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Messe OutDoor: High-Tech und Natur Hand in Hand

Fried­richs­hafen Was tun, wenn mitten auf dem Berg das Handy seinen Geist aufgibt? Einfach den Ruck­sack mit den Solar­zel­len in die Sonne halten, dann klappt's auch mit dem Tele­fonie­ren wieder.

Und dank der ColdBlack-Tech­nolo­gie heizt die Beklei­dung bei Son­nen­schein nicht so stark auf wie früher. Hinzu kommt, dass das T-Shirt aus reiner Bren­nes­sel-Faser ange­nehm kühl ist. High-Tech und Ökologie bilden, wenn es nach der Messe OutDoor (17. bis 20. Juli) in Fried­richs­hafen am Boden­see geht, anschei­nend keinen Wider­spruch.

Hier bestellen die Händler aus ganz Europa ihre Neu­hei­ten für die Saison 2009 und es bedurfte gar nicht des zen­tra­len Leit­mot­tos «Nach­hal­tig­keit und Ökologie» des europäischen Outdoor-Ver­ban­des (EOG), um einen Boom an umwelt­freund­lichen oder recy­cel­ten Pro­duk­ten auf den Markt zu werfen. Wer wandert - dies tun allein in Deutsch­land rund 27 Mil­lio­nen Men­schen -, klet­tert oder zeltet, dürfte von vorn­her­ein recht offen für «grüne Lösungen» sein. Und wenn diese dann noch im Gewand von ökolo­gisch kor­rek­ten Solar­zel­len daher­kom­men, dann wandern High-Tech und Natur sozu­sagen Hand in Hand.

«Outdoor ist Natur pur» sagt die Mes­sege­sell­schaft und ist stolz, dass viele der rund 800 Her­stel­ler verstärkt hoch­wer­tige und lang­lebige Güter pro­duzie­ren - und sei es so etwas kurio­ses wie ein USB-Stick mit Bam­bus­gehäuse. Aber selbst ein großer Konzern wie der US-Kof­fer­her­stel­ler Sam­sonite präsen­tiert am Boden­see eine Ruck­sack- und Trolley-Serie aus 100 Prozent Recy­cling-Mate­rial.

Dass angesichts der steigenden Öl- und Ener­gie­preise die Rei­sebran­che vor mögli­cher­weise großen Umwälzungen steht, weiß auch die EOG mit ihrem schwei­zeri­schen Präsiden­ten Rolf G. Schmid. «Die Idee, die land­schaft­liche Schönheit des eigenen Landes zu ent­decken, statt ins Ausland zu fliegen, gewinnt an Bedeu­tung. Und tra­ditio­nel­len Outdoor-Aktivitäten wie dem Camping steht ein Come­back bevor», freut sich der Experte. Da kommt die über 10 000 Qua­drat­meter große Zelt­stadt mit 700 Zelten auf dem Mes­segelände gerade recht. Dass die Ölpreise die meist aus auf Öl basie­ren­den Kunst­stoff-Fasern gefer­tig­ten Zelte, Rucksäcke, Schlafsäcke und Schuhe künftig auch ver­teu­ern werden, ist dabei aller­dings ein Schönheits­fleck.

Doch die OutDoor zeigt nicht nur Solar-Lösungen in allen Varia­tio­nen und neue Navi­gati­ons­geräte mit topo­gra­phi­schen Karten, sondern auch Schuhe, deren Mate­rial­fasern dank Plasma-Tech­nolo­gie mit einer «unsicht­baren Maske aus Poly­meren» behan­delt wurden, so dass Flüssig­kei­ten von der Oberfläche einfach abper­len sollen. Wem das zu viel High-Tech ist, kann als radi­kalen Gegen­ent­wurf einen Wan­der­schuh aus echtem Yak-Leder anzie­hen, gefer­tigt in einem tibe­tischen «Tra­diti­ons­betrieb mit höchsten Umwelt- und Sozi­alstan­dards», wie der Impor­teur beteu­ert.

Nicht ohne Grund allerdings belegen Tex­tilien mehr als 50 Prozent des aus­gebuch­ten 75 000 Qua­drat­meter großen Mes­segeländes. Sport und Mode haben sich in den ver­gan­genen Jahren gegen­sei­tig befruch­tet, «Outdoor ist zum Modethema gewor­den», wie Rei­sin­ger sagt. Kein Her­stel­ler, der nicht funk­tio­nelle Ele­mente in die Mode eingeführt hat. Deut­lich wird das bei­spiels­weise bei einem der europäischen Marktführer wie Jack Wolf­skin aus Deutsch­land. «Urban Outdoor» nennt der eine neue Kol­lek­tion, die mit einer Mischung aus Sport­lich­keit und Schick fit machen soll - nicht fürs Gebirge, sondern für den «Dschun­gel Großstadt». Von Frank Heid­mann, dpa

dpa-infocom