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Kontakt zu Stars gibt es nicht durch Tricks

Berlin Sie machen die beste Musik der Welt, sehen super aus und sind bestimmt total sym­pathisch.

Wenn man sie nur persönlich ken­nen­ler­nen könnte. Der größte Wunsch echter Fans ist es, ihrer Lieb­lings­band einmal ganz nah zu kommen.

Dafür sind viele von ihnen bereit , fast alles zu tun: Vor Kon­zert­hal­len schla­fen, in Hotel­zim­mer ein­drin­gen, sich in den Back­stage-Bereich der Bühne schmug­geln. Doch führen diese Metho­den wirk­lich zum Erfolg? Was muss ein Fan tun, um den ersehn­ten Kontakt zu seinen Stars zu bekom­men? Er muss vor allem Geduld haben und sich gut infor­mie­ren.

Lynn Marzak und Alice Soscak aus Berlin lieben seit drei Jahren die Band Tokio Hotel und ganz beson­ders deren Sänger Bill Kaulitz. «Um ihm kurz in die Augen schauen zu können, würden wir sogar Würmer essen», sagt Alice. Die beiden 15-jährigen Schülerin­nen ließen sich schon aller­hand ein­fal­len, um Bill und seine Band­kol­legen auf sich auf­merk­sam zu machen - bisher aller­dings ohne Erfolg.

Sie schliefen vor dem Hotel der Band und wurden verjagt, bevor Tokio Hotel ein­tra­fen. Sie bas­tel­ten einen 20 Meter langen Fan­brief und brach­ten ihn zu einem Musik­sen­der. Keine Reak­tion. Bei einem Konzert warfen sie sogar ihre Büsten­hal­ter auf die Bühne und schrie­ben sich «Bill, ich will ein Kind von dir» auf die Brüste. Doch auch das bemerkte außer den umste­hen­den Fans niemand. Die einzige Aus­beute der beiden Freun­din­nen: ein hand­geschrie­benes Auto­gramm von Band­mit­glied Tom. «Wir sind langsam frus­triert», sagt Lynn. «Es ist schwer, an die Band her­anzu­kom­men. Und mit ihrem Erfolg im Ausland wird es nicht leich­ter.»

Thorsten Klages kennt die Nöte der Fans. Der 42-Jährige ist bei der Plat­ten­firma Uni­ver­sal für die Inter­net­auf­tritte von Tokio Hotel und allen anderen deut­schen Bands des Kon­zerns zuständig. Er orga­nisiert Live-Chats mit Musi­kern im Inter­net und verlost Back­stage-Besuche und «Meet and Greets», bei denen wenige Glückliche für kurze Zeit mit ihrer bewun­der­ten Band spre­chen dürfen. «Bei sehr bekann­ten Bands können leider nicht alle Fans berücksich­tigt werden», sagt Klages. «Schließlich haben die Musiker auch ein Recht darauf, unge­hin­dert ihrer Arbeit und ihrem Pri­vat­leben nach­gehen zu können.»

Allzu Aufdringliche , die Plat­ten­auf­nah­men und geheime Pro­motion-Termine stürmen, haben daher keine Chance. Der Musik­mana­ger rät Fans, sich in Geduld zu üben und sich gut zu infor­mie­ren: «Auto­gramme bekommt man ganz einfach, indem man einen fran­kier­ten Rückum­schlag an die Plat­ten­firma der Band schickt.» Fanpost und Geschenke gingen nicht ver­loren, beru­higt Klages. Sie würden sowohl vom Mana­gement als auch von der Plat­ten­firma gesam­melt und an die Band wei­ter­gelei­tet. Ob die aller­dings die Grüße der Fans zur Kennt­nis nimmt, hänge von der Masse ab.

Der Musik­mana­ger emp­fiehlt zudem, die Augen nach allen Rich­tun­gen offen zu halten. Auch Musik­sen­der und -Maga­zine ver­anstal­teten regelmäßig Treffen zwi­schen Bands und Fans. Und die Mit­glied­schaft in einem Fanclub könne eben­falls hilf­reich sein: «Das erhöht die Wahr­neh­mung.»

Für diesen Weg hat sich Anna Winko aus Sand­hau­sen bei Hei­del­berg ent­schie­den. Die 23-Jährige ist schon seit zehn Jahren der Ber­liner Punkrock­band Die Ärzte treu. Da sich die erfolg­rei­chen Musiker in der Öffent­lich­keit rar­machen, beschloss sie, beim offi­ziel­len Fanclub der Band mit­zuar­bei­ten. «Wir geben ein Magazin heraus, reisen auf Tour mit und arbei­ten eng mit dem Band­mana­gement zusam­men, um die Fans so schnell wie möglich über alles Wis­sens­werte zu infor­mie­ren», fasst Winko die Auf­gaben des rund 6000 Mit­glie­der starken Fan­clubs zusam­men.

Anna hatte irgend­wann Glück, und das war für sie ein ganz beson­derer Moment: Sie saß in einer Auto­gramm­stunde Bela B., Farin Urlaub und Rodrigo González persönlich gegenüber. «Sie waren noch viel netter, als ich dachte», schwärmt sie.

Solche Sternstunden sind freilich selten, ob man nun Mit­glied eines Fan­clubs ist oder nicht. Die Tokio-Hotel-Freun­din­nen Lynn und Alice aus Berlin trösten sich derweil mit Bettwäsche und jeder Menge Poster. So können sie ihren Stars schon einmal pro­beweise in die Augen schauen, während sie noch auf das große Ver­losungsglück warten. Den Musiker im Blick haben Ein echter Fan sollte in erster Linie am Musiker und nicht an der Pri­vat­per­son inter­essiert sein, sagt Anna Winko vom Fanclub der Ärzte. Pri­vat­fotos der Musiker und Fragen nach deren Wohnort und Lie­bes­leben sind deshalb ihrer Ansicht nach tabu. Von Nina Apin, dpa

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