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Dienstag, 18. Juni 13
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RZ-Serie:

RZ-Serie: Artenster­ben 1

Menschen führen Dritten Weltkrieg gegen die Natur

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Von unserem Gastautor Franz Alt

"Wir können sicher sein, dass die natür­liche Lebens­viel­falt keine bloße Laune der Natur ist, sondern eine große Bedeutung für den Fort­bestand des Lebens hat. Ohne die Vielfalt von Tieren und Pflanzen gibt es keine Menschen. Und dennoch rotten wir jeden Tag bis zu 150 Tier- und Pflan­zen­arten aus. Wir führen einen Dritten Weltkrieg gegen die Natur und damit gegen uns selbst. Im Jahr 1900 gab es in Bayern noch 35 ver­schie­dene Rin­der­ras­sen - jetzt sind es gerade noch vier. In China wurden vor 80 Jahren noch 6000 Reis­sor­ten angebaut - jetzt sind es noch sechs.

Lebens­grund­lagen zerstört

Mit dem Artenster­ben zerstören wir unsere eigenen Lebens­grund­lagen:

  • Regen­wäl­der werden abgeholzt
  • die Meere vergiftet
  • Feucht­gebiete tro­cken­gelegt
  • Ackerland zube­toniert

Je stärker wir Menschen in die Natur ein­grei­fen, desto mehr und desto schneller das Artenster­ben. Und wir werden immer mehr Menschen. Zur Zeit Jesu gab es etwa 250 Millionen Menschen. 1800 Jahre später etwa eine Milliarde. Als ich vor 70 Jahren geboren wurde, waren wir 2 Mil­liar­den, heute 6,5 und in 50 Jahren werden etwa 10 Mil­liar­den Menschen auf dieser kleinen Erde leben.

Die Lage ist ernst, aber nicht hoff­nungs­los. "Die Bedin­gun­gen, die Zukunft besser zu gestalten, und die Mög­lich­kei­ten, die Fehler der Ver­gan­gen­heit zu vermeiden, waren nie so gut wie heute", sagt der Evo­luti­ons­bio­loge Josef H. Reichholf.

Nur noch zehn Pflan­zen­arten und fünf Nutz­tier­arten bilden heute die Basis fast der gesamten Wel­ternährung. Noch vor 80 Jahren waren es 100-mal so viele. "Neben dem Kli­mawan­del ist die Erhaltung der Arten­viel­falt unsere dring­lichste Aufgabe", sagt Bun­desum­welt­minis­ter Sigmar Gabriel. Der Unter­schied zwischen beiden Themen: Der Kli­mawan­del wird von vielen als bedroh­lich empfunden, nicht aber das Artenster­ben. Heute vollzieht sich das Artenster­ben etwa 1000-mal schneller als noch vor 200 Jahren.

Haup­tur­sache des Artenster­bens ist die kata­stro­phale Ener­gie­poli­tik und der dadurch bedingte Kli­mawan­del. Täglich ver­bren­nen wir heute durch Kohle, Gas und Erdöl, woran die Natur 500 000 Tage gear­bei­tet hat.

Die Sicherung der Tier- und Pflan­zen­viel­falt und damit der Lebens­qua­lität darf nicht den Inter­essen von Industrie oder Agrar­lobby geopfert werden. Gefragt ist, sagt Land­wirt­schafts­minis­ter Horst Seehofer zu Recht, eine "Renaissance der bäu­erli­chen Land­wirt­schaft" und nicht immer größere Agrar­fabri­ken. Die beste Land­wirt­schaft für den Arten­schutz ist die Bio­land­wirt­schaft.

Biologische Vielfalt erhalten

Bei der Konferenz in Bonn soll es darum gehen, bis 2010 weltweit das Artenster­ben deutlich zu redu­zie­ren: Die bio­logi­sche Vielfalt soll auch für künftige Gene­ratio­nen erhalten werden, sie soll nach­hal­tig genutzt werden und die Nutzung soll möglichst gerecht zwischen armen und reichen Völkern möglich sein.

Die Welt erwartet vom Gast­geber­land Deutsch­land zu Recht eine Vor­bild­funk­tion beim Über­lebensthema Arten­schutz. Sch­ließ­lich hat Deutsch­land bei den Arten- und Lebens­räu­men die höchste Gefähr­dungs­rate in ganz Europa: 40 Prozent der ein­hei­mischen Tierarten sind bestands­gefähr­det oder bereits extrem selten, und fast die Hälfte der Pflan­zen­gesell­schaf­ten ist gefährdet. Von den Lebens­räu­men sind gar 72 Prozent gefährdet.

Für viele Deutsche ist Arten­schutz identisch mit dem Schutz von Elefanten in Afrika oder Walen in Japan. Warum aber soll Afrika Elefanten schützen, wenn Bayern den ersten Bären gleich abschießt, der sich hier wieder blicken ließ?"

Nächste Folge: Regen­wal­dist der Quell der Vielfalt

Buchtipp: Franz Alt: "Sonnige Aus­sich­ten - wie Kli­maschutz zum Gewinn für alle wird", 239 Seiten, 19,95 Euro


http://rhein-zeitung.de/on/08/05/20/news/r/rzserie-artenschutz/aschutz-1.html
Dienstag, 20. Mai 2008, 13:39 © RZ-Online (to)
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