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Sonntag, 8. Dez. 19

München - Medi­ziner haben zur Impfung gegen die Menin­gokok­ken-Bak­terien auf­geru­fen. Die Erreger würden unter­schätzt, warnte die Baye­rische Gesell­schaft für Immun-...

Dresden/Köln - Wer Zah­ner­satz bekommt, muss Nach­bes­serun­gen in Kauf nehmen. Ein Patient kann diese nicht einfach ver­wei­gern und seinen Arzt statt­des­sen wegen einer schlecht sit­zen­den Pro­these auf Scha­denser­satz und...

Weil der Stadt - Ver­hal­ten sich Kinder über längere Zeit wie­der­holt aggres­siv und anti­sozial, kann das ein Anzei­chen für eine Störung des Sozi­alver­hal­tens sein.

München - Kinder sollten spie­lerisch auf einen Kran­ken­haus­auf­ent­halt vor­berei­tet werden. Wenn sie wissen, was dort geschieht, würden die Erfah­run­gen weniger unheim­lich, erläu­tert Prof.

Salz­git­ter - Der Gang ins Sola­rium schützt nicht vor schäd­lichen UV-Strah­len. Darauf weist das Bun­des­amt für Strah­len­schutz (BfS) in Salz­git­ter (Nie­der­sach­sen) hin.

Berlin - Sollte trotz aller Vor­sichts­maß­nah­men beim Grillen im Sommer ein Unfall gesche­hen, sollten die Flammen mit Sand oder einer Decke erstickt werden. Auch das Löschen mit Wasser sei möglich.

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Gefahr für die Gesundheit: Warnung vor falscher Arznei

Berlin - Immer mehr Men­schen in Deutsch­land werden Opfer gefälsch­ter Arz­nei­mit­tel.

Pillen-Plagiate

Ein Mit­arbei­ter des Zolls auf dem Flug­hafen Frank­furt zeigt gefälschte Viagra-Pillen. (Bild: dpa)

Der Zoll beschlag­nahmte 2007 Arz­neien im Wert von 8,3 Mil­lio­nen Euro, nach 2,5 Mil­lio­nen Euro im Vorjahr.

Die Gefahren von Herz-Kreislauf- Problemen, ver­schlepp­ten Infek­tio­nen und zahl­rei­che andere Risiken wachsen, auch wenn anders als etwa in den USA hier wohl noch keine Toten zu bekla­gen sind. Gepanscht wird längst nicht mehr nur auf eigene Faust im Hob­bykel­ler, orga­nisierte Kri­minelle haben falsche Medi­kamente als lukra­tive Finanz­quelle ent­deckt. „Es geht um Leib und Leben und Gesund­heit”, warnte Frank Lippert vom Bun­des­kri­minal­amt (BKA) Ende April in Berlin.

Mitunter erhal­ten die Opfer ver­schmutzte oder falsch dosierte Mittel im Glauben, eine kor­rekte The­rapie gegen ihre Krank­hei­ten zu bekom­men. So führte ver­unrei­nig­ter Gerin­nungs­hem­mer aus China in min­des­tens 31 Fällen in Deutsch­land zu teils schwe­ren Neben­wir­kun­gen; in den USA wurden 81 Todes­fälle gemel­det. Staats­anwälte ermit­teln auch gegen Apo­the­ker, die min­der­wer­tige Krebs­mit­tel aus Asien, Latein­ame­rika oder Ost­europa billig ein­gekauft und zum Nor­mal­preis an Praxen und Kli­niken ver­kauft haben sollen.

Viele Betroffene nehmen die Gefahren auch in Kauf, wie der zustän­dige Experte im Gesund­heits­minis­terium, Arnold Schrei­ber, bei einer Ver­anstal­tung des Ver­bands For­schen­der Arz­nei­mit­tel­her­stel­ler kopf­schüt­telnd erläu­terte. So würden Mus­kelauf­bau­präpa­rate in Fit­ness­stu­dios oder Doping­mit­tel oft unter der Hand ver­kauft. Viele holten sich gefälschte Potenz- oder Schlank­heits­mit­tel via Inter­net ins Haus - und sparten sich ver­meint­lich pein­liche Gespräche mit dem Arzt. Und wie ein Katz-und-Maus-Spiel gestal­tete sich der Versuch, sämt­liche Bezugs­quel­len eines angeb­lich tra­ditio­nel­len chi­nesi­schen Mittels im Netz tro­cken­zule­gen. Nutzer machten sich in Blogs und Foren immer wieder gegen­sei­tig auf­merk­sam, wie man das Mittel noch kriegt - in Wahr­heit eine hoch­ris­kante Che­mika­lie.

