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FSV Mainz 05: Schiris sollen nicht überziehen

Mainz Bereits am Auftakt-Spieltag in den deutschen Profiligen standen diverse Schiedsrichterentscheidungen im Mittelpunkt der Diskussionen.

Das 3:3 am Bruchweg zwischen dem FSV Mainz 05 und dem 1. FC Kaiserslautern sorgte ebenfalls für reichlich Zündstoff auf diesem Gebiet.

Manuel Gräfe, 34-Jahre alter Sportwissenschaftler aus Berlin und seit dem vergangenen Jahr einer von zehn Fifa-Schiedsrichtern des Deutschen Fußballbundes (DFB), hätte im Nachhinein vermutlich anders gehandelt. Im Gespräch mit Axel Schuster, dem Teammanager des FSV Mainz 05, räumte Gräfe nach dem Zweitligaauftakt am Bruchweg ein, der Angriff von Nikolce Noveski gegen Marcel Ziemer , der zum Foulelfmeter für den 1. FC Kaiserslautern kurz nach der Pause, zum 1:3-Anschlusstreffer der Pfälzer und zum Bruch in diesem Zweitligaderby geführt hatte, könnte außerhalb des Strafraums passiert sein, darüber könne man sicher diskutieren.

Das ändere nichts daran, so Gräfe zu Schuster, dass ein klares Foul vorgelegen habe. Noveski habe als Verteidiger keine Chance gehabt, den Ball zu kriegen, sei zuerst massiv zum Gegner gegangen.

Oben auf der Tribüne am Bruchweg saß Eugen Striegel, Schiedsrichter-Lehrwart des DFB, als Beobachter und machte sich seine Gedanken. Striegel war erst kürzlich in offizieller Mission am Bruchweg unterwegs, um die jährliche Routineschulung mit den 05-Profis durchzuführen. Anhand von Bildmaterial auf einer DVD demonstrierte der Lehrwart Spielern und Trainern, auf was sie sich im Laufe dieser Saison einstellen müssen. Im Prinzip ein Sechspunkteplan. Eine gravierende Neuregelung gibt es in diesem Jahr nicht, aber die Unparteiischen sind angehalten, auf verschiedene Dinge intensiv zu achten.

Regelwidrige Arm- und Ellenbogeneinsätze, besonders im Luftkampf. Stoßen, Halten, und Trikotzerren bei Standardsituationen. Täuschungsversuche. Übertriebene Proteste nach Entscheidungen. Rudelbildung. Trainer, die ihre Coachingzone verlassen. "Wir haben allgemein die Unsportlichkeiten angesprochen", sagte Striegel der MRZ. "Dazu gehört auch das Vor-den-Ball-stellen, um die Ausführung von Freistößen zu verhindern oder Gelbe Karten für den Gegner zu fordern." Solche Sachen sollen unterbunden und mit Gelb bestraft werden.

Striegel legte jedoch wert auf eine Feststellung: "Wir haben unsere Schiedsrichter nicht scharf gemacht. Sie sollen nicht überziehen." Gerade zu Beginn einer neuen Spielzeit vermitteln die Unparteiischen oft den Eindruck, technokratisch alles zu ahnden, was sich dann im Laufe einer Saison wieder normalisiert und einschleift. "Beim Spiel Bayern München gegen den HSV ist vielleicht der Eindruck entstanden, dass jedes Zupfen einen Elfmeter zur Folge hat. So ist es natürlich nicht", sagte Striegel. "Wenn irgendjemand zwei Fingerchen am Trikot des Gegenspielers hat, wollen wir keinen Pfiff. Da müssen wir die Kirche im Dorf lassen."

Beim Südwestderby am ausverkauften Bruchweg, das alleine wegen seiner unterschiedlichen Halbzeiten und seiner Torflut schon aufregend genug war, gab es aus Sicht des 1. FC Kaiserslautern einen weiteren, großen Aufreger. Sowohl Trainer Milan Sasic als auch FCK-Chef Stefan Kuntz monierten nach der Partie, dass sich die 05er nicht ans Fairplay gehalten hätten. Als Moussa Ouattara von einem Schuss von Milorad Pekovic getroffen, benommen am Boden liegen blieb, spielte Miroslav Karhan auf halbrechts weiter, flankte nach innen, und Markus Feulner erzielte die 1:0-Führung.

"Das war sicherlich ein Grenzfall in Mainz", sagte Striegel gestern. "Und zwar deshalb, weil sich alles relativ zeitnah abgespielt hat. Der Spieler lag noch nicht lange am Boden, die Mainzer waren im Angriff. Für mich war das ein Grenzfall." Man müsse sich außerdem die Frage stellen, "ob der ballführende Spieler überhaupt gesehen hat, dass da ein Gegenspieler am Boden lag", so der DFB-Lehrwart.

Er habe nach dem Spiel lange mit Manuel Gräfe darüber diskutiert. "Er war selbst sehr unschlüssig. Für ihn war es ebenso ein Grenzfall. Er musste die Situation schnell entscheiden." Den Referees macht eine Entwicklung das Leben schwer, über die sich die Fußballprofis selbst Gedanken machen müssen. Häufig genug passiert es in den Stadien, dass Spieler liegen bleiben, eine angebliche Verletzung als taktisches Mittel einsetzen, um das Spiel zu unterbrechen. Moussa Ouattara hatte dieses Ansinnen ganz sicher nicht, der FCK-Innenverteidiger hatte den Ball ins Gesicht bekommen. Manchmal trifft"s halt den Falschen - das haben sich die Fußballer jedoch in erster Linie selbst zuzuschreiben. Mit Täuschungsversuchen gehen die Schiedsrichter künftig ohnehin sensibler um.

"Wir haben bei den Schulungen darauf hingewiesen, dass die Schiedsrichter vom Spieler erwarten, den Ball raus zu spielen. Nur, wenn eine offensichtliche Verletzung vorliegt, dann pfeift der Schiri ab", sagte Striegel, der die Profis in die Verantwortung nimmt. "Die Spieler müssen selbst beurteilen, ob es akzeptabel ist, den Ball raus zu spielen, oder ob da gerade Schindluder getrieben wird. Den Schiris ist es am liebsten, wenn es die Spieler untereinander regeln." Die klare Anweisung an die Referees: "Nur bei offensichtlicher Verletzung unterbrechen."

Jörg Schneider

RZO


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