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Tanga und Pasta per Knopfdruck: Automaten-Trend

Hamburg Wer hat sie als Kind nicht geliebt: die guten, alten Kau­gum­miau­toma­ten - vor allem, wenn sie neben den bunten Kugeln auch kleine Spiel­zeu­gau­tos oder Fin­ger­ringe aus Plastik aus­spuck­ten.

Früher hingen die Spender an fast jeder Straßenecke, heute sind sie zu einem sel­tenen Anblick gewor­den. Statt­des­sen stehen nun überall Auto­maten, die gleich mehrere Sorten Süßigkei­ten, Limo­naden oder heiße Getränke anbie­ten. Bahnhöfe, Flughäfen, Kan­tinen, Rastplätze und Frei­zeit­parks wären ohne sie undenk­bar. Doch der Trend zum auto­mati­schen Verkauf macht selbst vor Gebetbüchern, Würmern zum Angeln, Regen­schir­men, Werk­zeug oder warmen Fri­kadel­len nicht Halt.

In Japan, dem Land der Automaten , gibt es nichts, das nicht aus den großen Metallkästen gezogen werden kann: lebende Käfer, heißer Sake aus Dosen und getra­gene Mädchen­schlüpfer. «Was die über Auto­maten ver­kau­fen, ist schon fast beängs­tigend», meint Mieke Feld­mann vom Bun­des­ver­band der Deut­schen Vending-Auto­maten­wirt­schaft (BDV) in Köln. Doch Deutsch­land holt langsam auf. Knapp 500 000 Getränke- und Speise-Auto­maten stehen mitt­ler­weile zwi­schen Nordsee und Alpen, allein im ver­gan­genen Jahr kamen rund 38 000 neue dazu.

Verantwortlich dafür ist die To-Go-Kultur. «Der schnell­lebige Mensch möchte da ver­sorgt werden, wo er ist», erklärt Feld­mann diese Ent­wick­lung. Und das heißt schon längst nicht mehr abge­packte Snacks und schnöder Kaffee mit Milch­pul­ver. Mitt­ler­weile gibt es Auto­maten, die Pommes oder Heißwürstchen zube­rei­ten. Ein Unter­neh­men aus Neu-Isen­burg pro­duziert sogar Geräte, die frische Spaghetti mit Tomaten-, Basi­likum oder schar­fer Soße kochen.

Auch andere Nützlichkeiten gibt es aus dem Auto­maten. Zum Sonn­tags­bra­ten bei Oma ein­gela­den und nicht an die Blumen gedacht? Kein Problem: Auf vielen Bahnhöfen, vor Blu­men­geschäften oder in Kran­kenhäusern können Ver­gess­liche frisch gebun­dene Sträuße aus Auto­maten ziehen. In Großbri­tan­nien liefert ein anderer Apparat in einigen Kli­niken auch gleich die pas­sende Vase dazu. Auf einem Fried­hof im nie­der­rhei­nischen Vierden gibt es auf Knopf­druck Grab­ker­zen, auf dem Ham­bur­ger Flug­hafen Mini-Zahnbürsten, auf der Nord­seein­sel Sylt Strand­lektüre und im reg­neri­schen Bergen in Nor­wegen prak­tischer­weise Schirme.

Selbst ein platter Reifen bedeu­tet dank Auto­maten nicht mehr das Ende einer Fahr­rad­tour. Der Rei­fen­her­stel­ler Con­tinen­tal hat bun­des­weit rund 400 aus­gemus­terte Ziga­ret­ten­auto­maten bei Fahr­radhändlern und an belieb­ten Stre­cken auf­gestellt, deren Schubfächer mit den sechs gängigs­ten Schlauchgrößen gefüllt sind. Auch in Öster­reich, Italien, Ungarn, Slo­wenien, in der Schweiz und in den Nie­der­lan­den stehen die Notfall-Kästen. «Die Idee dahin­ter war, Service rund um die Uhr zu bieten», erklärt Ver­triebs­lei­ter Fred Schie­ren­beck.

Allzeit bereit ist auch das Motto des Slip-o-Maten. Sollte der Abend unvor­her­gese­hen mit einem heißen Flirt enden, kann Frau auf der Toi­lette von Bars in Stutt­gart und Berlin schnell den Baum­woll- gegen einen schwar­zen String tau­schen. Während sich Frauen in Irland mit Parfüm aus Auto­maten für ein Date präparie­ren, ziehen Männer schnell noch Kau­gummi und Kondome. Auch auf Mal­lorca helfen die Maschi­nen beim Flirten: In zahl­rei­chen Kneipen und Clubs gibt es Sexual­duft­stoffe für Männer, die die Frauen betören sollen.

In Frank­furt ver­schaf­fen Auto­maten Stu­den­ten sogar einen Job. Jeden Morgen können sie im Stu­den­ten­werk eine Kugel ziehen, deren Nummer ihnen mit Glück einen der begehr­ten Aus­hilfs­jobs zuweist. «Das ist ein uralter Kau­gummi-Automat», sagt die stu­den­tische Hilfs­kraft Fran­ziska Dal­lin­ger. «Der hängt hier bestimmt schon seit 30 Jahren.» Ganz aus der Mode gekom­men sind sie also nicht, die guten, alten Kau­gummi-Auto­maten.

Ersatz für platte Fahr­rad­rei­fen (bun­des­weit): schlaucho­mat.de

Care-Paket für die Nacht (Stutt­gart und Berlin): www.night­delight.net/slip-o-mat.htm

Automat für Studentenjobs: www. studentenwerkfrankfurt.de

Bun­des­ver­band der Deut­schen Vending-Auto­maten­wirt­schaft: www.bdv-vending.de Von Irena Güttel, dpa

dpa-infocom