IVWPixel Zählpixel
kalaydo.de kalaydo.de Jobs Auto kaufen Immobilien Kleinanzeigen Bei kalaydo.de inserieren In der Rhein-Zeitung und ihren Heimatblättern inserieren Zeitungsanzeige aufgeben kalaydo.de
RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Sportsline ·  » 

Abpfiff extra

Borussia Dortmund: Die Ex-05er Jürgen Klopp und Mohamed Zidan sind wieder ein Team

Mohamed Zidan hat seinen Lieblingstrainer wieder. Ein spektakulärer Transfer. Der Hamburger SV und Borussia Dortmund haben Mohamed Zidan und Mladen Petric getauscht - und obendrauf zahlt der HSV noch 4,5 Millionen Transfer-entschädigung.

Nicht genug: Petric hatte in seinem Dortmunder Vertrag eine prozentuale Beteiligung an einer künftigen Ablöse vereinbart - auch diese Millionensumme haben die Norddeutschen übernommen.

In den Dortmunder Fanforen wurde dieses Geschäft gegeißelt. Die Borussia habe einen beliebten Stammspieler abgegeben und dafür einen Bankspieler bekommen. Jürgen Klopp bleibt gelassen. "Diese Kritik basiert auf dem Kurzzeitgedächtnis der Leute", erklärt der neue Dortmunder Coach im MRZ-Gespräch. "Für mich passt das sehr gut." Petric hatte in der Vorsaison in Dortmund als Neuzugang 13 Tore geschossen. Das ist hängen geblieben. Dass der Kroate lediglich eine sehr starke Vorrunde (acht Tore) gespielt hatte und dass seine Formkurve danach extrem abgefallen war, was sich auch ausdrückte in seinen enttäuschenden Auftritten in der kroatischen Nationalmannschaft bei der EM 2008, das ist in Vergessenheit geraten. Ebenso wie die überragenden 13 Tore, die Mohamed Zidan in der Rückrunde 2006/07 im Trikot des damaligen Bundesligaabsteigers FSV Mainz 05 geschossen hat.

"Wir waren bei diesem Deal sehr passiv, denn ich persönlich hatte überhaupt kein Problem mit Petric", sagt Klopp. "Für mich waren unsere Transferaktivitäten abgeschlossen." Tatsache ist aber auch, dass Klopp im flachen 4-4-2 eigentlich keine freie Position mehr hatte für den Offensivspieler aus Kroatien, der gerne als hängende Spitze oder hinter zwei Angreifern spielt. Als Nachfolger von Rafael van der Vaart bekommt Petric eine dieser beiden Positionen beim HSV zugeteilt. Das macht also Sinn.

Klopp will mit der Borussia Pressing und Tempofußball spielen. In diesen Ansatz passte der nicht sonderlich antrittsschnelle und auch nicht überragend lauffreudige und an Defensivmaloche interessierte Petric nur bedingt.

Ersatz für Petric, der beim HSV auch einen netten Gehalts-sprung macht, wollte Klopp natürlich schon haben. Als das Angebot kam, Zidan zu übernehmen, ging der neue Borussia-Coach in sich.

"Und da hatte ich natürlich die Erfahrung aus Mainz", so Klopp. "Wir in Mainz wussten ja sehr genau, welche außergewöhnliche Qualitäten der Kleine haben kann, wenn er gut drauf ist, wenn er Selbstvertrauen hat, wenn er sich in einer Mannschaft gebraucht und wichtig fühlt." Nun musste Klopp nur noch die Verantwortlichen der Borussia überzeugen. Das gelang zügig.

"Natürlich geistert da immer noch durch die Gegend, Zidan hätte damals in Mainz von mir eine absolute Sonderbehandlung bekommen", so Klopp. "Wenn ich Zidan genauso behandelt hätte wie etwa Marco Rose, dann wäre ich beiden Spielern nicht gerecht geworden." Zidan habe sicher nicht "die Einstellung eines Verwaltungsfachangestellten, aber Disziplinprobleme in dem Sinne, dass er der Mannschaft geschadet hätte, gab es nie, sonst hätte er nicht gespielt".

Zidan war ein bunter Vogel am Bruchweg. Der "verrückte Ägypter" hat tagtäglich Späße gemacht, die dem ein oder anderen Kollegen zuweilen auf den Wecker gegangen sind. Der Torjäger war vom Gemüt her ein großes Kind. Das sündhafte teure Nobelkutschen fährt, das im Training die Bälle durch die Gegend gedroschen hat, das sich nach einer verpassten Torchance für zehn Minuten auf den Zaun gesetzt hat, das ständig Aufmerksamkeit gebraucht hat. Klopp konnte damit leben. Weil der dribbelstarke Sprinter Tore gemacht hat wie kein anderer seiner Sturmkollegen. 22 Treffer (plus vier Torvorlagen) in 41 Bundesligaspielen binnen knapp eineinhalb Spielzeiten in Mainz, die Quote stimmt. Zidan war am Bruchweg der Publikumsliebling. Bei Werder Bremen und beim Hamburger SV konnten die Trainer mit diesem im Kopf etwas anders gearteten Ausnahmetalent nichts anfangen.

Natürlich hat Klopp seinem Zögling klar gemacht, dass er sich einen Platz in der Dortmunder Startelf verdienen muss. "Er hat bei uns, anders als damals in Mainz, richtig gute Konkurrenz, da muss er sich im Training zeigen", so Klopp. "Im Moment kann sich hier keiner vorstellen, dass das funktioniert. Ich bin überzeugt davon, dass das passt." Mit dem Ex-Bremer Patrick Owomoyela habe er auch schon einen guten Fürsprecher in der Mannschaft. "Die beiden haben sich bei Werder schon gut verstanden."

05-Manager Christian Heidel bekommt übrigens noch heute die ein oder andere dankbare SMS vom Ägypter.

Reinhard Rehberg, MRZ

RZO


Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
Blog aus Beijing zu den Olympischen Spiele 2008
Blog lesen
Wunsch-Trikot