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Dienstag, 18. Juni 13

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Sportler: Keine Klarheit durch IOC-Richtlinien

Hamburg - Mei­nungs­frei­heit ja, Demons­tra­tions­frei­heit nein.

Kritikerin

Fechterin Imke Duplit­zer setzt sich kri­tisch mit der Situa­tion in China aus­ein­ander.

Die neuen IOC-Richt­linien für alle Olympia-Teil­neh­mer haben trotz­dem nicht die gewünschte Klar­heit gebracht.

„Das hilft überhaupt nicht weiter, jetzt sind wir genauso schlau wie vorher”, sagte die Degen­fech­terin Imke Duplit­zer, Olympia-Zweite mit der Mann­schaft 2004 in einer dpa-Umfrage und for­derte: „Jetzt muss was Kon­kre­tes kommen.” Zwar bestätigte das Inter­natio­nale Olym­pische Komitee (IOC) den Ath­leten das Recht der freien Mei­nungs­äuße­rung überall bei den Olym­pischen Spielen in Peking, sogar in Inter­net-Foren (Blogs), aber welche Aktio­nen als Demons­tra­tio­nen gelten, die laut Artikel 51,3 der olym­pischen Charta ver­boten sind, wurde nicht erklärt. Genau diese Erläu­terung aber hatten sich die meisten Ath­leten von den „Gui­deli­nes” erwar­tet.

Sind Bademän­tel in tibe­tischen Lan­des­far­ben schon poli­tische Demons­tra­tion oder freie Mei­nungs­äuße­rung? Ist das Tragen eines „Free-Tibet”-T-Shirts Pro­paganda, und wie sieht es mit Bänd­chen, Bannern oder Buttons aus? „Es war nicht zu erwar­ten, dass das IOC uns sagt, ob Bänd­chen x oder Bänd­chen y erlaubt ist”, erklärte Michael Vesper, Chef de Mission des deut­schen Olympia-Teams und Gene­ral­direk­tor des Deut­schen Olym­pischen Sport­bun­des (DOSB), „wir werden unsere Ath­leten infor­mie­ren, und dann können sie sich selbst eine Meinung bilden.”

Ob unliebsame Athleten-Aussagen beim chi­nesi­schen Volk über­haupt ankom­men, ist eine andere Frage. Bei der Mann­schafts-WM der Degen­fech­terin­nen Mitte April in Peking wurde Welt­meis­terin Britta Hei­demann ermahnt, nicht auf chi­nesisch zu ant­wor­ten. Die Lever­kuse­nerin, die als Stu­den­tin der chi­nesi­schen Kul­tur­wis­sen­schaf­ten fließend die Lan­des­spra­che beherrscht, wurde statt­des­sen ent­schärft über­setzt. „Auf eng­lisch wurden dann Dinge über­setzt, die die Welt nicht braucht”, offen­barte Duplit­zer.

Der drei­malige Kanu-Olym­pia­sie­ger Andreas Dittmer kann mit den schwam­migen IOC-Vor­gaben leben: „Der olym­pische Gedanke steht für ein fried­liches Mitein­ander. Seine Meinung kann jeder in Inter­views weiter äußern.” Tisch­ten­nis-Euro­pameis­ter Timo Boll will sich ohnehin auf den Wett­kampf kon­zen­trie­ren. „Ich kenne die IOC-Richt­linien nicht im Detail, werde aber keine Pro­bleme haben, sie ein­zuhal­ten”, so Boll, „ich habe keine Pro­voka­tio­nen in Peking vor.”

Jetzt sind die beim IOC anerkannten 205 Natio­nalen Olym­pischen Komi­tees (NOK) gefragt. Die obers­ten Sport­gre­mien jedes Landes müssen die Fragen ihrer Ath­leten sammeln und sich beim IOC über mög­liche Sank­tio­nen erkun­digen. Wie geschickt, dass DOSB-Prä­sident Thomas Bach gleich­zei­tig Vor­sit­zende der IOC-Dis­zipli­nar-Kom­mis­sion ist. „Das IOC kann doch keinen Katalog mit 75 000 ver­schie­denen Mög­lich­kei­ten raus­geben”, meinte Bach. Bei Ver­let­zung der Olym­pischen Charta drohen der Aus­schluss von den Spielen und die Dis­qua­lifi­kation. Die IOC- Exe­kutive nimmt sich in Peking jede Regel­ver­let­zung vor. Ihr Urteil ist bindend.

„Lasst mal die Kirche im Dorf. Jeder hat seine Meinung zum Problem der Men­schen­rechte in China und zu Tibet, aber ist es wirk­lich ein Effekt, wenn sich ein­zelne äußern?”, fragte Schwim­mer Thomas Rupprath, „Ich würde mich aus der The­matik raus­hal­ten. Sollten der DOSB oder die ganze Mann­schaft eine Aktion machen, wäre ich dabei.” IOC-Prä­sident Jacques Rogge hat ver­gan­gene Woche ange­deu­tet, in welche Rich­tung die Inter­pre­tation der olym­pischen Charta gehen dürfte, die jede „poli­tische, ras­sis­tische oder reli­giöse Demons­tra­tion an den olym­pischen Stätten”, unter Strafe stellt.

Dem Vorhaben einiger Athleten, sich mit einem Button mit der Auf­schrift „für eine bessere Welt” zu äußern, erteilte Rogge in einem Inter­view der bel­gischen Zeitung „Le soir” prak­tisch eine Absage. Er sehe wenig Chancen, dass diese poli­tische Stel­lung­nahme von der IOC- Exe­kutive geneh­migt wird. Der bel­gische Ober-Olym­pier hat sich bei nahezu jeder Gele­gen­heit gegen den „Maul­korber­lass” und für einen mün­digen Ath­leten aus­gespro­chen. „Ich finde die Richt­linien des IOC gut. Es ist damit jedem Sport­ler frei­gestellt, ob er sich äußern möchte oder nicht”, offen­barte die zwei­fache Vize-Welt­meis­terin im Speer­wer­ferin, Chris­tina Oberg­föll.

Scheinbar unberührt von diesem Dis­kus­sio­nen feiern sich die chi­nesi­schen Olympia-Gast­geber am liebs­ten selbst. Die Olympia- Wett­kämpfe sind nahezu aus­ver­kauft, ver­kün­dete das Orga­nisa­tions-Komitee BOCOG. Schon am dritten Tag der letzten Runde des Kar­ten­ver­kaufs waren fast alle der letzten 1,38 Mil­lio­nen für Chi­nesen und in China ansäs­sige Aus­län­der bestimm­ten Tickets weg. Nur noch für die Fuß­ball­spiele außer­halb Pekings seien Tickets erhält­lich.

dpa-infocom



http://rhein-zeitung.de/on/08/05/07/sport/t/rzo423658.html
Mittwoch, 07. Mai 2008, 15:45 © RZ-Online (NewsDesk)
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