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Debakel: Deutsche Springreiter ohne Team-Medaille

Hongkong Als die US-Amerikaner enthusiastisch ihr Gold feierten, stapften die deutschen Springreiter nach ihrem Debakel mit langen Gesichtern in den Stall.

Statt des erhofften Edelmetalls gab es mit Platz fünf die größte Enttäuschung seit Jahren.

«Man muss deutlich sagen, wir haben total versagt», kommentierte der viermalige Olympiasieger Luder Beerbaum die Pleite mit klaren Worten. Trotz einer weiteren Enttäuschung nach WM und EM wird es aber keine Trainer-Diskussion geben, wie Verbands-Generalsekretär Hanfried Haring versicherte: «Die Frage stellt sich uns nicht. Das ist uns viel zu einfach und wäre dumm.»

Trainer Kurt Gravemeier stand in Hongkong fassungslos da, genau wie seine vier Reiter. «Das ist die bitterste Niederlage meiner Karriere», gestand der von der Niederlage gezeichnete Coach, der weiter sicher im Sattel sitzt. «Ich habe schon auf Gold gehofft. Ich stehe auch lieber mit einer Medaille da.» Eine Erklärung hatte er nicht zu bieten. Auffällig war aber, dass die Teams mit den zuletzt angereisten Pferden gewannen. Die USA setzte sich im Stechen gegen die unerwartet starken Kanadier durch. Dritter wurde noch überraschender Norwegen. Verbands-Boss Breido Graf zu Rantzau sagte: «Eins ist klar, die Amerikaner sind als Letzte angekommen.» Aber sie wurden Erster.

Die deutschen Pferde waren hingegen schon vor knapp drei Wochen ins feucht-warme Hongkong gereist. «Wir könnten auch noch drei Tage reiten. Dann käme auch nichts dabei raus», klagte Beerbaum und forderte eine Aufarbeitung. «Das ging voll und ganz in die Hose, das lässt sich nicht beschönigen», sagte Marco Kutscher (Riesenbeck), der mit Cornet Obolensky in insgesamt drei Runden sage und schreibe 38 Strafpunkte sammelte und das Einzel-Finale der besten 35 mit Platz 43 klar verpasste.

«Cornet war ein totaler Aussetzer. Die anderen waren wenigstens gut», sagte Gravemeier. Immerhin schafften Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) mit Shutterfly (16.), Christian Ahlmann (Marl) mit Cöster (31.) und Ludger Beerbaum mit All Inclusive (33.) den Sprung ins Einzel-Finale. Ein Trost: Dann geht es wieder bei Null los. «Ich hoffe, er kann sich ein bisschen steigern», sagte Michaels-Beerbaum über ihren Wallach.

Im Mannschafts-Wettbewerb versäumten die Topfavoriten nach dem völlig verpatzten Auftakt die Wiedergutmachung und mussten den anderen beim Feiern zusehen. Auch eine Videoanalyse ihrer verkorksten Ritte brachte offenbar nicht mehr die notwendigen Erkenntnisse. Mit 34 Strafpunkten waren die erfolgsverwöhnten Deutschen so schlecht wie lange nicht mehr.

«Das ist natürlich enttäuschend», sagte Ahlmann, der in seinem ersten Frust seinen Reithelm auf den Boden gedonnert hatte. «Es lief bei uns allen nicht, bei jedem Paar gab es in diesen Tagen Probleme.» Das Desaster hatte sich in der Tat angekündigt. Dass die deutsche Mannschaft überhaupt in der Schlussrunde mitmachen durfte, hatte sie am Vorabend dem Australier Matt Williams zu verdanken. Der letzte Reiter des Außenseiter-Teams verhalf den strauchelnden Favoriten nach einem Abwurf zum Sprung in die zweite Runde. «Es gab sogar die theoretische Chance, noch um die Medaillen zu reiten», analysierte Beerbaum. Mit drei Nullrunden wären die deutschen Springreiter tatsächlich ins Stechen mit den beiden nordamerikanischen Teams gekommen. Doch davon waren sie weit entfernt.

Die deutschen Springreiter hatten bereits in der ersten Einzel-Qualifikation schwer enttäuscht und aufgrund einer unverständlichen Taktik mit langsamen Ritten reichlich Strafpunkte gesammelt, so dass es in den insgesamt acht Runden vor dem letzten Tag des Mannschafts-Wettbewerbes keine einzige fehlerfreie Runde gab. «Das geht natürlich nicht», sagte Gravemeier: «Aber ich habe keine Erklärung dafür.»

dpa-infocom


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