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Dienstag, 10. Dez. 19

München - Medi­ziner haben zur Impfung gegen die Menin­gokok­ken-Bak­terien auf­geru­fen. Die Erreger würden unter­schätzt, warnte die Baye­rische Gesell­schaft für Immun-...

Dresden/Köln - Wer Zah­ner­satz bekommt, muss Nach­bes­serun­gen in Kauf nehmen. Ein Patient kann diese nicht einfach ver­wei­gern und seinen Arzt statt­des­sen wegen einer schlecht sit­zen­den Pro­these auf Scha­denser­satz und...

Weil der Stadt - Ver­hal­ten sich Kinder über längere Zeit wie­der­holt aggres­siv und anti­sozial, kann das ein Anzei­chen für eine Störung des Sozi­alver­hal­tens sein.

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Salz­git­ter - Der Gang ins Sola­rium schützt nicht vor schäd­lichen UV-Strah­len. Darauf weist das Bun­des­amt für Strah­len­schutz (BfS) in Salz­git­ter (Nie­der­sach­sen) hin.

Berlin - Sollte trotz aller Vor­sichts­maß­nah­men beim Grillen im Sommer ein Unfall gesche­hen, sollten die Flammen mit Sand oder einer Decke erstickt werden. Auch das Löschen mit Wasser sei möglich.

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Schutz vor sich selbst: Beratungsstelle für Stalker

Berlin - Wer anderen hart­näckig nach­stellt, sie beläs­tigt und bedrängt, begeht eine Straf­tat: Stal­king.

Beratungsstelle

Beratungsstelle „Stop Stal­king”: Psy­cho­logen und Sozi­alar­bei­ter bemühen sich um Men­schen, die nicht auf­hören können, andere zu beläs­tigen. (Bild: dpa)

In Berlin eröff­net nun eine Bera­tungs­stelle, die den Tätern helfen soll, von ihrem Zwang los­zukom­men. Um ihrer selbst Willen - und zum Schutz der Opfer.

Mit einem Blumenstrauß für die nett lächelnde Nach­barin kann es anfan­gen. Die nächste Stufe des hart­näcki­gen Nach­stel­lens sind pau­sen­lose Anrufe, schließ­lich traut sich das bedrängte Opfer nicht mehr aus der Wohnung. „Beim Stalken ist es wie bei einer Sucht - die Täter erhöhen die Dosis immer mehr, um eigene Größe zu fühlen”, sagt der Psy­cho­loge Wolf Ortiz-Müller. Er ist Leiter der bun­des­weit ersten Bera­tungs­stelle für Stalker, die jetzt in Berlin eröff­net wurde. Mit „Stop-Stal­king” betritt das Team um den Psy­cho­logen Neuland - denn ein Projekt für Täter, die nicht auf­hören können, andere zu beläs­tigen, gab es bislang nicht.

„Wir ver­ste­hen es auch als Opfer­schutz, wenn wir an die Täter ran­kom­men”, betont der 46-Jährige, der mit vier wei­teren Exper­ten helfen will. Neben dem seit einem Jahr gel­ten­den Straf­rechtspa­ragra­fen 238 würden Kon­zepte gebraucht, wie Stalker von „ihrer dunklen Seite” los­kom­men können. Solche Per­spek­tiven sollen in dem schlich­ten Bera­tungs­raum mit braunen Leder­ses­seln und weißen Wänden in einem gedie­genen Miets­haus am S-Bahnhof Steg­litz ent­wickelt werden.

Der Begriff „Stalking” kommt aus dem Eng­lischen und bedeu­tet Anschlei­chen. Der neue Para­graf sieht bis zu drei Jahre Haft vor, bei schwe­ren Folgen bis hin zum Tod drohen zehn Jahre. Bis Ende 2007 waren bun­des­weit schon mehrere tausend Ver­fah­ren ein­gelei­tet worden.

Das Projekt gehört zum Ber­liner Krisen- und Bera­tungs­dienst. Der Verein, der psy­cho­soziale Hilfen anbie­tet, bekommt Finanz­mit­tel aus Buß­gel­dern und ist auf Spenden ange­wie­sen. „Senats­gel­der bekom­men wir bislang nicht”, sagt Ortiz-Müller. Er ver­weist aber auf die gute Koope­ration mit der Polizei bei der Vor­berei­tung. Beamte in den Wachen sollen jetzt mit Flyern auf „Stop-Stal­king” hin­wei­sen.

Auch Polizeipräsident Dieter Glietsch ist voll des Lobes. Nun werde denen gehol­fen, die das Stalken nicht allein beenden könnten. Denn viele schreck­ten nicht davor zurück, ihre Opfer auch kör­per­lich anzu­grei­fen. „Mit dieser Täter­gruppe sind wir im poli­zei­lichen Alltag zuneh­mend kon­fron­tiert.”

Er gehe von einem großen Hilfs­bedarf bei Stal­kern aus, sagt Ortiz-Müller. Allein in Berlin seien im Vorjahr mehr als 1000 Stal­king-Anzei­gen erstat­tet worden, mehr als 100 Ankla­gen seien anhän­gig. Jetzt beginnt in Berlin ein Prozess gegen einen Mann, der seine frühere Lebens­gefähr­tin nicht nur mit SMS bom­bar­diert, sondern ihr auch Salz­säure ins Auto gegos­sen haben soll. Stalker nähmen die Wirk­lich­keit ver­zerrt dar, sagt der Experte. Da werde dann aus dem unver­bind­lichen Lächeln der Nach­barin ein Lie­bes­beweis.

„Wir verurteilen die Tat, aber nicht den Men­schen”, sagt der Psy­cho­loge. Stalker, die sich direkt an die Bera­tungs­stelle wenden, könnten beim ersten Kontakt anonym bleiben. Dann wird es aber konkret: mit einem schrift­lichen Konzept und bis zu 15 Gesprächen. Der „innere Fokus” der Stalker solle auf neue Ziele gerich­tet werden. „Wir sind aber keine Rund-um-die-Uhr-Kri­sen­betreu­ung.” Auf­gedeckt werden solle, aus welchen Krän­kun­gen, Kon­flik­ten oder innerer Ohn­macht das Stalken ent­stand. Manche hätten nach dem Verlust ihrer Arbeit auch aus Lan­geweile damit begon­nen - „um die innere Leere zu bekämp­fen, die dann noch größer wird.”

„Wer nicht bereit ist, das eigene Ver­hal­ten infrage zu stellen, kann nicht auf­genom­men werden”, sagt der Psy­cho­loge. Wer sich als Opfer sehe und die Schuld bei anderen suche, habe keine Chance. „Stalken ist zuerst sozia­les Fehl­ver­hal­ten.” Ver­fol­gung und Beläs­tigung träfen nicht nur Pro­minente, sondern vor allem Men­schen, die ihren Pei­niger schon vorher kannten.

Informationen über die Bera­tungs­stelle: www.stop-stal­king-berlin.de Von Jutta Schütz, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/04/23/service/gesundheit/t/rzo419957.html
Mittwoch, 23. April 2008, 15:17 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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