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Wittener Medizinmodell: Näher dran am Patienten

Witten - „Mein erster Stu­dien­tag begann um 6.00 Uhr morgens mit dem Pfle­geprak­tikum auf der Station, wo ich mir von meinen Kom­mili­tonen zunächst die Zähne putzen lassen musste”, erzählt Martin Butzlaff.

Privatuniversität Witten/Herdecke

Medizinstudenten der Uni Witten/Her­decke in Witten dis­kutie­ren über die Com­puter-Tomo­gra­phie eines Gehirns. (Bild: dpa)

Der frühere Student Butzlaff ist heute Medi­zin­dekan an Deutsch­lands erster Pri­vatu­niver­sität Witten/Her­decke. „Wir sollten eine Idee davon bekom­men, wie so was geht und wie hilflos und dämlich man sich dabei fühlt, und wir sollten das wech­sel­sei­tig üben.” Die Aus­bil­dung näher an den Men­schen und an die medi­zini­sche Rea­lität zu bringen, das war das Ziel der Hoch­schul­grün­der.

Keimzelle der Privatuniversität war das anthro­poso­phisch ori­entierte Gemein­schafts­kran­ken­haus in der Nach­bar­stadt Her­decke am Südo­strand des Ruhr­gebiets. Medi­ziner wie Konrad Schily wollten die Ärz­teaus­bil­dung so nah wie möglich am Pati­enten aus­rich­ten. Am 1. Mai 1983 nahm der als revo­lutionär ange­sehene Stu­dien­gang Human­medi­zin in Witten seinen Betrieb auf und mit ihm die erste deut­sche Pri­vatu­niver­sität.

Die Stu­den­ten erst am Ende der Aus­bil­dung in einem Uni­kli­nikum vor vollen­dete Tat­sachen zu stellen - also vor die Pati­enten, das wollten die Ini­tia­toren aus Witten/Her­decke nicht. Für sie spie­gelt außer­dem die kleine Pati­enten­schar an Uni­kli­niken nicht die ganze medi­zini­sche Wirk­lich­keit wider. „Wenn man die Aus­bil­dung aus­sch­ließ­lich auf Uni­kli­niken fokus­siert, wird ein ganz großer Teil der Medizin aus­geblen­det”, sagt Butzlaff.

Der Verzicht auf Ausbildung in einem hoch­wis­sen­schaft­lich gepräg­ten Uni­kli­nikum und der geringe Anteil eigener For­schung brachte die Wit­tener aller­dings in exis­ten­zielle Schwie­rig­kei­ten. Der Deut­sche Wis­sen­schafts­rat ver­langte mehr For­schung und eine Ver­bes­serung der Aus­bil­dung an der Pri­vatu­niver­sität. Neue Stu­den­ten sollten solange nicht mehr auf­genom­men werden, bis die Schwächen in der Human­medi­zin behoben seien. Der Vor­sit­zende des Rates, Pro­fes­sor Karl Max Ein­häupl, riet sogar, den Aus­bil­dungs­zweig ganz auf­zuge­ben.

Die Uni dachte aber nicht an Aufgabe. Sie stellte ein neues Konzept auf, plant neue Lehr­stühle und ergänzt die Aus­bil­dung durch Ein­bezug des Helios-Uni­kli­nikums in Wup­per­tal. Der Rat und das Landes-Wis­sen­schafts­minis­terium akzep­tier­ten das Konzept. Darüber hinaus wendete die Uni auch das dro­hende finan­zielle Desas­ter ab. Kurz vor der Über­nahme durch den Bil­dungs­kon­zern Stif­tung Reha­bili­tation Hei­del­berg (SRH) erklärte die Düs­sel­dor­fer Bera­tungs­gesell­schaft Droege sich bereit, die Uni mit zwölf Mil­lio­nen Euro zu unter­stüt­zen. Die Hoch­schule ging dabei in eine Stif­tungs­uni­ver­sität über, die als Trä­ger­gesell­schaft fun­giert.

Die Leistungen der Medizinstudenten blieben unge­ach­tet der Verän­derun­gen gut. Obwohl sie zusätz­lich noch in einem „studium fun­damen­tale” geis­tes­wis­sen­schaft­liche Studien absol­vie­ren müssen, dauert ihr Medi­zin­stu­dium mit rund 13 Semes­tern nicht länger als an anderen Unis. Im ver­gan­genen Früh­jahr konnten die Wit­tener beim „Hammer-Examen”, wie die Stu­den­ten die Abschluss­prü­fung respekt­voll nennen, glänzen. Bei den schrift­lichen Ergeb­nisse der neuen bun­des­wei­ten Ärzt­lichen Prüfung schnit­ten sie unter 36 Mediz­infa­kul­täten am besten ab.

In Witten sitzen die Stu­den­ten, die für die Medi­zin­aus­bil­dung 30 000 Euro und 2009 viel­leicht sogar 45 000 Euro bezah­len müssen, nicht mas­sen­haft in Hör­sälen und bekom­men dort Kno­chen­auf­bau und Ner­ven­funk­tio­nen erklärt. Jeweils sechs bis sieben Stu­den­ten dis­kutie­ren statt­des­sen mit ihrem Dozen­ten in kleinen Arbeits­räu­men. Pro­blem­ori­entier­tes Lernen heißt die Devise. Anhand von Fall­bei­spie­len müssen die Jung­medi­ziner Lösun­gen erar­bei­ten. In Prü­fun­gen bekom­men sie auch selten Mul­tiple Choice-Klau­suren mit Lösun­gen zum Ankreu­zen. Auch in Leis­tungs­über­prü­fun­gen wird prak­tisch gear­bei­tet. Da wird zum Bei­spiel ein Patient unter­sucht und ansch­ließend stellen die Stu­den­ten den Pati­enten und seinen Befund vor.

Privatuniversität Witten/Her­decke: www.uni-wh.de Von Wolf­gang Dahl­mann, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/04/30/service/berufbildung/t/rzo421768.html
Mittwoch, 30. April 2008, 9:17 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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