IVWPixel Zählpixel
kalaydo.de kalaydo.de Jobs Auto kaufen Immobilien Kleinanzeigen Bei kalaydo.de inserieren In der Rhein-Zeitung und ihren Heimatblättern inserieren Zeitungsanzeige aufgeben kalaydo.de
RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Auto     » News     » Tests     » Liebhaber-Autos     » Aus zweiter Hand     » Auto-ABC     » Recht

Fahrrad und Roller: Sparschweine auf zwei Rädern

Berlin In Paris, Rom oder Madrid gehören sie seit jeher zum Straßenbild: Motor­rol­ler prägen das Großstadt­gefühl vieler europäischer Metro­polen. Auch in Deutsch­land knat­tern neu­erdings immer mehr Roller durch die Städte.

Ob die klas­sische Vespa aus Italien, der Scooter-Flitzer oder das Bil­lig­fabri­kat aus dem Baumarkt - mit der Explo­sion der Sprit­preise wech­seln immer mehr Men­schen auf den Roller. Bei einem Ver­brauch von zwei bis fünf Liter Super auf 100 Kilo­metern, steigen vor allem Berufstätige auf den Roller als bil­ligere Alter­native zum Auto um. Die hohen Ben­zin­preise regen aber auch viele an, häufiger als bisher das Fahrrad zu nutzen.

«Der Verkauf von Rollern mit Motoren bis 125 Kubik­zen­time­ter ist in den ver­gan­genen Monaten um mehr als 300 Prozent gestie­gen», sagt Achim Marten. Der Spre­cher des Indus­trie­ver­bands Motor­rad sieht im Rol­ler­boom mehr als nur einen Zeit­geist-Trend. «Rol­ler­fah­ren ist zwar schon länger in Mode.» Seitdem aber an den Tank­stel­len die Kosten aus dem Ruder laufen, seien auch für Berufstätige in den Städten die Roller inter­essant.

Von einem Plus von zehn bis 15 Prozent bei den Fahr­radhändlern berich­tet Karsten Klama vom All­gemei­nen Deut­schen Fahrrad-Club (ADFC). Der stei­gende Absatz von Ersatz­tei­len zeige auch, dass viele Men­schen ihre ver­staub­ten Räder aus dem Keller holten und repa­rie­ren ließen. «In der Ver­gan­gen­heit sind die Leute vor allem aus Gesund­heitsgründen aufs Rad gestie­gen», sagt der ADFC-Mar­keting­chef. «Jetzt ist für viele das Rad ein Spar­schwein auf zwei Rädern.» Zum heu­tigen Bestand von 67 Mil­lio­nen Fahrrädern in Deutsch­land kommen jedes Jahr rund 4,6 Mil­lio­nen Räder dazu.

Ob mit Zweitakt-Motor oder Muskelkraft - bei Erdölprei­sen von 120 Euro pro Barrel oder mehr werden Alter­nati­ven zum Auto immer attrak­tiver. Allein für Sprit gäben Bundesbürger im Laufe eines Lebens 80 000 Euro aus, heißt es beim ADFC. Wer täglich unter­wegs sei, sollte min­des­tens 600 bis 700 Euro für ein Rad samt Ausrüstung aus­geben. Auf lange Sicht rechne sich die Inves­tition. Denn neben den Sprit­kos­ten sparen Rad­fah­rer Parkgebühren, Ver­siche­run­gen und Steuern. «Und in der Werk­statt kommt man wesent­lich günstiger davon», sagt der ADFC-Bun­des­vor­sit­zende Karsten Hübener.

Allerdings sind nach Ansicht des Fahrrad-Clubs viele Städte auf den stei­gen­den Rad­ver­kehr nicht vor­berei­tet. Mit schma­len Rad­wegen, die mit Unkraut und Wurzeln zer­setzt sind, werde sich der Anteil des Rad­ver­kehrs kaum stei­gern lassen, sagt Klama. Derzeit liegt er bun­des­weit bei knapp zehn Prozent. Die Bun­des­regie­rung sieht im Rahmen des Natio­nalen Rad­ver­kehrs­plans ein Poten­zial von bis zu 24 Prozent.

Bei Fahrten bis zu sechs Kilometern sei das Rad die ideale Alter­native zum Auto, sagt Klama. In der Fahr­rad­nation Nie­der­lande legen Rad­fah­rer auf eigenen Schnell­fahr­rou­ten bis zu 15 Kilo­meter auf dem Weg zur Arbeit zurück. Großzügige Radwege und deut­liche Weg­wei­ser erlaub­ten dort eine höhere Durch­schnitts­geschwin­dig­keit.

Auch der öffent­liche Nah- und Fern­ver­kehr komme mit dem Radboom bisher nicht klar. So sei es bis heute nicht möglich, im ICE ein Rad mit­zuneh­men. Die Bahn habe sogar einen Pilot­ver­such dafür abge­lehnt, beklagt der ADFC. Viele Bahnhöfe böten zu wenige Stellplätze.

Günstiger als manches Fahrrad sind die Motor­rol­ler aus dem Baumarkt. Zwi­schen 400 und 1200 Euro kosten diese «China­rol­ler» mit einem Motor bis zu 50 Kubik­zen­time­ter. «Die haben zwar keine große Qualität, aber man kommt auf jeden Fall von A nach B», sagt Stefan Deimann vom Scooter-Center in Berg­heim bei Köln. Der nach eigenen Angaben zweitgrößte Ersatz­teilhändler für Roller in Deutsch­land ver­zeich­net einen stei­gen­den Umsatz und ver­dop­pelt jetzt seine Lagerfläche - «aus Hoff­nung und als Folge des Booms», wie Deimann sagt. Von Esteban Engel, dpa

dpa-infocom


Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
Regioticker
Eventkalender
rz lexikon