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Donnerstag, 12. Dez. 19

München - Medi­ziner haben zur Impfung gegen die Menin­gokok­ken-Bak­terien auf­geru­fen. Die Erreger würden unter­schätzt, warnte die Baye­rische Gesell­schaft für Immun-...

Dresden/Köln - Wer Zah­ner­satz bekommt, muss Nach­bes­serun­gen in Kauf nehmen. Ein Patient kann diese nicht einfach ver­wei­gern und seinen Arzt statt­des­sen wegen einer schlecht sit­zen­den Pro­these auf Scha­denser­satz und...

Weil der Stadt - Ver­hal­ten sich Kinder über längere Zeit wie­der­holt aggres­siv und anti­sozial, kann das ein Anzei­chen für eine Störung des Sozi­alver­hal­tens sein.

München - Kinder sollten spie­lerisch auf einen Kran­ken­haus­auf­ent­halt vor­berei­tet werden. Wenn sie wissen, was dort geschieht, würden die Erfah­run­gen weniger unheim­lich, erläu­tert Prof.

Salz­git­ter - Der Gang ins Sola­rium schützt nicht vor schäd­lichen UV-Strah­len. Darauf weist das Bun­des­amt für Strah­len­schutz (BfS) in Salz­git­ter (Nie­der­sach­sen) hin.

Berlin - Sollte trotz aller Vor­sichts­maß­nah­men beim Grillen im Sommer ein Unfall gesche­hen, sollten die Flammen mit Sand oder einer Decke erstickt werden. Auch das Löschen mit Wasser sei möglich.

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Ärzte vor Gericht - Häufig Fehler bei Information

Karls­ruhe - Der ärzt­liche „Kunst­feh­ler” - das fäl­sch­lich ampu­tierte Bein, die im Bauch ver­ges­sene Schere - bietet Stoff für Hor­ror­fan­tasien, spielt aber vor Gericht eher selten eine Rolle.

Operativer Eingriff

Die im Bauch ver­ges­sene Schere bietet Stoff für Hor­ror­fan­tasien, spielt aber vor Gericht eher selten eine Rolle. (Bild: dpa)

Wenn Pati­enten gegen Ärzte und Kran­ken­häu­ser klagen, dann geht es vor allem um zwei Feh­ler­quel­len: Man­gel­hafte Orga­nisa­tion und Ver­säum­nisse bei der Auf­klärung über medi­zini­sche Risiken.

Pannen bei der Organisation nehmen bei Haf­tungs­kla­gen einen immer größe­ren Raum ein, wie Rechts­anwalt Karl-Otto Berg­mann beob­ach­tet hat. „Dort kommen sehr häufig Fehler vor”, sagt der Jurist, der beim Deut­schen Anwalt­ver­ein die Arbeits­gruppe Arzt­haf­tungs­recht leitet. Aus seiner Sicht ist das nicht ver­wun­der­lich: Die Arbeits­tei­lung in den Kran­ken­häu­sern werde immer kom­pli­zier­ter und die Per­sonal­decke immer dünner.

Die Recht­spre­chung stellt hohe Anfor­derun­gen an Medi­ziner und Kran­ken­haus­mana­gement. Das wird an einem Fall deut­lich, über den der Bun­des­gerichts­hof (BGH) in Karls­ruhe vor andert­halb Jahren zu ent­schei­den hatte. Eine Pati­entin hatte sich einem Ein­griff am Zwölf­fin­ger­darm unter­zogen. Dieser war zwar nach den Regeln der ärzt­lichen Kunst ver­lau­fen, zog aller­dings eine Ent­zün­dung des Bauch­fells und der Bauch­spei­cheldrüse nach sich - die Frau lag drei Wochen im künst­lichen Koma.

