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50 Jahre Autobahnkirchen in Deutschland

Kassel/Augs­burg Deutsch­lands Auto­bah­nen sind berühmt: Welt­weit weiß man, dass dort - stre­cken­weise - mit durch­getre­tenem Gasfuß ohne Rücksicht auf Tem­pobe­gren­zun­gen gerast werden darf.

Kaum bekannt ist dagegen eine andere Ein­zig­artig­keit rund um die schnel­len Straßen. Denn auch Auto­bahn­kir­chen und -kapel­len sind eine deut­sche Erfin­dung. 32 solcher Kirchen gibt es mitt­ler­weile. Die erste Auto­bahn­kir­che wurde vor 50 Jahren bei Adels­ried an der A8 geweiht.

Autobahn und Kirche ist für viele Auto­fah­rer ein Wider­spruch. Die Schnell­straßen gelten als Mittel zum Zweck, um große Distan­zen möglichst schnell zu überbrücken. Tatsächlich sind die Besu­cher­zah­len der Kirchen ein­drucks­voll. So werden für die bekann­teste Auto­bahn­kir­che an der Raststätte Baden-Baden jährlich laut der Bru­der­hilfe Pax Fami­lienfürsorge in Kassel etwa 200 000 bis 300 000 Besu­cher geschätzt. Der kirch­liche Ver­siche­rer enga­giert sich seit langem für die Auto­bahn­kir­chen. Auch die Auto­bahn­kir­che Him­mels­kron an der Aus­fahrt Bad Berneck an der Auto­bahn München - Berlin hat laut Bru­der­hilfe-Mit­arbei­ter Volker Thorn etwa 100 000 Besu­cher im Jahr.

Angefangen hat die Geschichte der Auto­bahn­kir­chen übrigens nicht in Form eines offi­ziel­len kirch­lichen Enga­gements. Viel­mehr war es der Unter­neh­mer Georg Haindl aus Augs­burg, der den Großteil der Kosten für den Bau der ersten Kirche dieser Art stif­tete. Laut Pater Wolfram Hoyer vom Kura­torium der Auto­bahn­kir­che Adels­ried steck­ten mehrere Motive dahin­ter. «Vor allem ging es Haindl darum, eine Weg­kapelle zu stiften, um die Men­schen an Gott zu erin­nern.»

Die Idee gewann nach der Öffnung des katho­lischen Erst­lings «Maria, Schutz der Rei­sen­den» in Adels­ried am 12. Oktober 1958 bald weitere Anhänger: Schon 1959 folgte auf evan­geli­scher Seite Exter an der Auto­bahn Köln - Berlin. Diese beiden zeigen bis heute, wie unter­schied­lich Auto­bahn­kir­chen und -kapel­len sein können: Handelt es sich in Adels­ried um einen zu diesem Zweck neu errich­teten Bau, finden Gläubige in Exter eine alte Dorf­kir­che.

Gerade in den ver­gan­genen Jahren hat die Idee der Auto­bahn­kir­che uner­war­teten Zulauf bekom­men. Denn während man­cher­orts Kirchen ver­kauft oder umfunk­tio­niert wurden, sieht es hier anders aus. Noch vor zehn Jahren gab es gerade einmal 11 solcher «Tank­stel­len für die Seele». Heute sind es 32 - davon 15 evan­geli­sche, 11 ökume­nische und 6 katho­lisch getra­gene. Nummer 33 soll bald folgen: Laut Thorn wird am 14. Sep­tem­ber «St. Kilian» an der A73 bei Ober­dorf ein­geweiht.

Bleibt die Frage, welche Menschen die Kirchen besu­chen - und warum. Die Ant­wor­ten hat jüngst eine Umfrage gefun­den, die vom Zentrum für Kirch­liche Sozi­alfor­schung der Katho­lischen Fach­hoch­schule Frei­burg vor­genom­men worden ist. Dazu wurden mehr als 400 Besu­cher rund um die Auto­bahn­kir­chen befragt. Es handelt sich vor allem um ältere männliche Per­sonen mit mitt­lerer und höherer Bildung. «85 Prozent der Befrag­ten waren regelmäßige Besu­cher solcher Kirchen, 10 bis 15 Prozent hatten zum ersten Mal an einer Auto­bahn­kir­che halt­gemacht», sagt Prof. Burk­hard Werner von der Fach­hoch­schule.

Die Gründe für die Besuche sind laut Burk­hard vor allem religiöser Natur - Ruhe und Erho­lung kommen an zweiter Stelle. Wichtig erscheint auch die Anony­mität der Auto­bahn­kir­che ohne eine Bindung der Besu­cher an eine Kir­chen­gemeinde. Lange halten die Men­schen sich aller­dings nicht auf: Meist ist der Auf­ent­halt nach fünf bis zehn Minuten beendet.

Rastplätze mit Kirche: www. autobahnkirche.info Der Tag der Auto­bahn­kir­chen Zum 50. Jubiläum der Auto­bahn­kir­chen findet am 3. August der Tag der Auto­bahn­kir­chen statt. Die Ver­anstal­tun­gen begin­nen mit einem ZDF-Got­tes­dienst um 9.30 Uhr, der live aus der Auto­bahn­kir­che Adels­ried übert­ragen wird. Um 14.00 Uhr gibt es in den deut­schen Auto­bahn­kir­chen eine Kurzan­dacht mit Rei­sese­gen, teil­weise werden auch Fahr­zeug­seg­nun­gen ange­boten. Weitere Infor­matio­nen zu den Kirchen und Ver­anstal­tun­gen gibt es im Inter­net. Von Heiko Haupt, dpa

dpa-infocom


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