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Din­gol­fing - Der demo­gra­fische Wandel stellt auch die Indus­trie vor große Her­aus­for­derun­gen. In den Beleg­schaf­ten der Fabri­ken werden künftig immer mehr ältere Arbei­ter sein...

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Autobauer simuliert Arbeitswelt von morgen

Din­gol­fing - Der demo­gra­fische Wandel stellt auch die Indus­trie vor große Her­aus­for­derun­gen.

Sportübung

Physiotherapeutin Daniela Arndt zeigt einem BMW-Mit­arbei­ter in Din­gol­fing (Nie­der­bay­ern) Übungen an einer Spros­sen­wand. (Bild: dpa)

In den Beleg­schaf­ten der Fabri­ken werden künftig immer mehr ältere Arbei­ter sein, schließ­lich steigt auch der Alters­durch­schnitt der Bevöl­kerung an.

Die Unternehmen bekommen es dann ver­stärkt mit Beschäf­tig­ten zu tun, die kleine Schrift nicht mehr gut ent­zif­fern können oder Pro­bleme haben, stun­den­lang neben dem Lauf­band zu stehen. Um die Arbeitsplätze an die Anfor­derun­gen der Älteren anzu­pas­sen, hat BMW in Din­gol­fing ein Pilot­pro­jekt gest­artet. Dort gibt es nun eine Pro­duk­tionss­traße, in der heute schon nach den ange­nom­menen Bedin­gun­gen des Jahres 2018 Achs­getriebe mon­tiert werden.

Dabei sind es eher Klei­nig­kei­ten, die einen Arbeits­platz für Ältere ange­neh­mer machen. So haben die Teil­neh­mer des Pilot­pro­jekts Lupen mit einer zusätz­lichen Beleuch­tung, um die Beschrif­tung auf den Bau­tei­len besser lesen zu können. Die Schrift der Com­puter­moni­tore wurde etwas ver­größert und die in Kopf­höhe ange­brach­ten Bild­schirme zur opti­malen Les­bar­keit etwas geneigt. Deut­lichste Verän­derung ist der Boden. Statt auf nacktem, harten Beton stehen die Mon­teure auf weichem, federn­dem Parkett.

Auch die Sicherheitsschuhe der Mit­arbei­ter sind nun beque­mer. Ein Schus­ter passt jedes Paar indi­vidu­ell dem Gewicht und der Fuß­breite des Arbei­ters an. Damit die Beschäf­tig­ten nicht acht Stunden lang Stehen müssen, hat der Auto­kon­zern spe­zielle Hocker mit einer Sitz­fläche ähnlich eines Reit­sat­tels ange­schafft. „Der Stuhl kommt eigent­lich aus dem Fri­seur­bereich, aber wir haben ihn für unsere Anfor­derun­gen etwas ange­passt”, erklärt der Leiter der Din­gol­fin­ger Achs­getrie­befer­tigung, Helmut Mau­ermann.

Damit die Arbei­ter nicht ermüden oder sich ver­span­nen, gibt es an jedem Arbeits­platz ein Poster mit kleinen Dehnü­bun­gen. Die Mon­teure sollen während ihres Jobs dann immer wieder einmal etwas für ihre Schul­ter­gür­tel­mus­kula­tur, die Unter­arm­mus­keln oder andere Pro­blem­berei­che machen. Manch­mal kommt auch eine Phy­sio­the­rapeu­tin ins Werk und zeigt ein­zel­nen Beschäf­tig­ten zwi­schen­durch an der Spros­sen­wand nebenan Trai­nings­ein­hei­ten. „Wir haben uns über­legt, ob wir wie in Japan kol­lek­tive Übungen machen, aber das würde in Nie­der­bay­ern keine Akzep­tanz finden”, sagt Mau­ermann.

Normalerweise wäre der Alters­durch­schnitt in der Din­gol­fin­ger Achs­getrie­bemon­tage heute 39 Jahre. BMW hat aus­gerech­net, dass der Durch­schnitt im kom­men­den Jahr­zehnt auf 47 Jahre steigen wird. Für das Projekt „Heute für morgen” wurden 38 Beschäf­tigte aus­gesucht, damit sich eine Alter­sstruk­tur ver­gleich­bar mit dem Jahr 2018 ergibt. Dar­unter ist auch der 56-jährige Johann Beisch­mid. Er ist ins­beson­dere von dem neuen Fuß­boden­belag begeis­tert. „Der Holz­boden ist schon gut, dass merkt man abends ganz deut­lich”, sagt er.

Die Kosten für die Umrüs­tung der Arbeitsplätze halten sich nach Angaben von BMW in Grenzen. „Das kostet nicht die Welt”, sagt Mau­ermann. Der neue Arbeits­stuhl habe einen Stück­preis von 200 Euro und die orthopä­dische Anpas­sung eines Schuhs komme auf gerade einmal 20 Euro. „Wir wissen, dass es sich nicht rechnet, nichts zu tun”, meint auch der Leiter des Modell­vor­habens, Michael Pieper. Die Beschäf­tig­ten fühlten sich wohler und würden sel­tener krank, beschreibt er die Vor­teile. „Ältere Mit­arbei­ter werden nicht schlech­ter, aber sie werden anders”, sagt Pieper.

Die Beschäftigten im weltweit größten BMW-Werk, wo fast 21 000 Men­schen arbei­ten, haben die Verän­derun­gen zunächst kri­tisch beäugt. Doch das ist längst vorbei. „Am Anfang waren die Mit­arbei­ter skep­tisch, weil es etwas Neues war, aber inzwi­schen kommt das gut an”, bestätigt Betriebs­rats­vor­sit­zen­der Stefan Schmid. Die BMW- Manager sind vom Konzept nach dem ersten Test eben­falls über­zeugt. Das Modell­vor­haben soll nun auf weitere Stand­orte wie den Moto­ren­bau im öster­rei­chi­schen Steyr oder die Kabel­baum­fer­tigung in Leipzig aus­gedehnt werden. Das Regens­bur­ger Werk hat eben­falls Inter­esse.

Nach den bis­heri­gen Ergeb­nis­sen zahlt sich die Modi­fizie­rung der Pro­duk­tion auch wirt­schaft­lich schnell aus. Beim Start des Pro­jekts im Herbst 2007 wurden in der betrof­fenen Fer­tigungs­straße knapp 4,6 Achs­getriebe pro Mit­arbei­ter und Stunde pro­duziert - ein halbes Jahr später ist der Durch­schnitt bereits auf fast 5,3 gestie­gen. Von Ulf Vogler, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/05/28/service/berufbildung/t/rzo429838.html
Mittwoch, 28. Mai 2008, 12:16 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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