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Junge Berliner Mode: Pony Maedchen in Treptow

Berlin Sol­datin, Sekretärin oder Bier-Ser­vie­rerin sind nicht gerade ihre Traum­berufe.

Dafür trägt Valena Fürsten­berg umso lieber Kleider mit Sheriff-Abzei­chen, enge Matro­sen­blu­sen oder rot-weiß-gepunk­tete Dirndl-Röcke.

Gerade ist die 30-jährige Designerin aus Kreuz­berg in einen neuen Laden nach Berlin-Treptow gezogen. Ihr Label Pony Maed­chen expan­diert. Seit mehr als einem Jahr gesel­len sich ihre Kleider im Stil von Pin-up-Girls der 40er Jahre zu den krea­tiven Modeläden der Haupt­stadt. Mode in Berlin - das ist nicht nur die große Fashion Week (17. bis 20. Juli), sondern auch eine bunte Szene von Nach­wuchs­desi­gnern.

Valena Fürsten­berg mit ihrem Label Pony Maed­chen ist ein gutes Bei­spiel dafür. Der Pony ist noch da, bedeckt ihre Stirn. Aber die gelernte Schnei­derin, die sich gerne mädchen­haft gibt, ist erwach­sen gewor­den. Die rosa Wände und den Fußboden in Schach­brett­mus­ter hat Fürsten­berg nun ver­las­sen. Das alte Geschäft in der Wran­gel­straße, das sie mit Freun­din Linda Eilers vom «Nähcafé» teilte, war zu klein. Mit ihrer neuen, «dirndl-mäßigen» Kol­lek­tion bleibt Fürsten­berg ihrem Stil treu: Ver­spielt-naiv mit einer unschul­dig-züchtigen Note.

«Berlin ist so bunt, so voller Ideen. Hier inter­essiert es keinen, wie du rumläufst», sagt Fürsten­berg. Die Haupt­stadt sei eine Mode­metro­pole, «deutsch­land­weit ein­malig». Kein Wunder also, dass es sie vor neun Jahren aus dem Norden der Repu­blik in die «Viel­falt Berlins» zog. Kurz vorm Abitur schmeißt sie die Schule, packt ihre Koffer und zieht zur «Selbst­ver­wirk­lichung» aus Kiel weg. In der Haupt­stadt beginnt sie eine Schnei­der­lehre: «Das Hand­werk muss sitzen, die Ideen kommen von alleine». Sie macht ihr Abi nach und beginnt ein Studium der Wirt­schafts­kom­muni­kation.

Nebenher deko­riert sie zwei Jahre lang einen Stand auf der «Spirit of Fashion»-Messe. Kaum das Abschluss­zeug­nis in der Hand, bekommt sie das Angebot, ihre eigenen Kleider bei der Ber­liner Mode­messe aus­zustel­len. In drei Monaten schnei­dert sie ihre Uniform-Kol­lek­tion, die sich bis heute in den Größen S bis XL für bis zu 169 Euro pro Kleid ver­kauft. «Uni­for­men wird es immer geben. Das sind zeit­lose Klas­siker», sagt die 30-Jährige, die ihre Desi­gner­kar­riere im Januar 2007 im Wohn­zim­mer ihres Geschäfts­part­ners Oliver Haus­mann begann.

Das Fach-Magazin «Women's Wear Daily» nannte die Pony-Maed­chen-Kol­lek­tion im Novem­ber 2007 «Hard­core-Weib­lich­keit». Ob Schulmädchen­uni­for­men aus Japan oder Gou­ver­nan­ten­klei­der in Hell­blau - «weib­lich betont» müsse die Klei­dung für Frauen sein, findet die Desi­gne­rin. Wert legt Valena Fürsten­berg darauf, dass ihre Kol­lek­tio­nen hier­zulande geschnei­dert werden - und nicht in Asien.

Das Labe im Netz: www.pony­maed­chen.de Von Inna Hart­wich, dpa

dpa-infocom