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Grüne Girokonten und Sparbücher für Umweltbewusste

Hamburg/Bochum Nicht nur bei Aktien, Fonds und Ver­siche­run­gen können Umwelt- und Kli­mabe­wusste heute zu spe­ziel­len Pro­duk­ten greifen.

Auch für den ganz alltäglichen Zah­lungs­ver­kehr sind Ban­kan­gebote in Grün zu haben.

Girokonten und Sparbücher mit ethi­schem, sozia­lem und umwelts­pezi­fischem Schwer­punkt sind aller­dings dünn gesät. Es gibt sie nur bei einer Hand­voll Insti­tute. Und wer sich für sie ent­schei­det, sollte sich damit wohlfühlen, seine Geld­geschäfte über Telefon und Inter­net abzu­wickeln. Denn unter den Anbie­tern sind fast nur Direkt­ban­ken.

Die Umwelt-Anbie­ter inves­tie­ren die Kun­den­ein­lagen in erster Linie zuguns­ten von Mensch und Umwelt. «Ver­zicht auf Kin­der­arbeit, auf Waf­fen­geschäfte, keine Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen, keine Geschäfte mit gen­tech­nisch mani­pulier­tem Saatgut oder mit Atom­kraft - und kein Kontakt zu radi­kalen Par­teien», das sind nach Worten von Mathias Riedel von der Ethik-Bank in Eisen­berg (Thüringen) die Aus­wahl­kri­terien seines Insti­tuts. Die seit 2002 beste­hende Bank bietet Giro-, Fest­geld- und Tages­geld­kon­ten an.

Von letzterem gehen 0,25 Prozent der Zinsen als Spende an ausgewählte Pro­jekte, zum Bei­spiel zuguns­ten von Frauen oder Umwelt. Der Kunde ent­schei­det, wohin sein Geld fließt. Das könne eine Schule in Afgha­nis­tan sein oder ein bul­gari­sches Wai­sen­haus. Derzeit belau­fen sich die Zinsen abhängig von der Anla­gesumme zwi­schen 2,40 und 3,50 Prozent. Auf das Fest­geld gibt es zwi­schen 2,75 und 3,25 Prozent.

Beim Giro­konto gelten die auch bei vielen Geschäfts­ban­ken üblichen Kon­ditio­nen. So werden zum Bei­spiel fünf Euro Gebühren pro Monat fällig. Und für die Ausgabe von Kredit- und Bank­kar­ten koope­riert die Ethik-Bank mit den großen Emit­ten­ten. Der Kun­den­kon­takt läuft über Inter­net und Telefon, an das Bare kommen Kunden über die Geld­auto­maten der Volks- und Raiff­eisen­ban­ken.

Bei Großanbietern mit eigenem Auto­maten­netz ist der Zugang oft noch besser. Und viel­fach sind Giro­kon­ten heute gebühren­frei zu haben. Ihr gutes Gewis­sen bezah­len Ver­brau­cher nach Einschätzung von Achim Tiffe bei manchen grünen Konten mit ver­gleichs­weise nied­rigen Zinsen. «Und ange­sichts der Infla­tion bedeu­tet Zins­ver­zicht realen Wert­ver­lust», sagt der stell­ver­tre­tende Leiter des Insti­tuts für Finanz­dienst­leis­tun­gen (iff) in Hamburg.

Er emp­fiehlt Inter­essier­ten, die Ange­bote genau zu prüfen und sich zu fragen «Was errei­che ich dadurch?» Außerdem sollten Ver­brau­cher sich bei den ver­gleichs­weise kleinen Insti­tuten vorher ver­gewis­sern, ob ihr Geld über den Ein­lagen­siche­rungs­fonds geschützt ist. So ist bei­spiels­weise die Ethik-Bank der Siche­rung der Volks- und Raiff­eisen­ban­ken ange­schlos­sen.

Das älteste «grüne» Geldhaus in Deutsch­land ist die GLS Bank in Bochum. Sie betreibt als einzige Filia­len - das anthro­poso­phisch ori­entierte Insti­tut ist in Berlin, Bochum, Frank­furt/Main, Frei­burg, Hamburg und Stutt­gart ver­tre­ten. Mit dem Geld auf den Giro-, Tages­geld- und Spar­kon­ten der Kunden fördert die Bank «soziale Pro­jekte», erläutert Laura Schind­ler, Mit­arbei­terin der Pres­sestelle. Auch hier kostet das Giro­konto eine Gebühr, und zwar in Höhe von zwei Euro pro Monat. Bei der Geld­anlage haben die Kunden ein Mit­spra­che­recht.

Sie können fest­legen, wo inves­tiert werden soll. «Sie teilen uns das auf dem Kon­toan­trag mit», sagt Schind­ler. Zur Auswahl stehen bei­spiels­weise rege­nera­tive Ener­gien, soziale Wohn­pro­jekte oder Kultur. Alle drei Monate wird im haus­eige­nen Magazin veröffent­licht, wer Geld gelie­hen bekam. Zurückhal­tung lässt das Insti­tut zum Bei­spiel bei klas­sischen Kon­sumen­ten­kre­diten walten: «Porsche geht nicht.»

Die UmweltBank in Nürnberg ist die dritte im Bunde der Öko-Banken. Mit dem Geld seiner Anleger finan­ziert das börsen­notierte Unter­neh­men eigenen Angaben nach «umwelt­freund­liche Pro­jekte». Im ver­gan­genen Jahr waren es zum Bei­spiel 8900, sagt Mar­keting­frau Alex­andra Lill. Ein «Umwelt­rat» soll sicher­stel­len, dass die Beträge sauber inves­tiert werden. Einen Schwer­punkt legt die Bank auf die fast alt­modisch gewor­denen Sparbücher. Zwei Vari­anten mit unter­schied­licher Lauf­zeit und Ver­zin­sung sind möglich. Mit dem Konto kirch­liche Pro­jekte unterstützen Auch zwei kirch­liche Insti­tute werben mit nach­hal­tigen Konten um Kun­den­gel­der - die Steyler-Bank in Sankt Augus­tin (Nord­rhein-West­falen) und die Bank für Orden und Mission. Wer dort ein Spar­konto eröffnet, unterstützt Pro­jekte der Steyler Mis­sio­nare bezie­hungs­weise des Fran­zis­kaner-Ordens in Bonn. Beide Insti­tute sind, wie die meisten umwelt­ori­entier­ten Anbie­ter, Direkt­ban­ken. Von Monika Hil­lema­cher, dpa

dpa-infocom


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