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Grün, lebendig und beständig - ein Baum als Geschenk

Feuerschützenbostel Als Ingeborg Hornberger überlegte, was sie sich zu ihrem 60. Geburtstag im August wünschen sollte, fiel ihr zunächst nichts ein.

«Ich habe alles, wünsche mir nichts», erzählt die Frau aus Wahlstedt (Schleswig-Holstein).

Doch dann hörte sie von einer neuen Idee. Die Firma GeschenkeWald bietet zusammen mit Waldbesitzern Baumpatenschaften für jeden Anlass - von der Geburt bis zur Hochzeit - an. Für die begeisterte Spaziergängerin und Naturfreundin Hornberger stand schnell fest: «Ich wünsche mir einen Baum.» Im Wildpark Eekholt suchte sie sich eine Buchengruppe aus und bat ihre Freunde um das ungewöhnliche Geschenk. In Niedersachsen öffnete vor wenigen Tagen der erste GeschenkeWald in der Südheide.

Die Idee für den Baum als Geschenk hatte der Landarzt Wolf Kursawe aus Schleswig-Holstein. Was skurril klingt, meint er durchaus ernst. Als Förstersohn sei er in der Nähe der «Bräutigamseiche» bei Eutin aufgewachsen. Dieser Baum hat eine eigene Postanschrift und dient seit langem als Heirats- und Kontaktbörse. «Das hat mich schon als Junge inspiriert - der Baum als Erlebnisraum für Menschen», sagt der 51-Jährige. Vor einem Jahr habe er «mit ein paar Freunden gequatscht, und dann war die Idee da». Er gründete die Firma GeschenkeWald, ließ sich den Begriff markenrechtlich schützen und sucht seither Waldbesitzer, die einen Teil ihrer Bäume als Präsente hergeben wollen und auch Platz zum Pflanzen neuer Bäume haben.

Hans-Jürgen von Harling aus Feuerschützenbostel im Kreis Celle ist einer von ihnen. Er bewirtschaftet 230 Hektar Wald und versucht, seinen Betrieb auf mehrere Standbeine zu stellen. «Für mich ist das Forstwirtschaft einmal andersherum», meint er. «Ich vermiete den Baum und kriege Geld dafür, dass er stehen bleibt.» 125 Bäume von der Hainbuche bis zur Linde stehen in seinem Wald als Geschenk bereit. Einen Baum habe sich eine Firma aus Celle zum Jubiläum gegönnt, und zur Taufe eines Kindes hätten drei Paten Interesse an einem grünen Präsent angemeldet.

Die Preise für ein Baumgeschenk richten sich nach dem Durchmesser des Stammes in Brusthöhe und der Laufzeit der Patenschaft. Zum Beispiel kostet sie für einen 45 Zentimeter dicken Baum für zehn Jahre knapp 300 Euro. 70 Prozent des Geldes bekommt der Waldbesitzer, 30 Prozent erhält die Firma GeschenkeWald, wenn sie sich um die Verwaltung kümmert. Mache dies der Forstwirt selber, bekomme er noch etwas mehr. Bis zu 99 Jahre lang könne ein Baum verschenkt werden, berichtet Firmengründer Kursawe. Das werde vertraglich vereinbart.

Dass über seine Firma die Schenkung des Baumes quasi amtlich mit Brief und Siegel geregelt wird, ist für Kursawe der entscheidende Punkt. Natürlich könne jeder Mensch in jeden x-beliebigen Wald gehen, sich einen Baum aussuchen und ihn für sich als seinen eigenen betrachten. «Und dann wird er gefällt und weg ist er», meint Kursawe. Im GeschenkeWald könne das nicht passieren. «Wenn der Baum durch Vandalismus oder Sturm beschädigt wird, muss der Waldbesitzer für Ersatz sorgen.» Die Wälder seien frei zugänglich und die Beschenkten könnten immer wieder bei ihrem Baum vorbeischauen.

Ingeborg Hornberger hat ihren Baum mit einem Schild mit ihrem Namen und einem lateinischen Spruch versehen lassen. «Wenn wir in Eekholt sind, freuen wir uns, dass wir da vorbeikommen.» Aber nicht das Schild oder das Gefühl, zehn Jahre lang einen Baum zu «besitzen», seien ihr wichtig gewesen. Sie habe sich vor allem vergewissert, dass ein «sehr guter Teil des Geldes Eekholt zu Gute kommt», sagt sie. Ihre Freunde seien «ganz begeistert» von ihrer Idee gewesen: «Sie haben das Gefühl, sie haben wirklich etwas geschenkt.»

Baumpatenschaften für jeden Anlass: www.geschenkewald.de Von Birgit Zimmermann, dpa

dpa-infocom