie war es ein­facher, sich über den eigenen Körper schlau zu machen. So ent­steht ein neuer Typus Patient, der nicht mehr alles kom­men­tar­los hin­nimmt, was sein Doktor sagt ­ und der auf Ärzte-Bewer­tungs­sei­ten seinen Unmut äußert, wenn er unzu­frie­den ist.

Seit dem Zwischenfall mit den Gal­len­stei­nen kon­sul­tiert Kirstin H. oft die Such­maschine, bevor sie einen Arzt­ter­min aus­macht. „Man muss dabei aber vor­sich­tig sein”, sagt die Kauf­frau. Zum einen seien nicht alle Inter­netsei­ten zuver­läs­sig. Zum anderen könnten die unge­fil­ter­ten Infor­matio­nen im Netz den Medizin-Laien in die Irre führen. „Nur weil man die Sym­ptome hat, muss man noch lange nicht krank sein.”

Dabei ist es ohnehin nicht leicht, den Über­blick zu behal­ten. Die Viel­falt der Dia­gnose- und The­rapie-Tipps ist ver­wir­rend, nicht selten wird eine Service-Seite auch von Pharma-Firmen gespon­sert und gibt dezente Hin­weise auf bestimmte Medi­kamente. Und Wiki­pedia erklärt nicht umsonst, man solle Texte aus dem Online-Lexikon zu Medizin-Themen „niemals als allei­nige Quelle für gesund­heits­bezo­gene Ent­schei­dun­gen ver­wen­den.” Ori­entie­rung gibt zum Bei­spiel das Ärzt­liche Zentrum für Qua­lität in der Medizin (ÄZQ) in Berlin. Auf einer Website steht eine Liste mit mehr als 1000 geprüf­ten Ange­boten.

Auch immer mehr Ärzte schätzen die Online-Recher­che. „Bei mir läuft das Inter­net den ganzen Tag”, berich­tet der Ham­bur­ger Neu­rologe Dr. Ansgar Fri­eling. Er nutzt vor allem die Seiten der medi­zini­schen Fach­gesell­schaf­ten, deren Leit­linien etwa Sym­ptome, Dia­gno­sen und The­rapiemög­lich­kei­ten beschrei­ben. Wenige Klicks helfen oft schon weiter.

Dass auch Exper­ten vom Inter­net pro­fitie­ren können, bestätigt eine Studie aus­tra­lischer Medi­ziner aus dem Jahr 2006. Sie gaben je drei bis fünf Sym­ptome zu 26 Krank­hei­ten bei Google ein. In 15 Fällen spuckte die Such­maschine die rich­tige Krank­heits-Dia­gnose aus. Die Studie ist nicht reprä­sen­tativ, dennoch wird klar: Je aus­gefal­lener die Krank­heit, desto hilf­rei­cher sind Google und Co. Eine rich­tige Dia­gnose könne letzt­lich jedoch nur ein Arzt mit seinem Wissen und seiner Erfah­rung auf­stel­len, schrän­ken die Autoren ein.

Doch auch für Laien ist das Netz eine große Hilfe, meint Neu­rologe Ansgar Fri­eling - er gibt Pati­enten daher oft Haus­auf­gaben. Gerade bei spe­ziel­len Erkran­kun­gen wie Mul­tipler Skle­rose könne sich ein Patient zusätz­lich zum Arzt­gespräch in aller Ruhe infor­mie­ren. Pas­sende Links hat Fri­eling auf seine Website gestellt.

Das Netz infor­miert nicht nur über Krank­hei­ten, sondern auch über die Heiler. Auf Bewer­tungs­por­talen wie Imedo, Helps­ter oder DocIn­sider lässt sich nach­sehen, welche Noten andere Pati­enten für War­tezeit, per­sön­lichen Umgang und Behand­lung ver­geben haben. Mit höchs­tens ein paar Tausend Bewer­tun­gen gibt aller­dings bislang kein Portal einen flächen­decken­den Über­blick. Doch öffent­lich über den Arzt zu dis­kutie­ren, kommt immer mehr in Mode.

Die Kritisierten selbst sind skeptisch. Sechs von zehn Medi­zinern glauben, dass Laien die Qua­lität der Behand­lung nicht ein­schät­zen können, ergab eine Studie der Stif­tung Gesund­heit. Ver­hin­dern können sie die zumeist kom­mer­ziel­len Ange­bote kaum noch. „Die Portale wie auch die anonyme Bewer­tung sind recht­lich zuläs­sig”, sagt Anwalt Markus Stock­mann aus Jena, der sich auf Arzt­recht spe­zia­lisiert hat. So müssen sich die eins­tigen Götter in Weiß in Zukunft wohl immer häu­figer auf kri­tische Fragen der Pati­enten ein­stel­len.

DocIn­sider: www.docin­sider.de

Helps­ter: www.helps­ter.de

Imedo: www.imedo.de

Onmeda: www.onmeda.de

Check­liste für gute Arzt­pra­xen: www.pati­enten-infor­mation.de/content/infor­mati­ons­qua­litaet/check­lis­te_­arzt­besuch

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/03/26/service/gesundheit/t/rzo412281.html
Mittwoch, 26. März 2008, 10:22 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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