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Jugend

Fünf Jahre Popakademie in Mannheim

Mann­heim Es sind hek­tische Tage an der Hoch­schule. Das Semes­ter ist beendet und die Prüfungen stehen an.

Nervös präsen­tie­ren die jungen Musiker ihr Können - solo und als Band. Soul, Pop, Rock und Hiphop erschallt in den Fluren.

Rund 170 Nachwuchskünstler zeigen , was sie gelernt haben. Für Geburts­tags-Parties ist da eigent­lich kein Platz. Doch Deutsch­lands erste und bislang einzige Pop­aka­demie wird fünf Jahre - und das soll gefei­ert werden: Am 18. Juli im «Capitol» in Mann­heim mit einem Semes­ter­abschluss­kon­zert. «Das wird ein sehr span­nen­der Abend», sagt der Macher der Pop­aka­demie, Pro­fes­sor Udo Dahmen. Alle Bands aus derzeit drei Jahrgängen werden sich präsen­tie­ren - mehr als 20 werden es sein. Pop­aka­demie im Zeitraf­fer.

Dahmen, selbst gelern­ter Schlag­zeu­ger, hat maßgeblich zum Ent­ste­hen der in Deutsch­land ein­zig­arti­gen Hoch­schule bei­getra­gen und prägt ihre Geschichte als künst­leri­sche Direk­tor und Leiter des Stu­dien­gan­ges Pop­musik­design. An seiner Seite steht Hubert Wandjo, Busi­ness Direk­tor und Leiter der Stu­dien­gan­ges Musik­design. Der gebürtige Pfälzer und gelernte Kauf­mann ist nach Jahren bei Bran­chen­rie­sen wie Sony Music auf Bitten seines Freun­des Xavier Naidoo - einem der treues­ten Unterstützer der Aka­demie in seiner Hei­mat­stadt - nach Mann­heim zurückge­kehrt und bei der Pop­aka­demie ein­gestie­gen. Ihr Ziel: Musiker und Musik­mana­ger für den Markt aus­bil­den. Rund 500 Euro kostet das die Stu­den­ten pro Semes­ter. 55 werden jährlich ange­nom­men, mehr als 500 junge Men­schen bewer­ben sich jeweils dafür.

Die Hochschule zieht nach den ersten fünf Jahren eine posi­tive Bilanz: «Unser Konzept ist auf­gegan­gen», sagt Dahmen. «Unsere starke prak­tische Aus­bil­dung wird in der Branche geschätzt», ergänzt Wandjo. Knapp 70 Prozent der bis­heri­gen Musik­busi­ness-Stu­den­ten haben nach Angaben der Aka­demie eine feste Anstel­lung in nam­haf­ten Unter­neh­men wie Uni­ver­sal Music und etwa 20 Prozent eine eigene Firma gegründet.

Kritik, es mangele an Stars, weist Dahmen zurück: «Wir bilden für den Regel­fall aus - nicht für die Aus­nah­men.» Ziel sei die Aus­bil­dung für einen künst­leri­schen Arbeits­markt. «Wir haben nie gesagt, wir ent­wickeln Pop­stars», betont der 57-Jährige. Was nicht heißt, dass die Macher der Mann­hei­mer Hoch­schule Stars und Kommerz gene­rell ablehn­ten. «Wir bilden erstmal aus - wenn dabei dann Stars ent­ste­hen, ist das sehr schön.»

Die Hochschule in dem kleinen Würfel am alten Mann­hei­mer Hafen kann aber durch­aus auch im künst­leri­schen Bereich Erfolge vor­wei­sen: Kon­stan­tin Gropper mit seiner Band Get Well Soon star­tete Anfang diese Jahres durch und wurde in der inter­natio­nalen Musik­presse für sein erstes Album «Rest Now, Weary Head!» gefei­ert. Die irische Gast­stu­den­tin Wallis Bird sicherte sich ein festes Live-Pub­likum und wird gema­nagt von einem Absol­ven­ten der Aka­demie, Peter Putz. Song­wri­terin Johanna Zeul, die auf einem selbst gegründeten Label ihr Debüt «Album No 1» gab, gilt in der Branche als große neue Ent­deckung des Pop. Die Glam­rock­band My Baby wants to eat your pussy besticht mit einer spek­takulären Bühnen­schau und brachte im Mai ihr Debütalbum auf den Markt.

Die Band Revol­ver­held ist ein wei­terer bekann­ter Name. Mit der Fußball-Hymne «Helden 2008» hat sie es aus dem Band­pool der Aka­demie in die Top 10 geschafft. Aus Sicht der Hoch­schule einer der Beweise dafür, dass das Netz­werk funk­tio­niert. In dem Pool werden Neu­linge mit Ambi­tio­nen 18 Monate lang gezielt geschult. Eine eigene Künst­ler­aka­demie sorgt zudem für Ver­mitt­lun­gen in die Branche - ob als Gitar­rist in einer Band, als Begleit­musik für fest­liche Anlässe oder für Auf­trags­pro­duk­tio­nen. «Auf diese Weise konnten wir zahl­rei­che Musiker an nam­hafte Künstler ver­mit­telt», berich­tet Wandjo und nennt Namen wie Rosen­stolz oder Sarah Bright­man.

Stimmen ehemaliger Absolventen bestätigen den Ansatz: «Die Pop­aka­demie war eine Platt­form, wo man Gleich­gesinnte ken­nen­ler­nen konnte», sagt der Manager Putz. Als gute Vor­berei­tung auf das Leben als Musiker emp­fin­det Kon­stan­tin Gropper seine Zeit in Mann­heim.

Dahmen und Wandjo wollen den beschrit­tenen Weg wei­ter­gehen. «Nun geht es darum, die Netz­werke inter­natio­naler zu gestal­ten», sagt Dahmen und nennt China und die USA. Wandjo hat die Digi­tale Welt im Blick - und die For­schung. «Zurzeit sind wir sehr pra­xis­ori­entiert. Künftig wollen wir die Ent­wick­lung der Musik­bran­che auch wis­sen­schaft­lich genauer unter die Lupe nehmen.» Für 2010 sind Mas­ter­stu­diengänge mit 20 Plätzen in diesem Bereich geplant.

Weitere Infor­matio­nen: www.pop­aka­demie.de Von Marion van der Kraats, dpa

dpa-infocom