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Sonntag, 17. Dez. 17
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Studenten als „Versuchskaninchen” für Antidepressiva

Berlin - Der Ver­dienst ist hoch - das Risiko aller­dings auch: Immer mehr Stu­den­ten nehmen an Medi­kamen­ten­tests teil.

Symbolfoto Medikamente

Wer an Medi­kamen­ten­tests teil­nimmt, erhält 150 bis 250 Euro pro Tag. (Bild: dpa)

So können sie in kurzer Zeit ihr Budget kräftig auf­bes­sern. Neben­wir­kun­gen sind durch­aus möglich.

35 Tage lang hat sich der 29-jährige Ber­liner in ein Kran­ken­haus­bett gelegt, um ein Anti­depres­sivum zu testen. Der Lohn: 6000 Euro. Ein anderes Mal nahm er als Proband an Tests für ein Schlaf­mit­tel teil und bekam 3500 Euro. Studien mit einem Medi­kament für HIV-Posi­tive und zwei­wöchige Ver­suche mit einem Appe­titzüg­ler brach­ten weitere 3300 Euro. „Da laufen unheim­lich viele Stu­den­ten rum, die dort ihre Haus- oder Diplom­arbei­ten schrei­ben, man hat ja sonst während des mehr­wöchi­gen Auf­ent­halts nichts zu tun”, sagt der Sozi­alar­beit-Student, der anonym bleiben will.

In Zeiten knapper Kassen und immer weniger Zeit für klas­sische Neben­jobs wie Kell­nern und Taxi­fah­ren sind Blut­spen­den und das Ver­din­gen als medi­zini­sche Pro­ban­den unter Stu­den­ten immer stärker gefragt. Von den zehn­tau­sen­den Pro­ban­den in Deutsch­land sind laut einer Schät­zung des Inter­net-Portals „pro­ban­den-studien.de” etwa 60 Prozent Stu­den­ten. „Je nach Aufwand und Länge der Studie werden 150 bis 250 Euro pro Tag bei einem sta­tionären Auf­ent­halt gezahlt”, heißt es dort.

„Ich hatte bisher keine Neben­wir­kun­gen”, berich­tet der 29-jährige Student. Bei der Anti­depres­siva-Studie hätten aber Mit­tes­ter über ein „Strom­schlag-artiges” Stechen im Kopf geklagt. Beim All­gemei­nen Stu­die­ren­den­aus­schuss (AStA) der Uni Köln wird darauf ver­wie­sen, dass es auch „schwarze Schafe” bei den Anbie­tern solcher Studien gibt.

Die Umstel­lung auf Bache­lor- und Mas­ter­stu­diengänge hat das Zeit­bud­get der ange­hen­den Aka­demi­ker in Deutsch­land schmel­zen lassen. Der „Spiegel” spricht von der neuen „Turbo-Uni”. Voll­gestopfte Lehr­pläne, Stu­dien­gebühren von bis zu 500 Euro und teure Mieten machen Pro­ban­den-Jobs attrak­tiv, sagen Stu­den­ten­ver­tre­ter aus den Sozi­alre­fera­ten. Laut der jüngs­ten Sozialer­hebung des Hoch­schu­lin­for­mati­ons­sys­tems (HIS) sank die Zahl der Stu­den­ten, die neben dem Studium jobben - von 66 Prozent 2003 auf 63 Prozent 2006. Die wöchent­liche Arbeits­zeit ver­rin­gerte sich auf 9 Stunden. Pro Stunde ver­die­nen Stu­den­ten im Schnitt 9 Euro - ein Bruch­teil dessen, was sich mit medi­zini­schen Studien rein­holen lässt.

Neben Studien mit stationärem Auf­ent­halt nehmen Stu­den­ten auch an Ernährungs­tests für Diäten teil, die bis zu 60 Euro bringen. Aber auch in der Blut­spen­dezen­trale der Uni­kli­nik Köln ist es morgens rap­pel­voll, Stu­den­ten blät­tern in ihren Semi­nar­unter­lagen. Für einmal Blut abzap­fen bekom­men sie 25 Euro. „Die Zahl der Stu­den­ten, die Blut spenden, ist sehr hoch”, heißt es.

Studenten seien wegen ihrer zeit­lichen Fle­xibi­lität beson­ders gefragt, schreibt „pro­ban­den-studien.de”. An der Ber­liner Charité und beim Phar­makon­zern Bayer Sche­ring wird darauf ver­wie­sen, dass Beruf und sozia­ler Hin­ter­grund bei Pro­ban­den nicht abge­fragt werden. Aber junge Men­schen seien für die Studien, die von einer Woche bis zu zwei Jahren - zum Bei­spiel bei Impf­stof­fen - dauern können, inter­essant. An den schwar­zen Bret­tern der Unis locken Zettel mit dem Hinweis auf gute Bezah­lung zum Testen von Pillen und Phar­maka. Risiken werden offen­sicht­lich in Kauf genom­men.

Beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medi­zin­pro­dukte (BfArM) in Bonn gehen pro Jahr etwa 1200 Anträge für kli­nische Prü­fun­gen ein - nur knapp 2 Prozent werden als zu gefähr­lich abge­lehnt. „Jede Studie muss nach EU-Recht von einer Ethik­kom­mis­sion bewer­tet und von einer Behörde geneh­migt werden”, sagt Thomas Sudhop vom BfArM. „Das Risiko wird - so weit es abzu­sehen ist - mög­lichst stark mini­miert.” Von Georg Ismar, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/05/21/service/berufbildung/t/rzo427193.html
Mittwoch, 21. Mai 2008, 13:16 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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