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Lifestyle

Mode für «Große Größen» zeigt Selbstbewusstsein

Düssel­dorf Kurze Kleider, viel Dekol­leté und auch Quer­strei­fen sind kein Tabu: Bei den «Super­size»-Moden­schauen auf der Düssel­dor­fer Mode­messe Igedo Fashion Fairs sind die Models stämmig und zeigen selbst­bewusst ihre Run­dun­gen.

Frauen mit «Großen Größen» sind in den ver­gan­genen Jahren bei der Mode mutiger gewor­den. Und die Branche hat längst erkannt, dass das Thema wirt­schaft­lich inter­essant ist: Mehr als ein Viertel aller Frauen trägt min­des­tens Größe 44.

«Die Menschen werden nun mal größer und dicker», sagt der Haupt­geschäftsführer des Mode­indus­trie­ver­bands Ger­manFa­shion, Thomas Rasch. «Wir wären ja gera­dezu dämlich, dieser Ent­wick­lung nicht zu folgen.» Rund 85 Aus­stel­ler zeigen bei der bis zum Diens­tag (29. Juli) dau­ern­den Messe Mode aus dem «Super­size»-Bereich - «wahr­schein­lich das größte Angebot in Europa», meint Igedo-Chef Frank Hart­mann.

Die ersten Abtei­lun­gen und Spe­zial­geschäfte für «Große Größen» ent­stan­den vor etwa 15 Jahren. «Viele dieser Läden sind von enttäuschten Ver­brau­che­rin­nen gegründet worden, die sich von dünnen Verkäufe­rin­nen in 'nor­malen Geschäften' her­ablas­send behan­delt fühlten», erzählt der Mither­aus­geber des Übergrößen-Fach­maga­zins «légère», Heinz Gérard. Heute gibt es seiner Schätzung nach in Deutsch­land etwa 40 spe­zia­lisierte Anbie­ter. All­gemeine Beklei­dungshäuser haben zwar häufig die soge­nann­ten Anschlussgrößen 46 und 48 im Sor­timent - doch danach ist oft Schluss, weil dann eine beson­ders inten­sive Bera­tung der Kun­din­nen nötig sei.

«Je größer die Konfektionsgröße , desto ver­schie­dener und for­men­rei­cher sind die Körper­figu­ren», sagt Simone Morlock von den Hohen­stei­ner Insti­tuten, die gerade hun­derte Deut­sche ver­mes­sen, um aus den Daten neue Erkennt­nisse für die Klei­dergrößen zu gewin­nen. So haben Damen mit Größe 54 oft sehr unter­schied­liche «Pro­blem­zonen»: Die eine hat beson­ders breite Hüften, die andere eine aus­ladende Ober­weite. Manche Frauen haben sehr kräftige Obe­rarme, andere nicht. «Das ist für die Mode­her­stel­ler eine große Her­aus­for­derung», sagt Morlock. Der Chef des Deut­schen Mode-Insti­tuts, Gerd Müller-Thom­kins, betont: «Der Kon­sument erwar­tet heute, dass er als indi­vidu­elle Persönlich­keit wahr­genom­men wird - und dazu gehören auch indi­vidu­elle Maße.»

Hier ist die Krea­tivität der Desi­gner gefragt. «Denn man kann nicht einfach jedes Teil unend­lich vergrößern», erläutert Claudia Ollen­hauer-Ries vom des Ver­bands Deut­scher Mode- und Textil- Desi­gner (VDMD). Was in 38 schick ist, sieht nicht unbe­dingt auch in 48 toll aus: Ein T-Shirt in XXXL gleicht oft eher dem Modell «Sack». «Die Frage ist viel­mehr, wie die Klei­dung so gestal­tet werden kann, dass sie Pro­blem­zonen günstig verhüllt und posi­tive Ele­mente her­vor­hebt», sagt die VDMD-Spre­che­rin.

Das beginnt bei der Auswahl der Stoffe , die sich nicht gera­dezu betont um die Run­dun­gen schmie­gen sollten. Muster sollten eher groß- als kleinflächig sein, Hosen in gedeck­ten Farben wirken schlank. In der Saison Frühjahr/Sommer 2009 setzen die Her­stel­ler auf Weiß sowie kräftige Pink-, Gelb- oder Grüntöne. Leinen und andere leichte Mate­ria­lien sind ange­sagt.

Für den Komfort unerlässlich sind varia­ble Bünde und her­aus­nehm­bare Abnäher - beides unauffällig ange­bracht. Auch die Psy­cho­logie spielt eine wich­tige Rolle. Gerade in diesem Segment werde gerne der Trick ange­wandt, die Klei­dungsstücke ein biss­chen großzügiger zuzu­schnei­den, damit zum Bei­spiel jemand möglichst lange in Größe 48 passt, erläutert «légère»-Chef Gérard. «Eine Desi­gne­rin im Große-Größen-Bereich ist eigent­lich eine Zau­berin.» Von Petra Albers, dpa

dpa-infocom