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Freitag, 13. Dez. 19

München - Medi­ziner haben zur Impfung gegen die Menin­gokok­ken-Bak­terien auf­geru­fen. Die Erreger würden unter­schätzt, warnte die Baye­rische Gesell­schaft für Immun-...

Dresden/Köln - Wer Zah­ner­satz bekommt, muss Nach­bes­serun­gen in Kauf nehmen. Ein Patient kann diese nicht einfach ver­wei­gern und seinen Arzt statt­des­sen wegen einer schlecht sit­zen­den Pro­these auf Scha­denser­satz und...

Weil der Stadt - Ver­hal­ten sich Kinder über längere Zeit wie­der­holt aggres­siv und anti­sozial, kann das ein Anzei­chen für eine Störung des Sozi­alver­hal­tens sein.

München - Kinder sollten spie­lerisch auf einen Kran­ken­haus­auf­ent­halt vor­berei­tet werden. Wenn sie wissen, was dort geschieht, würden die Erfah­run­gen weniger unheim­lich, erläu­tert Prof.

Salz­git­ter - Der Gang ins Sola­rium schützt nicht vor schäd­lichen UV-Strah­len. Darauf weist das Bun­des­amt für Strah­len­schutz (BfS) in Salz­git­ter (Nie­der­sach­sen) hin.

Berlin - Sollte trotz aller Vor­sichts­maß­nah­men beim Grillen im Sommer ein Unfall gesche­hen, sollten die Flammen mit Sand oder einer Decke erstickt werden. Auch das Löschen mit Wasser sei möglich.

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Selten aber traumatisch - Aufwachen während der OP

Frank­furt/Main - Zwölf Jahre nach ihrem trau­mati­schen Erleb­nis auf dem OP-Tisch hat Petra Hab­erkorn noch immer mit den Folgen zu kämpfen.

Operationssaal

„Uner­wünschte Wach­heit” (awa­ren­ess) während einer OP ist äußerst selten, im Falle des Falles aber ein schwer­wie­gen­des Problem. (Bild: dpa)

Die 31-Jährige leidet unter Platz­angst, öffent­liche Ver­kehrs­mit­tel lösen bei ihr Angst­zustände aus.

Jahrelang wachte sie nachts um Luft ringend auf und hatte das Gefühl zu ersti­cken. Ursache ihrer psy­chi­schen Leiden ist eine ihrer Ansicht nach zu niedrig dosierte Narkose bei einer Bauch­ope­ration. Als der Chirurg in einem baye­rischen Kran­ken­haus ihre Zyste her­aus­schnitt, wurde die damals 19-Jährige wach, konnte aber weder um Hilfe rufen noch sich mit Gesten bemerk­bar machen.

„Uner­wünschte Wach­heit” (awa­ren­ess) ist äußerst selten, im Falle des Falles aber ein schwer­wie­gen­des Problem. Schlimms­ten­falls kommt der Patient auf dem OP-Tisch zu Bewusst­sein, leidet Schmer­zen und kann sich später sogar daran erin­nern. Das aber kommt einer Studie von 1994 zufolge aller­dings nur in 0,03 Prozent aller Voll­nar­kosen vor. Dass der Patient auf­wacht und sich später daran erin­nern kann, während der OP aber wenigs­tens keinen Schmerz emp­fin­det, ist schon ein biss­chen häu­figer: Eine Unter­suchung aus dem Jahr 2000 schätzt solche Fälle auf 0,1 bis 0,2 Prozent aller Anäs­the­sien. Am häu­figs­ten kommen Wach­zustände bei Kai­ser­schnit­ten vor - bis­wei­len wird bei einer Sectio die Dosis des Nar­kose­mit­tels bewusst niedrig gewählt, um das Kind nicht zu gefähr­den.

„Ich war in mir begraben”, beschreibt die junge Frau, die heute selbst in einem medi­zini­schen Beruf tätig ist und ihren wahren Namen nicht nennen will. Sie erin­nert sich, dass sie auf­wachte und zunächst dachte, die OP sei vorbei. Dann aber habe sie Ärzte und Schwes­tern reden hören. „Ich wollte etwas sagen, aber als ich Luft holen wollte, konnte ich nicht ein­atmen. Da habe ich Panik bekom­men. Ich dachte: Jetzt kommt gleich der Schmerz.” Das aber blieb ihr erspart.

