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TuS Koblenz

Plötzlich fehlen 18 Spieler

Düssel­dorf Gedämpfte Stim­mung bei Fußball-Zweit­ligist TuS Koblenz: Vor dem Test­spiel bei Fortuna Düssel­dorf fielen zwölf Spieler wegen eines Magen-Darm-Infek­tes kurz­fris­tig aus.

Dass die TuS gegen den Dritt­ligis­ten verlor, war eher Neben­sache. Heute nun fahren die Koblen­zer ins Trai­nings­lager nach Bad Ber­trich.

Zehn Minuten vor dem Ende der Halb­zeit­pause beschloss Uwe Rapol­der offen­bar, ein wenig Abstand von all den Gescheh­nis­sen um ihn herum zu gewin­nen; zumin­dest, so gut es an diesem Ort eben ging. Der Trainer des Fußball-Zweit­ligis­ten TuS Koblenz kehrte also zur zweiten Hälfte des Test­spiels beim Dritt­ligis­ten Fortuna Düssel­dorf nicht an seinen eigent­lichen Arbeits­platz zurück, sondern überließ seinem Assis­ten­ten Uwe Koschi­nat das Regime an der Sei­ten­linie. Statt­des­sen nahm Rapol­der auf der Tribüne Platz, um das, was er sich auf dem Rasen ansehen musste, beim Konsum eines Ziga­ril­los so erträglich wie möglich zu gestal­ten.

Es war das Gegen­teil eines ange­neh­men Woche­nen­des für das Trai­ner­team der Koblen­zer, welches die Partie gegen Düssel­dorf eigent­lich als Stand­ort­bestim­mung am Ende der ersten Vor­berei­tungs­phase ein­geplant hatte. Dieser Plan hatte jedoch zu einem Zeit­punkt exis­tiert, als man nicht ahnen konnte, dass sich am Freitag vor dem Spiel sage und schreibe zwölf Spieler wegen eines Magen-Darm-Infek­tes krank schrei­ben lassen mussten.

Inklusive der sechs verletzten Akteure Nessos, Vata, Daham, Sukalo, Pektürk und Cha (steht nach einem Ein­griff an der Leiste in dieser Woche wieder zur Verfügung) fehlten Rapol­der damit 18 Akteure; die Reise nach Düssel­dorf trat die TuS mit gerade einmal 13 gesun­den Fußballern an. Dar­unter befan­den sich mit Dominik Mader, Roman Dorosh und Patrick Schmidt drei Nach­wuchskräfte, die primär nicht für den Einsatz in der zweiten Liga vor­gese­hen sind - ange­sichts der gras­sie­ren­den Per­sonal­not mussten auf dem Spiel­berichts­bogen gar Tor­wart­trai­ner Peter Auer sowie Mario Basler ver­merkt werden. Unter dem Gejohle der 1500 Zuschauer kam der Koblen­zer Co-Trainer und frühere Natio­nal­spie­ler gar ab der 58. Minute zum Einsatz.

Was für das Pub­likum zur will­kom­menen Unter­hal­tungs­ein­lage geriet, war für Rapol­der hin­gegen bit­terer Ernst: "Seit drei Wochen bauen wir die Grund­lagen im Herz-Kreis­lauf-System der Spieler auf, die eine ganze Saison lang wichtig sind", sagte der Trainer zur Infek­tion, die sich die Spieler offen­bar am Mitt­woch beim Test­spiel in Worms ein­gefan­gen haben, "die gesamte bis­herige Trai­nings­arbeit droht uns nun kaputt zu gehen."

Bereits am Freitag war angesichts des Aus­falls von zwei Drit­teln der Spieler keine normale Übungs­ein­heit möglich gewesen, statt­des­sen musste bei TuS Koblenz am Woche­nende abge­war­tet werden, wer über­haupt die Abreise ins Trai­nings­lager nach Bad Ber­trich am heu­tigen Montag antre­ten kann. "Wir hoffen auf einen schnel­len Gesun­dungs­pro­zess der Spieler", sagt Rapol­der, "noch sind immer­hin vier Wochen Zeit bis zum ersten Spiel­tag."

Wie sehr TuS Koblenz auf die baldige Gesun­dung der zahl­rei­chen kranken Schlüssel­spie­ler ange­wie­sen ist, offen­barte sich schließlich auch im Verlauf der 90 Minuten im alten Düssel­dor­fer Paul-Janus-Stadion. Der eigent­liche Klas­sen­unter­schied zwi­schen beiden Mann­schaf­ten ver­kehrte sich stel­len­weise zuguns­ten der Gast­geber ins Gegen­teil - zum einen, weil die Fortuna bereits am kom­men­den Woche­nende in die Saison startet und zwei Wochen weiter in der Vor­berei­tung ist.

Vor allem aber offenbarten nicht wenige Spieler der Koblen­zer Notelf gegen den Dritt­ligis­ten auch unter Ein­rech­nung der harten Vor­berei­tungs­wochen fußbal­leri­sche Defi­zite, die sich in zahl­losen Stock­feh­lern und Unge­nau­igkei­ten im Spiel nach vorne nie­der­schlu­gen. "Dieses Spiel war ein Dämpfer, aus dem man wirk­lich gar nichts Posi­tives mit­neh­men kann", sagte Rüdiger Ziehl, "stre­cken­weise haben die uns vorgeführt." Deut­lich wurde auch Rapol­der: "Die Spieler haben zwar gekämpft, aber dem zweiten Anzug fehlt es einfach an Qualität" - ein Urteil, das der Trainer auf Nach­frage durch­aus so pau­schal ver­stan­den wissen wollte. Tatsächlich hätten die Düssel­dor­fer ein, zwei Treffer mehr erzie­len müssen als das einzige Tor des Tages durch Ahmet Cebes 15-Meter-Schuss ins kurze Eck (26.).

Handlungsbedarf sieht der Koblen­zer Trainer vor allem in vor­ders­ter Front, wo Njazi Kuqi nach jet­zigem Stand als ein­ziger gesun­der Stürmer zum Sai­son­start zu Verfügung steht. "Wenn er sich ver­letzt oder außer Form ist, haben wir kaum noch Möglich­kei­ten", sagte Uwe Rapol­der. Weil sich nach der unend­lichen Ver­let­zungs­geschichte von Goran Sukalo auch im defen­siven Mit­tel­feld sowie auf der linken Abwehr­seite ein Mangel an Alter­nati­ven auftut, son­die­ren die Koblen­zer alle finan­ziel­len Möglich­kei­ten, per­sonell noch einmal nach­zubes­sern.

"Der Trainer hat diesen Gedanken zu Recht, aber die Vor­gaben beißen sich an dieser Stelle", sagt TuS-Manager Wolf­gang Loos, "wir müssen die wirt­schaft­lichen Bedin­gun­gen und unsere sport­liche Zweit­liga­taug­lich­keit im Auge behal­ten." Vor allem letz­terer Gedanke umtreibt auch Rapol­der, der in der kom­men­den Woche den Kader auf den rich­tigen Stand bringen will. (Chri­stoph Oster)

RZO


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