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Gesundheit

Schrittmacher gegen Bluthochdruck in Erprobung

Hannover Im Kampf gegen die Volkskrankheit Bluthochdruck erprobt die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) als erste deutsche Klinik einen Schrittmacher.

Das unter dem Schlüsselbein implantierte Gerät sendet Elektroimpulse an die Halsschlagader und gaukelt dem Gehirn einen dauerhaft viel zu hohen Blutdruck vor, wie die MHH am Dienstag mitteilte. Das Gehirn setzte daraufhin körpereigene Mechanismen zur Blutdrucksenkung in Gang. Die meisten Patienten müssten zwar trotzdem weiter Medikamente nehmen, die Gefahr von Folgekrankheiten sinke allerdings drastisch. In Deutschland leiden mehr als 16 Millionen Menschen an Bluthochdruck.

Das in den USA entwickelte Gerät sei der einzige Schrittmacher gegen Bluthochdruck, der derzeit erprobt werde, sagte Mitarbeiter Jan Menne. Die Studien in Hannover und anderen europäischen und amerikanischen Kliniken sollen der Zulassung des Gerätes dienen.

Der Schrittmacher ist etwa halb so dick und doppelt so lang wie eine Streichholzschachtel. Nach der Implantation in den menschlichen Körper können Mediziner den elektrischen Impulsgeber von außen per Funk justieren. Die winzigen Stromstöße veranlassen das Gehirn dazu, die Gefäße stark zu erweitern, was den Blutdruck senkt. Die Studie solle prüfen, ob die Behandlung mit dem Schrittmacher auch langfristig hilft.

Parallel zu der Erprobung des Schrittmachers ist die MHH federführend mit den Universitäten Mailand und Glasgow an einer EU- Studie zur Erforschung der erblichen Veranlagung für Bluthochdruck beteiligt. Die Untersuchung von 1000 Familien, in denen mindestens zwei Mitglieder unter Bluthochdruck leiden, solle herausfinden, ob für die Krankheit genetische Ursachen vorliegen, so die MHH. Bisherige Studien hätten keine deutlichen Zusammenhänge zwischen Genveränderungen und Bluthochdruck zutage gefördert.

Zudem testet die MHH derzeit unter Leitung von Prof. Hermann Haller an 20 Probanden eine Impfung gegen Bluthochdruck. Der Impfstoff richte sich gegen das körpereigene Hormon Angiotensin II. Das Hormon verenge die Gefäße und sei damit ein klassischer Faktor für Bluthochdruck.

Weltweit hätten die Deutschen das größte Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken, erklärte die Klinik. Die meisten Betroffenen spürten Bluthochdruck erst, wenn er extrem hoch sei. Die Volkskrankheit betreffe 20 bis 30 Prozent aller Erwachsenen und mehr als 40 Prozent der Senioren. Als Folge drohen unter anderem Herzerkrankungen und Schlaganfälle. Als Auslöser für zu hohen Blutdruck gelten Übergewicht, schlechte Ernährung und mangelnde Bewegung.

Internet: www.mhh.de

dpa-infocom