Was war schief gelau­fen? „Geräte­fehl­funk­tio­nen und -fehl­bedie­nung sind die Haup­tur­sachen für uner­war­tete intra­ope­rative Wach­heit”, schreibt die Fach­zeit­schrift „Der Anäs­the­sist”. Aber auch eine zu nied­rige Dosie­rung oder eine falsche Zusam­men­set­zung der ein­zel­nen Bestand­teile des Nar­kose­mit­tels können dafür ver­ant­wort­lich sein. Denn für eine Voll­nar­kose bekommt der Patient immer einen Cock­tail ver­schie­dener Sub­stan­zen, die haupt­säch­lich drei Funk­tio­nen erfül­len: Sie ver­set­zen ihn in einen künst­lichen Schlaf, schal­ten sein Schmerz­emp­fin­den aus und lassen seine Muskeln erschlaf­fen.

Diese sogenannte Muskelrelaxation ist uner­läss­lich, wenn der Chirurg wie bei Petra Hab­erkorn durch die Bauch­decke schnei­den muss - aber sie birgt auch eine Gefahr: Wenn der Patient kom­plett unbe­weg­lich ist, kann er sich auch nicht bemerk­bar machen, sollte er tatsäch­lich während des Ein­griffs zu Bewusst­sein kommen. Nor­maler­weise wird die Tiefe der Narkose mittels Puls­fre­quenz und Blut­druck über­wacht.

Prof. Norbert Roewer, Direk­tor der Klinik für Anäs­the­sio­logie des Uni­ver­sitäts­kli­nikums Würz­burg hält das nicht für aus­rei­chend: „Bei der Beur­tei­lung der Narkose-Tiefe während der Ope­ration besteht aus meiner Sicht noch Nach­hol­bedarf.” Als euro­paweit erstes Kran­ken­haus, sagt Roewer, misst die Würz­bur­ger Klinik neu­erdings in allen Ope­rati­ons­sälen zusätz­lich die Gehirn­ströme der Pati­enten. „Wir halten die Über­wachung des Gehirns für wichtig, weil es ein erster Schritt ist, das Bewusst­sein spe­zifi­scher zu beob­ach­ten”, erläu­tert Roewer. Ein ent­schei­den­der Schritt, solche Unfälle zu ver­mei­den, ist für ihn auch, „dass wir Anäs­the­sis­ten uns bewusst­wer­den, dass Awa­ren­ess exis­tiert und auch heute überall möglich ist”.

Die Ärzte von Petra Haberkorn haben irgend­wann bemerkt, dass sie wach war - in Wirk­lich­keit viel­leicht nach wenigen Sekun­den oder Minuten, „aber für mich war das eine Ewig­keit”. In den ersten Nächten nach der OP sei sie immer wieder auf­gewacht und habe keine Luft bekom­men. „Als läge ein ton­nen­schwe­rer Stein auf meiner Brust.” Erst habe sie gar keinen Zusam­men­hang zu dem Nar­kose­unfall her­stel­len können, „ich dachte, ich bekomme viel­leicht Asthma oder so”. Auf die Idee, dass das „sub­jek­tive Ersti­cken” Aus­löser ihrer Schlafstörun­gen und Beklem­mun­gen sein könnte, brachte sie erst Jahre später ihr Psy­cho­the­rapeut.

2008 soll ein Film in den deut­schen Kinos anlau­fen, in dem das Auf­wachen während der Ope­ration Aus­gangs­punkt für einen Psy­choth­ril­ler ist. In „Awake” mit Hayden Chris­ten­sen und Jessica Alba erlebt ein Mann eine Her­zope­ration bei vollem Bewusst­sein und ver­arbei­tet dabei die Pro­bleme seiner kri­seln­den Lie­bes­bezie­hung. Petra Hab­erkorn will sich den Strei­fen lieber nicht ansehen. Von Sandra Trauner, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/04/30/service/gesundheit/t/rzo421798.html
Mittwoch, 30. April 2008, 10:21 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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