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Lotus Elise SC: Leicht, schnell und preiswert

Hamburg Entwicklern gilt die Lotus Elise als Maßstab unter den Sportwagen: leicht, schnell und preiswert. Dass die flinke Flunder dennoch ein Exot ist und es weit und breit nichts Vergleichbares gibt, hat einen Grund: Ihm fehlt jede Alltagstauglichkeit.

Einstieg erfordert Gelenkigkeit einer WC-Ente

Damit lässt sich das Auto nur als Dritt- oder Viertwagen in kleinen Stückzahlen verkaufen. Wer sich allerdings auf das Abenteuer einlässt, wird mit mehr Fahrspaß belohnt, als man ihn bei Porsche oder Ferrari auch für sehr viel Geld kaufen kann. Doch bevor das Vergnügen beginnt, ist harte körperliche Arbeit angesagt. Vor allem mit geschlossenem Verdeck ist der gerade einmal hüfthohe Zweisitzer allenfalls für Schlangenmenschen geeignet. Wer nicht gelegentlich auf der Suche nach den verlorenen Socken auch in die Trommel seiner Waschmaschine klettert, hat kaum eine Chance, sich durch die schmale Lücke zu fädeln, die zwischen dem hohen Schweller und dem flachen Dach bleibt. Entweder man ist gelenkig wie eine WC-Ente, oder man nestelt an der handtuchgroßen Stoffbahn, die zwischen Front- und Heckscheibe gespannt ist: Schnell zwei Spriegel gelöst, wie am Deckel einer Sardinendose gewickelt - schon steht der Zweisitzer so offenherzig da wie Miss Moneypenny vor James Bond. Und plötzlich wird auch das Einsteigen leichter. Einen Fuß auf den Sitz stellen, den zweiten nachziehen, kurz mit den Armen abstützen, die Füße am Lenkrad vorbei fädeln und dann einfach fallen lassen. Den Rest erledigt die Schwerkraft, und ans Aussteigen denkt man erst, wenn es soweit ist.

Mit dem Starterknopf beginnt die Sucht

Diesen Gedanken zu verdrängen, ist nicht weiter schwierig. Denn Aussteigen ist so ziemlich das Letzte, was man in einer Elise tun möchte. Schließlich ist die nur 3,79 Meter lange und gerade einmal 1,12 Meter hohe Flunder eine Fahrmaschine mit hohem Suchtpotenzial: Kaum ist der Startknopf gedrückt, gibt es kein Entrinnen mehr. Die Hände ruhen auf einem Lenkrad nicht größer als eine Langspielplatte und wechseln nur für Sekunden auf den Aluknauf, der wie ein Tischtennisball den Schaltstummel ziert. Die Füße fliegen über schlanke Pedale und die Augen halten gierig Ausschau nach der nächsten Kurve, die im Lotus mehr Spaß machen als in der Achterbahn.

Harte Federung, bissige Bremsen

Dafür sorgt auch die Sitzposition, die einen direkteren Fahrbahnkontakt vermittelt als in jedem anderen Serienauto. Man liegt so tief unten, dass man das Portemonnaie aus der Hosentasche nehmen möchte, damit es nicht am Asphalt schleift. Die Lenkung reagiert ohne Servounterstützung auf jeden Fingerzeig, folgt dafür aber auch der kleinsten Spurrille oder zur Not auch mal der Fahrbahnmarkierung. Die Federung ist so hart, dass sich Staubkörner anfühlen wie Kieselsteine - elektronische Regelsysteme haben die Briten weggelassen. Und die Bremsen beißen wie eine englische Bulldogge.

Die Begleitmusik dröhnt laut und heftig

Die Musik zum Tanz mit der Elise spielt ein Vierzylinder, den Lotus bei Toyota eingekauft hat. Seit dem Jahreswechsel rüsten die Briten den 1,8-Liter für 5000 Euro Aufpreis auch mit einem selbstentwickelten Kompressor aus und machen die Königin der Kurven zur stärksten Elise aller Zeiten. Zwar klingen 162 kW/220 PS und 212 Newtonmeter eher nach Mittelklasse als nach Sportwagen. Doch weil die Elise mit Alurahmen, Kunststoffkarosse und dem Verzicht auf überflüssige Ausstattung nur rund 900 Kilogramm wiegt, muss sich das leichte Mädchen vor Porsche & Co. nicht verstecken. Die Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h mag Rennfahrer enttäuschen. Aber 4,6 Sekunden für den Standardsprint verdienen Anerkennung, und weniger als elf Sekunden bis 160 flößen einem gehörig Respekt ein.

Drehorgel mit kleinem Durst

Dabei beeindruckt die Elise nicht nur mit ihrer Beschleunigung. Auch die Drehzahlen lassen die Herzen höher schlagen. Denn wo die Motoren anderer Sportwagen längst begrenzt werden, orgelt die Elise munter weiter und bittet erst jenseits von 8000 Touren mit einem dezenten Warnlicht zum Gangwechsel. Obwohl der Motor jede Menge zu tun hat, gibt er sich an der Tankstelle fast schon bescheiden: Natürlich sind 9,1 Liter für ein Leichtbauauto kein Grund zum Protzen. Doch für einen Sportwagen ist das fast schon eine Sensation.

Fazit: Ein Mädchen für gewisse Stunden - keine Braut fürs Leben

Guten Gewissens entscheiden kann man sich für die Elise trotzdem nicht. Denn eine Braut für alle Tage ist sie sicher nicht. Lasziv und sündig ist sie viel eher ein Flottchen für gewisse Stunden - und dann sind 49 950 Euro ein stolzer Preis. Den Spaß eines Sportwagens kann man allerdings kaum billiger bekommen.

DATENBLATT: Lotus Elise SC
Motor und Antrieb: Vierzylinder-Kompressor
Hubraum: 1796 ccm
Max. Leistung: 162 kW/220 PS bei 8000 U/min
Max. Drehmoment: 212 Nm bei 5000 U/min
Antrieb: Heckantrieb
Getriebe: Sechsgang-Schaltgetriebe
Maße und Gewichte
Länge: 3785 mm
Breite: 1850 mm
Höhe: 1117 mm
Radstand: 2300 mm
Leergewicht: 903 kg
Zuladung: 256 kg
Kofferraumvolumen: 112 Liter
Fahrdaten
Höchstgeschwindigkeit: 240 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 4,6 s
Durchschnittsverbrauch: 9,1 Liter/100 km
Reichweite: 470 km
CO2-Emission: 216 g/km
Kraftstoff: Super
Schadstoffklasse: EU4
Kosten
Basispreis der Modellreihe: 44 950 Euro
Grundpreis des Lotus Elise SC: 49 950 Euro
Typklassen: individuelle Einstufung
Kfz-Steuer pro Jahr: 130 Euro/Jahr
Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke
Wichtige Serienausstattung
Sicherheit: Front-Airbags
Komfort: Elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung

dpa-infocom


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