Der Anteil der Arz­neifäl­schun­gen in Apo­the­ken und legalem Inter­net­han­del liegt laut BKA und Regie­rung nur bei rund einem Prozent. Das Problem sind die immer neuen ille­galen Online-Seiten. Offi­zielle Zahlen zu Fäl­schun­gen und so ent­stan­denen Schäden in Deutsch­land gibt es nicht - die Exper­ten warnten vor Panik­mache, spra­chen aber von zuneh­men­den Gefah­ren und einem „Dun­kel­feld”.

Zuständig für die Arz­nei­mit­telü­ber­wachung sind in Deutsch­land sind die Länder - die Fäl­scher treiben ihre Machen­schaf­ten aber oft welt­weit. Mehr Gewinn als mit Rausch­gift könne man teils mit Ana­bolika machen, sagt Lippert. „Das zielt orga­nisierte Struk­turen an.” Selbst Ter­ror­akti­vitäten sollen so schon finan­ziert werden.

Mit einem Fäl­schungs­anteil von einem Viertel bis zur Hälfte sind die meisten Leid­tra­gen­den in Ent­wick­lungs­län­dern zu finden. So waren 50 Prozent der bei einer inter­natio­nalen Fahn­dung in Südo­stasien gefun­denen Malaria-Mittel Fäl­schun­gen mit zu gerin­ger Dosis. Nicht nur die Krank­heit wurde unzu­rei­chend bekämpft, auch resis­tente Erreger konnten sich bilden.

Mit mehreren Vorstößen versuchen nun Länder, Regie­rung und Arz­nei­mit­tel­her­stel­ler den Kampf gegen die glo­balen Pan­scher zu for­cie­ren: Nicht mehr nur die Fäl­schung fer­tiger Mittel, sondern die von Wirk­stof­fen soll bestraft werden. Inspek­tio­nen in Dritt­län­dern sollen ver­stärkt werden. Das Inter­net soll in einer neuen Zen­tral­stelle der Länder in Bonn ständig durch­fors­tet werden. Ein ver­bes­ser­ter Strich­code auf Ver­packun­gen soll legale Mittel aus­zeich­nen. Doch Schrei­ber dämpft die Erwar­tun­gen: „Wir können die besten Gesetze machen, so lange die Leute nicht über­zeugt sind, ihre Finger davon zu lassen, kann man dem nicht bei­kom­men.”

INFO: Wie sich Ver­brau­cher vor gefälsch­ten Medi­kamen­ten schüt­zen können

Die meisten illegalen Arzneimittel werden wohl über das Inter­net in Deutsch­land ver­trie­ben. Genaue Zahlen dazu gibt es nicht. Sicher ist aber: Auf den ersten Blick sind die ille­galen Anbie­ter im Netz für Laien oft kaum von legalen Ver­san­dapo­the­ken zu unter­schei­den. Bei legalen Anbie­tern ist das Risiko äußerst gering.

Das Bun­des­insti­tut für Arz­nei­mit­tel und Medi­zin­pro­dukte rät zu genauer Prüfung: „Arz­nei­mit­tel­wer­bung per unver­lang­ter Mail oder das Angebot, ver­schrei­bungs­pflich­tige Arz­nei­mit­tel ohne Rezept liefern zu können, sind Hin­weise auf unse­riöse Anbie­ter.”

Auch wenn all­gemeine Geschäfts­bedin­gun­gen fehlen, sollte man die Finger von einer Seite lassen. Unklare Aus­sagen und For­mulie­run­gen deuten nach Exper­ten­anga­ben auf unse­riöse Geschäft­sprak­tiken hin. Die Alarm­glo­cken sollten auch schril­len, wenn fremd­spra­chige Bei­pack­zet­tel gelie­fert werden, Präpa­rate ohne Angabe einer Char­gen­num­mer und ordent­lichen Ver­packun­gen.

Dagegen haben sich deut­sche Anbie­ter das Siegel „Sichere Ver­san­dapo­theke” gegeben. Ansons­ten erfüll­ten nur nie­der­län­dische und bri­tische Händler gene­rell die deut­schen Stan­dards bei Ver­san­dapo­the­ken, heißt es im Bun­des­gesund­heits­minis­terium. Von Basil Wegener, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/04/29/service/gesundheit/t/rzo421480.html
Dienstag, 29. April 2008, 11:16 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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