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Medien-Marathon stresst Ungarn-Held Glock

Buda­pest Der stun­den­lange Rummel nach seinem sen­satio­nel­len zweiten Platz machte Timo Glock mehr zu schaf­fen als die stres­sigen 70 Runden auf dem Hun­garo­ring.

«Ich will euch nicht an die Karre fahren, aber das geht mir schon ein biss­chen auf den Keks. PR ist anstren­gend», gab der durch eine Magen­ver­stim­mung zusätzlich geschwächte Toyota-Pilot nach seinem Coup beim Großen Preis von Ungarn offen zu, dass ihn der Medien-Mara­thon ermüdet. «Da wäre ich lieber noch zehn Runden mehr gefah­ren.»

Dennoch beantwortete der bodenständige Odenwälder bereit­wil­lig jede Frage: «Es wird einige Zeit in Anspruch nehmen, bis ich das richtig rea­lisiert habe.» Nach seinem spek­takulären Crash beim Heim­ren­nen in Hocken­heim vor zwei Wochen stand Glock schon einmal im Mit­tel­punkt. Sein erster Formel-1-Podest­platz löste einen noch größeren Hype aus: «Das ist neu für mich. Daran muss ich mich erst gewöhnen.»

Glock war kei­nes­wegs unwirsch, sondern einfach körper­lich ange­schla­gen und aus­gelaugt. Vor zehn Tagen hatte sich der 26 Jahre alte Renn­fah­rer aus Wersau bei den Tests im spa­nischen Jerez eine Magen­ver­stim­mung zuge­zogen, die ihm immer noch schwer zu schaf­fen macht. «Durch die habe ich zwei­ein­halb Kilo Gewicht ver­loren», sagte er. «Im Rennen kamen noch­mals zwei dazu. Sobald ich etwas trank, bekam ich Magenkrämpfe.» Grin­send fügte er hinzu: «Ich habe schon nach einer Toi­lette Aus­schau gehal­ten.» Deshalb begnügte sich Glock trotz 60 Grad Hitze im Cockpit gezwun­genermaßen mit nur 0,2 Litern Elek­tro­lyt-Getränk während des Grand Prix.

Selbst für eine großen Sause fühlte sich der «Mann des Tages» am Abend in Buda­pest zu schwach. Er feierte nur ein biss­chen, lag aber bereits vor Mit­ter­nacht im Bett und flog am Montag heim, um sich zu erholen. Die Party soll nach­geholt werden, sobald Glock wieder völlig auf dem Damm ist.

Das Toyota-Team war nach dem traum­haf­ten Top-Resul­tat wie in Trance. «Ich finde wirk­lich keine Worte, um dieses beste Ergeb­nis der Saison zu würdigen», sagte Team­chef Tadashi Yama­shina. «Timo fuhr fan­tas­tisch. Ich bedanke mich bei allen Team­mit­glie­dern für die harte Arbeit. Jetzt streben wir die Mitte des Sie­ger­podes­tes an.» Die Mecha­niker drehten mit Glock eine Ehren­runde auf ihren Schul­tern, schmet­ter­ten in der Garage den Gas­sen­hauer «Viva Colonia» und begos­sen den Triumph gebührend.

Auch die deutsche Konkurrenz würdigte die fabel­hafte Leis­tung. «Glückwunsch an Timo Glock zu seinem starken Woche­nende, das er mit Platz zwei gekrönt hat», gra­tulierte BMW-Motor­sport­direk­tor Mario Theis­sen. «Glückwunsch an Toyota und Timo zum zweiten Platz - Timo ließ den Welt­meis­ter hinter sich», sagte Mer­cedes-Motor­sport­chef Norbert Haug. Nach der tech­nischen Analyse wurde aller­dings bekannt, dass Kimi Räikkönens Ferrari während dessen impo­san­ter Auf­hol­jagd einen tech­nischen Defekt erlit­ten hatte, so dass der Finne sein Tempo dros­seln musste. In erster Linie pro­fitierte Glock von Felipe Massas spätem Motor­scha­den und Lewis Hamil­tons Rei­fen­plat­zer.

Deshalb wollte der GP2-Cham­pion des Vor­jah­res seinen zweiten Rang trotz aller Freude nicht über­bewer­ten: «Das ist eine außergewöhnliche Genug­tuung, aber kein Gefühl wie ein Sieg. Wir können nicht von regelmäßigen Podestplätzen aus­gehen. Ich hoffe aber, dass wir mehr Kon­stanz rein­brin­gen und häufiger in den Punkten landen.» Ihm gelang dies im elften Sai­son­lauf erst das zweite Mal nach seinem vierten Rang in Kanada. Manager Hans-Bernd Kamps freute sich über den «abso­luten Wahn­sinn», warnte aber vor Eupho­rie: «Wir machen Schritt für Schritt. Jetzt muss man erst einmal wieder Druck her­aus­neh­men.»

Jetzt hat der gelernte Gerüstbauer erst einmal Urlaub. Am Samstag erfüllt sich Glock auf dem Nürburg­ring beim Old­timer-Grand-Prix den «Her­zens­wunsch, den GT1 zu fahren». Danach fliegt er nach Los Angeles, um fünf Tage aus­zuspan­nen und für Toyota in Laguna Seca einen Show-Einsatz zu bestrei­ten. Beim Großen Preis von Europa in Valen­cia am 24. August wird es dann wieder ernst. «Es ist schwie­rig zu sagen, ob es da auch so gut läuft. Das ist eine Strecke mit vielen Geraden», dämpfte er zu große Erwar­tun­gen. Von Elmar Dreher, dpa

dpa-infocom


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