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Vom Porzellanmaler zum Phantombildzeichner

München Anton Asanger bemalte 24 Jahre Por­zel­lan, bevor er sich dazu ent­schloss, etwas ganz anderes zu tun.

Er begann, als Phan­tom­bild­zeich­ner für das Baye­rische Lan­des­kri­minal­amt (LKA) zu arbei­ten.

Eine Vernunftentscheidung sei das gewesen, sagt er. Mit der Por­zel­lan­male­rei sei es mehr und mehr bergab gegan­gen. Eine gere­gelte Aus­bil­dung oder einen typi­schen Wer­degang gibt es bei den rund 120 Phan­tom­bild­zeich­nern in Deutsch­land nicht. Auch die Kol­legen Asan­gers haben keine Phan­tom­bild­zeich­ner-Lehre absol­viert. Einer von ihnen hat früher als Per­sonenschützer gear­bei­tet. Jährlich fer­tigen allein die fünf baye­rischen Phan­tom­bild­zeich­ner nach LKA-Angaben rund 120 Fahn­dungs­bil­der an. Ange­wie­sen sind sie dabei auf möglichst kon­krete Zeu­gen­aus­sagen.

Einfühlungs­vermögen und Feingefühl seien darum für den Beruf ebenso wichtig wie zeich­neri­sches Talent, sagt der zwei­fache Vater Asanger. «Wenn ein Zeuge dicht macht und ich nicht mehr an ihn her­ankomme, kann ich ein­packen». Um eine ange­nehme Atmosphäre zu schaf­fen, stehen rund um den Com­puter, an dem die Zeich­ner mit den Zeugen arbei­ten, Pflan­zen, Plüschtiere für Kinder und Dosen mit Süßigkei­ten.

Die Treffsicherheit von Asangers Phan­tom­bil­dern steht und fällt mit dem Erin­nerungs­vermögen der Zeugen. Dass jemand den Gesuch­ten auf Anhieb konkret und tref­fend beschrei­ben könne, gebe es selten, sagt der 44-Jährige. In der Regel erhal­ten Asanger und seine Kol­legen nur vage Beschrei­bun­gen, die sie inter­pre­tie­ren müssen, um sich nach und nach an das gesuchte Gesicht her­anzu­tas­ten. «Wenn der Zeuge sagt, die Person hatte einen unan­geneh­men Augen­aus­druck, weiß ich, dass seine Augen weit aus­ein­ander oder nah bei­sam­men liegen», erklärt Asanger.

Wie lange an einem Phan­tom­bild gezeich­net werde, sei sehr unter­schied­lich und könne zwi­schen 45 Minuten und drei Stunden dauern. Bei einem noch längeren Zeit­raum lasse die Kon­zen­tra­tion des Zeugen nach. Schritt für Schritt tastet Asanger sich bei seiner Arbeit vor. In der Regel beginnt er mit der Gesichts­form. Am Com­puter zeigt er dem Zeugen eine Grund­aus­wahl. Nach der Gesichts­form bestimmt der Zeuge die Haar­par­tie, dann die Augen­brauen. Erst dann kommen die Augen. Obwohl die Augen am cha­rak­teris­tischs­ten seien, sei es nicht ratsam, mit ihnen zu begin­nen. «Da kommen die meisten ins Schleu­dern», begründet Asanger.

Ideal sei es, verschiedene Zeugen zu haben, da Männer, Frauen und Kinder jeweils unter­schied­lich beob­ach­ten. Während sich Frauen vor allem Augen, Mund und Fri­suren merken, bleibe bei Männern das Gesamt­gesicht besser in Erin­nerung. Kinder hin­gegen könnten sich Details besser merken, stell­ten Asanger und seine Kol­legen fest. Dafür verschätzten sie sich häufig mit Größen- und Alter­san­gaben: Aus einem 50-jährigen Mann werde dann schnell mal ein 70-jähriger Rentner. Von Bettina Mai­erho­fer, dpa

dpa-infocom


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