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Koblenz: Theaterspielzeit beginnt mit Freiluftspaß

Koblenz Man kann nicht zwei Herren gleichzeitig dienen - außer man heißt Truffaldino und entstammt der Komödie "Der Diener zweier Herren". Am Donnerstag, 19.30 Uhr, feiert das Stück von Carlo Goldoni, das 1746 in Mailand uraufgeführt wurde, nun in einer Inszenierung des Stadttheaters Premiere.

Gespielt wird wegen der Umbauarbeiten aber nicht im Großen Haus, sondern nebenan im Innenhof von Deinhard. Mit dieser Komödie beginnt eine ungewöhnliche Spielzeit am Theater der Stadt Koblenz.

Wie allen guten Komödien so liegt auch dem "Diener zweier Herren" eigentlich eine tragische Geschichte zugrunde. Denn es ist die schiere Not, die Truffaldino (gespielt von Maximilian Laprell) dazu zwingt, in einem venezianischen Hotel gleich zwei Arbeitgebern zu dienen: Florindo (Klaus Lehmann) und Beatrice (Madeleine Niesche). "Truffaldino ist eine Unterschichtfigur, die glaubt, einmal im Leben mehr Geld verdienen zu können, die aber dadurch eigentlich immer tiefer in die Misere gerät", sagt Intendantin Annegret Ritzel, die für die Komödie, die an diesem Donnerstag um 19.30 Uhr Premiere feiert, die Kostüme und das Bühnenbild entworfen hat.

Um seinen beiden Herren gerecht zu werden, muss sich Truffaldino dabei nicht nur zerreißen, sondern er muss auch tunlichst vermeiden, dass sie sich näherkommen. Denn Beatrice ist als Mann verkleidet einzig aus dem Grund nach Venedig gereist, um Florindo, den sie eigentlich liebt, nahe zu sein. "Truffaldino kann diese Liebschaft allerdings nicht gefallen, denn sie würde ihn bei seinem kargen Lohn ja um eine Arbeitsstelle bringen", sagt Regisseur Werner Tritzschler.

Goldonis "Diener zweier Herren" weist natürlich auch starke Bezüge zur Commedia dell"Arte auf, das italienische Stegreiftheater mit feststehenden Charakteren. So ist Truffaldino der gelenkige, gefräßige und unverschämte Harlekin, Lombardi (Ulrich Marx) der nur scheingelehrte "Dottore" und de Bisognosi (Olaf Schaeffer) der "Pantalone", ein reicher, älterer Kaufmann, der misstrauisch ist, den man aber trotzdem leicht übers Ohr hauen kann.

Gespielt wird das Stück wegen der Arbeiten an der Obermaschinerie im Großen Haus des Theaters nicht auf der Bühne im Stadttheater, sondern im Innenhof des Deinhard-Geländes. Die Zuschauer sitzen dabei auf einer überdachten Tribüne. "Eine solche Open-Air-Theateraufführung wird danach nicht mehr zu sehen sein, weil im nächsten Jahr der Innenhof des Deinhard-Geländes ja bereits umgebaut wird", erklärt Intendantin Annegret Ritzel die Einmaligkeit dieser Produktion.

Die Aufführung dauert rund zwei Stunden. "Vorher, in der Pause und nachher haben die Zuschauer auch die Möglichkeit, eine Kleinigkeit zu essen", sagt Regisseur Tritzschler. Ein kleiner Snack steht dabei durchaus im Zusammenhang mit der Handlung. Ist doch auch Truffaldino ständig auf der Suche nach Essbarem. Peter Karges

Karten: Tel. 0261/129 28 40. Mit der Komödie beginnt die neue Spielzeit im Stadttheater. Infos über Premieren und Abos unter www.theater-koblenz.de.

RZO