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Die Prüfung mit der Maus: E-Klausuren im Kommen

Mainz An der Mainzer Johan­nes Guten­berg-Uni­ver­sität schwit­zen viele Stu­den­ten über Klau­suren der beson­deren Art: Statt Papier und Stift sind Com­puter, Bild­schirm und Tasta­tur das Hand­werks­zeug der Prüflinge. E-Klausur heißt das im Fach­jar­gon.

Unter den Stu­den­ten sitzt auch Barbara Spies (25). Sie schreibt heute nicht nur eine Prüfung in Arbeits-, Orga­nisa­tions- und Wirt­schafts­psy­cho­logie, sondern auch die 25 000. E-Klausur der Uni­ver­sität. Damit liegen die Mainzer beim Einsatz von E-Klau­suren bun­des­weit vorn.

Im Wintersemester 2004/2005 wurde die neue Prüfungs­methode in Mainz zum ersten Mal ein­gesetzt. «Seitdem hat sich das System her­vor­ragend ent­wickelt», meint der Vizepräsident der Uni­ver­sität, Johan­nes Preuß. «Mit der ersten Klausur haben wir noch das Rechen­zen­trum in die Knie gezwun­gen», erin­nert er sich. Inzwi­schen setzten nahezu alle Fach­berei­che E-Lear­ning-Module ein und nähmen die Möglich­kei­ten der elek­tro­nischen Tests wahr.

Rund 10 000 E-Klau­suren wurden im ver­gan­genen Semes­ter in die Rechner getippt, und es sollen mehr werden. Durch die Einführung der neuen Bache­lor- und Mas­ter­stu­diengänge rechnet die Uni­ver­sität im nächsten Semes­ter mit bis zu 75 000 Prüfungen. Hier könne die neue Prüfungs­form erheb­lich zur Ent­las­tung bei­tra­gen. «Es braucht für eine E-Klausur mehr Vor­berei­tung, doch dafür kann enorm Zeit bei der Kor­rek­tur gespart werden», sagt Klaus Merle, Leiter des Zen­trums für Daten­ver­arbei­tung der Uni­ver­sität. Teil­weise erhal­ten die Stu­den­ten ihre Prüfungs­ergeb­nisse direkt nach der Klausur, ansons­ten im Nor­mal­fall inner­halb einer Woche. Hierin sieht der Psy­cho­logie-Pro­fes­sor Chris­tian Dormann auch noch einen anderen Vorteil: «Das schnelle Feed­back unterstützt auch das Lernen am besten.»

Insgesamt rund 1,3 Millionen Euro wurden seit Einführung vor vier Jahren in neue Hard­ware, Com­puterräume und E-Lear­ning-Pro­jekte inves­tiert. Etwa 400 Rech­ner­arbeitsplätze stehen für die E-Klau­suren zur Verfügung, rund zehn Prozent der Prüfungen an der Johan­nes Guten­berg-Uni­ver­sität werden derzeit in elek­tro­nischer Form abge­nom­men. «Wir hoffen, dass es in Zukunft mehr werden», sagt Preuß. Kom­plett erset­zen wird die E-Klausur die herkömmli­chen Prüfungs­metho­den jedoch erstmal nicht: «Selbst­verständlich kann man nicht alles mit dieser Prüfungs­art prüfen», sagt Dormann, Prüfungen von Ange­sicht zu Ange­sicht werde es immer geben.

Die Mei­nun­gen der Stu­den­ten zu der neuen Methode sind indes geteilt. Kri­tik­punkt sind unter anderem Fragen, die reines Wissen anstelle von Verständnis abfrag­ten. Das For­mulie­ren der Fragen ist der zei­tin­ten­sivste Teil der Vor­berei­tung, «an manchen Fragen haben wir stun­den­lang gebas­telt», sagt auch Preuß. Pro­fes­soren, die zum ersten Mal eine E-Klausur abhiel­ten, «muss Wissen gezielt wei­ter­gege­ben werden und eine Hilfs­kraft zur Seite gestellt werden», meint Merle. Für die Zukunft sei zudem eine zen­trale Bewer­tung der E- Klau­suren durch die Stu­die­ren­den geplant.

Barbara Spies fand ihre erste E-Klausur «nicht unan­geneh­mer als mit Papier und Blei­stift». «Richtig klasse fand ich, dass sofort die Ergeb­nisse da waren», sagt sie. Direkt nach der Prüfung konnte sie am Bild­schirm ihr Ergeb­nis ablesen, erzählt die Psy­cho­logie­stu­den­tin - sie hat bestan­den. In Raum N33 brummen kurz nach der Klausur wieder die Rechner, Son­nen­licht sickert durch die Dach­fens­ter. Die Tasta­turen kla­ckern, ver­ein­zelt sitzen Stu­den­ten auf Holz­drehstühlen vor den Bild­schir­men, lernen, surfen im Inter­net. An der Tür hängt der Bele­gungs­plan: Am 8. August wird hier die nächste Klausur mit der Maus statt­fin­den, dann wird in Radio­logie geprüft. Von Laura Schoen, dpa

dpa-infocom


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