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Von Schloss zu Schloss entlang der Loire

Blois Wer träumt nicht von einem Leben im Schloss? An der Loire in Frank­reich kann dieser Traum wahr werden: Morgens können Tou­ris­ten die Renaissance-Paläste besich­tigen, durch deren Parks strei­fen und sich nachts in einem Schlösschen königlich betten.

Viele Schlösser bei Tag und bei Nacht erleben - kaum irgendwo geht das so gut wie an der Loire. Wenn es Nacht wird in Blois, ver­sam­meln sich viele Men­schen im Schloss­hof im Zentrum der Stadt. Die «Son-Lumière-Aufführung», eine Schau aus Licht­pro­jek­tio­nen an den Fassa­den, Musik und Erzählung lässt dort viele Dramen, Kriege und Geheim­nisse des Hofes auf­leben. Gleich beim Eingang über dem Portal begrüßt König Ludwig XII. die Besu­cher als Rei­ter­stand­bild. «Blois war einst könig­liche Haup­tre­sidenz», erzählt Cathe­rine Gar­rigon und zeigt auf die gemeißelten Lilien auf den Säulen, das Emblem der französischen Könige. Dann schrei­tet die Schlossführerin den acht­ecki­gen Trep­pen­turm hinauf, der sich spiralförmig nach oben windet.

Hofstaat und Adel ließen sich im Tal der Loire auch wegen seiner Naturschönheit nieder. Die Fluss­land­schaft hat sich viel an Ursprünglich­keit erhal­ten. Ähnlich wie ein Schloss­besuch wirkt ein Spa­zier­gang durch die wild bewach­senen Uferauen wie ein Fla­nie­ren durch ver­gan­gene Zeiten. Vögel bevölkern die Sandbänke im Wasser. Frank­reichs längster Fluss wurde nie begra­digt oder kana­lisiert.

Ein belieb­tes Ziel ist heute das Château de Chau­mont-sur-Loire. Dort spa­zie­ren im Sommer aller­dings mehr Men­schen durch die Gärten, als dass sie über die Zugbrücke die Anlage aus dem 15. Jahr­hun­dert betre­ten. Beides zusam­men bildet einen starken Gegen­satz: Hier steht die spar­tanisch ein­gerich­tete Burg - dort sind die üppigen, fan­tasie­vol­len Gärten zu bewun­dern. «Das Fes­tival des Jardins, unser Inter­natio­nales Gar­ten­fes­tival, wurde 1992 gegründet», erläutert die Führerin Julie Cabe­doce. «Künstler aus der ganzen Welt gestal­ten moderne Gärten jedes Jahr aufs Neue und immer unter einem anderen Motto.» Das Thema 2008 lautet «Gärten der Teilung». Damit ist das Teilen zwi­schen Mensch und Natur gemeint, aber auch das Teilen von Erfah­run­gen im Garten, von Schönheit, Farbe, Licht und Schat­ten.

Im Park von Château Chenonceaux sind dagegen zwei typi­sche Renaissance-Gärten zu besich­tigen: Einer wurde von der Königin Katha­rina von Medici ange­legt, der andere von ihrer Rivalin, der könig­lichen Mätresse Diane de Potiers. Diese Lustgärten mit ihren von Rosen gesäumten Beeten und den geschwun­genen Rasen­mus­tern wirken wie irdi­sche Para­diese, wären da nicht die Besu­cher­mas­sen im Sommer. Auch im Hecken­laby­rinth drängen sich Erwach­sene und Kinder und amüsieren sich königlich.

Das Schloss Che­non­ceaux selbst gilt als eines der herr­lichs­ten Bau­werke in der Loire-Region. Es wirkt als würde es über dem Wasser schwe­ben, denn seine Galerie wurde auf Pfei­lern über den Fluss Cher gebaut, einem Sei­ten­arm der Loire. So erkun­den Tou­ris­ten den Pracht­bau auch vom Boot aus und rudern unter dem Schloss hin­durch. Che­non­ceaux prunkt auf drei Etagen mit Kaminen, Him­mel­bet­ten und Gemälden. Im Unter­bau befin­det sich eine große Renaissance-Küche. Sie ist voll ein­gerich­tet, so als würde gleich ein Regis­seur rufen: «Film ab!». Bei einem nächt­lichen Spa­zier­gang mit his­tori­scher Musik fällt es leicht, sich die rau­schen­den Feste der Ver­gan­gen­heit vor­zustel­len.

Ein weiteres Schloss ist Château de Che­verny südlich der Loire. Es verfügt über viele Ori­ginalmöbel - eine Sel­ten­heit an der Loire, weil die Möbelstücke früher auf Reisen mit­genom­men wurden. Hier aber wirken die Gemächer, als wären sie gestern noch benutzt worden. Die Wände sind mit Leder bespannt, mit Wand­tep­pichen und Gobe­linen geschmückt.

Als Krönung aller Schlösser an der Loire gilt Château Cham­bord. Das Renaissance-Bauwerk ist so groß, dass sich mancher Besu­cher darin verläuft. Das Schloss ist 156 Meter lang, 56 Meter hoch und hat mehr als 420 Räume. Selbst das Dach mit seinen vielen Türmchen und Kaminen bietet genug Platz zum Her­umspa­zie­ren. Trotz­dem wirkt die Anlage ver­spielt wie ein Märchen­schloss.

Im 18. Jahrhundert gehörte Chambord dem Mar­schall Moritz von Sachsen. Für mehr als 200 Pferde ließ er hier Stal­lun­gen bauen, in denen heute far­ben­frohe Rei­ter­spek­takel der Hohen Schule statt­fin­den. Cham­bord liegt inmit­ten eines Wild­schutz­gebie­tes, das so groß ist wie die Innen­stadt von Paris. Eine 32 Kilo­meter lange Mauer umgibt die Anlage, in der sich Hirsche und Wild­schweine tummeln.

Und dann wird es wieder Nacht, Musik erklingt vor der Fassade. Die Stunde schlägt für «Les Clairs de Lune», das Licht­spek­takel von Cham­bord. Es führt die Zuschauer zurück in die Zeit der Renaissance und zieht sie in eine Welt der Feste und des Prunks. Einen Hauch von diesem höfischen Glanz können Besu­cher heute noch erha­schen.

Informationen: Maison de la France , Zep­peli­nal­lee 37, 60325 Frank­furt, Telefon: 0900/157 00 25 (für 49 Cent pro Minute), Comité Régional du Tou­risme Centre, Telefon von Deutsch­land: 0033/2/38 79 95 28

Offi­zielle Tou­ris­mus-Seite für Frank­reich: www.fran­ceguide.com

Die Schlösser im Loi­retal: www.visa­loire.com Von Daniela David, dpa

dpa-infocom