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Stauhelfer bieten Spielzeug und Seelsorge gegen Frust

Bor­des­holm Wenn andere die Auto­bahn meiden, fährt Sigrid Jansen mitten hinein ins Gewühl.

An den Feri­enwo­chen­enden schwingt sich die ADAC-Stau­hel­ferin auf ihr Motor­rad und macht sich auf den Weg in die Staus auf der Auto­bahn 7 in Schles­wig-Hol­stein.

Wenn der Autobahnverkehr mal wieder still steht, sorgen sie und ihre Kol­legen dafür, dass der Frust der Feri­enfah­rer nicht zu groß wird. «Ich spreche die Leute an, erkläre Ihnen, was pas­siert ist und warum es dauert», schil­dert die «Seel­sor­gerin» auf zwei Rädern. «Das macht das Warten erträglicher.»

Vor allem Fami­lien mit Kindern sind dankbar für ihre Tipps. Ihr Rat bei langen Staus: «Am Besten von der Auto­bahn abfah­ren und die War­tezeit im Tier­park oder auf dem Spiel­platz überbrücken.» Wo sich entlang der Auto­bahn­stre­cke schöne Aus­flugs­ziele und Möglich­kei­ten zum Aus­toben finden, verrät die Mutter von zwei Kindern gern.

Wenn es kein Entrinnen aus der Kolonne gibt, zaubert die Stau­hel­ferin aus ihren Koffern kleine Über­raschun­gen. Mit Müsli­rie­geln, Rätsel­hef­ten und Spiel­sachen ver­treibt sie Hunger und Lan­geweile. In ihrer Schatz­kiste findet sich unter anderem eine ADAC- Stau­bera­terin mit Motor­rad als Spiel­zeug­figur - offen­sicht­lich ange­fer­tigt nach dem Vorbild Sigrid Jansens.

Doch Spaß macht dieser Job nicht immer. «Manch­mal braucht man eine große Portion Enthu­sias­mus, um das durch­zuste­hen», sagt die 44-Jährige. Zum Bei­spiel, wenn das Wetter so extrem ist wie in diesem Sommer. «Ent­weder muss ich mit dem Motor­rad schwim­men, oder ich werde in meiner Sicher­heits­klei­dung bei 35 Grad durch­gebra­ten.»

Auch das Verhalten der Autofahrer erschwert ihr manch­mal die Arbeit. «Wenn es schwül ist, fahren viele Leute dösig oder sehr aggres­siv - da muss ich als Motor­rad­fah­rerin doppelt vor­sich­tig sein.» Häufig kommen auch Schnul­ler und Kuschel­tiere aus Wagen­fens­tern geflo­gen, oder Leute reißen plötzlich die Türen auf und rennen zum Sei­ten­strei­fen, weil ihnen schlecht ist. Als Fahr­leh­rerin, Sicher­heits­trai­nerin und Bus­fah­rerin im Nacht­dienst ist sie es gewohnt, schwie­rige Situa­tio­nen zu meis­tern und Gefah­ren vor­aus­zuse­hen.

Das bisher übelste Erleb­nis ihrer zwölf Jahre langen Tätigkeit als Stau­bera­terin hatte Sigrid Jansen vor einigen Wochen. «Jemand hat eine volle Windel aus dem Aut­ofens­ter gewor­fen, und ich habe die Schwei­nerei abge­kriegt.» So etwas lässt sie sich nicht gefal­len. Wütend hat sie die Reste ein­gesam­melt und durch das offene Fenster zurück in den Wagen geschmis­sen. «Das musste einfach sein.»

Doch trotz solcher Erlebnisse zieht es sie immer wieder aufs Motor­rad. «Das Fahren mit allen Sinnen und viel Fri­schluft macht mir einfach Spaß.» Ihre neun und elf Jahre alten Kinder haben sich daran gewöhnt und fahren bei Ausflügen gerne im Bei­wagen mit. Von Vivien Rehder, dpa

dpa-infocom


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