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Kunst

Aktionskünstler Nitsch bekommt eigenes Museum

Neapel Die Stadt Neapel ehrt den österreichischen Aktionskünstler Hermann Nitsch anlässlich seines 70. Geburtstags mit einem Museum.

In einem ehemaligen Elektrizitätswerk aus dem 20. Jahrhundert entsteht in der kampanischen Metropole nach Plänen des Architekten Rosario Boenzi der neue Bau, der am 13. September eröffnet wird. Das «Museo Archivio Laboratorio per le Arti Contemporanee Hermann Nitsch» wird das erste Museum sein, das sich ausschließlich der Dokumentation und Forschung der Aktionen des gebürtigen Wieners widmet. Nitsch ist vor allem durch sogenannte «Schüttbilder» bekannt, die er aus menschlichem oder tierischem Blut und Exkrementen herstellt.

Weltweit berühmt wurde Nitsch auch mit seinen Orgien-Mysterien- Theater-Aktionen mit Hunderten von Beteiligten, die er seit den frühen 60er Jahren unter anderem im Wiener Burgtheater, in New York und in Neapel durchgeführt hat. In Anlehnung an die Antike finden dabei über mehrere Tage dauernde Aktionen statt, während derer archaische, präzivilisatorische Handlungsmuster wie das Aufreißen und Entweiden von Tierkörpern mit liturgisch-religiösen Abläufen verbunden werden.

Das Museo Nitsch in Neapel ist neben dem 2007 eröffneten Hermann Nitsch Museum im niederösterreichischen Mistelbach das zweite Haus, das ausschließlich dem umstrittenen Künstler gewidmet ist. Während in Österreich vor allem größere Exponate und die Aktionsmalerei des OM- Theaters gezeigt werden, möchte das Museo Nitsch in Neapel seinen Besuchern das Mit- und Nacherleben der Aktionen ermöglichen. Im Zentrum steht ein Geruchs-, Geschmacks- und Farblabor.

Der am 29. August 1938 geborene Künstler war zwei Mal auf der documenta in Kassel sowie auf der Biennale in Sydney vertreten. Unter anderem wurde er mit der Goldenen Ehrenmedaille der Stadt Wien (2006) und dem Österreichischen Staatspreis (2006) ausgezeichnet.

dpa-infocom