Sie verklagte den operierenden Chefarzt auf 75 000 Euro Schmer­zens­geld. Ihr Argu­ment: Der für die Auf­klärung zustän­dige Sta­tions­arzt habe sie nicht aus­rei­chend über die Risiken infor­miert. Der BGH ließ keinen Zweifel daran, dass der Che­farzt die Verant­wor­tung nicht auf seinen Unter­gebe­nen abschie­ben konnte: Der ope­rie­rende Medi­ziner selbst müsse - wenn er die Pati­enten­auf­klärung dele­giere - sicher­stel­len, dass die Betrof­fene wirk­lich über alle Risiken der Ope­ration infor­miert worden sei. Ein Urteil, das noch Folgen haben könnte: Nach Berg­manns Beo­bach­tung gewinnt die Über­tra­gung medi­zini­scher Auf­gaben bei­spiels­weise auf Pfle­gekräfte in der Praxis immer größere Bedeu­tung.

Weil der Patient - oder die Kran­ken­kasse, die in seinem Namen auf Regress klagt - Ver­säum­nisse der Ärzte kaum nach­wei­sen könnten, werden den Medi­zinern von den Gerich­ten umfas­sende Doku­men­tati­ons­pflich­ten auf­erlegt. Befund, Dia­gnose, The­rapie, Nach­sorge - alles muss schrift­lich fest­gehal­ten und damit nach­prüf­bar gemacht werden. Ver­letzt der Arzt diese Pflicht, führt dies vor Gericht zu einer „Beweis­lastum­kehr”: Nicht der Patient muss dann den Fehler des Arztes bewei­sen, sondern der Medi­ziner muss belegen, dass er ord­nungs­gemäß gehan­delt hat.

Großes Gewicht legen die Gerichte zudem auf die soge­nannte Auf­klärungs­pflicht. Dahin­ter steht der juris­tische Grund­satz, dass ärzt­liche Ein­griffe rechts­wid­rig sind, wenn der Patient nicht wirksam in die Behand­lung ein­gewil­ligt hat. Und wirksam ist eine Ein­wil­ligung nur, wenn der Patient Chancen und Risiken kennt - ob nun bei Ope­ratio­nen oder der Dosie­rung von Medi­kamen­ten.

Das spielt vor allem dann eine Rolle, wenn medi­zinisch mehrere Behand­lun­gen möglich sind. Vor drei Jahren erkannte der BGH auf Ver­let­zung der Auf­klärungs­pflicht: Ein Patient, dessen Unter­arm­bruch nahe dem rechten Hand­gelenk schief zusam­men­gewach­sen war, hatte auf Scha­denser­satz geklagt. Laut BGH hätte er nicht nur recht­zei­tig auf die dro­hende Beein­träch­tigung am Hand­gelenk hin­gewie­sen werden müssen, sondern auch auf die Mög­lich­keit einer - „unblu­tigen” oder auch ope­rati­ven - Kor­rek­tur der Fehl­stel­lung. Das wäre zwar eben­falls nicht risi­kolos gewesen; aller­dings hätte die Ent­schei­dung dem Pati­enten über­las­sen bleiben müssen, befand der BGH.

Ähnlich urteilte der BGH im Jahr 2000 zuguns­ten eines Pati­enten mit einem Band­schei­ben­vor­fall. Der behan­delnde Neu­rologe hielt eine Ope­ration zwar zu Recht für sinn­voll, ver­säumte aller­dings den Hinweis darauf, dass mit einer „kon­ser­vati­ven” Behand­lung eine Ope­ration womög­lich hätte ver­mie­den werden können.

Die Auf­klärung erfor­dert nor­maler­weise in einem per­sön­lichen Gespräch zwi­schen Arzt und Patient. Laut BGH gilt diese Regel aber nicht gene­rell: Bei einer Rou­tin­eimp­fung wie etwa gegen Kin­der­läh­mung genügt es nach einem Urteil aus dem Jahr 2000, wenn die Mutter im War­tezim­mer ein ent­spre­chen­des Infor­mati­ons­blatt bekom­men hat. Von Wolf­gang Janisch, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/04/16/service/gesundheit/t/rzo417938.html
Mittwoch, 16. April 2008, 11:21 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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