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Games Convention zeigt Spielebranche im Wandel

Leipzig Computerspiele hatten lange einen zweifelhaften Ruf und galten oft als niveaulos, brutal oder verdummend.

Doch das Schmuddelkind ist zu einem umschwärmten Halbstarken herangewachsen. Denn die Branche hat dank Milliardenumsätzen ein breites Kreuz.

Mittlerweile sind Spiele selbst bis in Familien hinein als durchaus charmante Form der Unterhaltung anerkannt. Kein Wunder, dass die Branche zum Auftakt der Spiele-Messe Games Convention (GC) in Leipzig (bis 24. August) fast schon jugendlichen Übermut zeigt.

Die zur Leitmesse vorgelegten Zahlen sind beeindruckend. Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) bilanziert erneut ein zweistelliges Wachstum im ersten Halbjahr. Getragen wird dies vom Höhenflug der Konsolenspiele. Der Umsatz schnellte um 53 Prozent auf 289 Millionen Euro in die Höhe.

Der Markt für mobile Spiele legte um 27 Prozent auf 172 Millionen Euro zu. Dagegen scheint die große Zeit der PC-Spiele vorbei. Hier mussten die Branche einen Rückgang von 21 Prozent auf 185 Millionen Euro hinnehmen. Darin tauchen allerdings weder kostenlose Browser-Spiele noch Gebühren für Online-Spiele wie «World of Warcraft» auf.

BIU-Geschäftsführer Olaf Wolters spricht von einer erwarteten Entwicklung. Deutschland galt lange Zeit als Nachzügler auf dem Konsolenmarkt. Anders als in anderen Ländern waren hierzulande PC-Spiele beliebter als die für Konsolen.

Besonders freut sich die Branche , dass mittlerweile fast ein Drittel der Spieler weiblich ist. Bei mobilen Spielgeräten machten Spielerinnen mit 54 Prozent sogar erstmals die Mehrheit aus. «Die Zahlen bestätigen uns darin, dass ein einschneidender Umbruch auf dem Markt geschieht», sagte Wolters. «Die Begeisterung für Unterhaltungssoftware kennt kein Geschlecht oder Alter.» Darin liege das große Wachstumspotenzial für die Branche.

Dieser Umbruch wird auch an den Ständen der Aussteller deutlich. Baller-, Rollen- und Rennspiele mit lebensechter Grafik und viel Action sind zwar weiter wichtig. Bei der Vorstellung von Testosteron-geladenen Titeln spendierte das überwiegend junge und männliche Fachpublikum Applaus. Doch kaum ein Hersteller kann mehr ohne Spiele für Frauen, Kinder und Ältere auskommen.

Electronic Arts etwa - die Nummer zwei der Branche - lässt in «Littlest Pet Shop» und «SimAnimal» niedliche Tiere mit Knopfaugen über den Monitor laufen. Und mit einer digitalen Version von «Monopoly» will der Hersteller die ganze Familie ansprechen. Gestandene Gamer dürfte das kalt lassen. Selbst das Thema Umweltschutz haben die Unternehmen aufgegriffen. Ubisoft etwa bringt eine Spielereihe mit dem Titel «Einsatz Erde» auf den Markt.

Der Boom macht sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar: Nach Schätzungen des BIU arbeiten in Deutschland 5000 Menschen in der Entwicklung und Vermarktung digitaler Spiele. Belastbare Statistiken gibt es nicht, doch die Branche beteuert einmütig, es fehle an Programmierern wie auch künstlerisch Begabten mit Leidenschaft fürs Daddeln. Darum gibt es in Halle 2 den Bereich «GC Job & Career» mit Informationen zu Ausbildungsmöglichkeiten und Berufen rund um Spiele.

Dass die Branche erwachsen wird , zeigt nicht zuletzt die Aufnahme der Spielentwickler in den Deutschen Kulturrat vor rund einer Woche. Ein «Meilenstein für die deutsche Medienpolitik» sei das, sagte Malte Behrmann, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Entwickler von Computerspielen (GAME).

Die Messe Leipzig dürfte den Wandel mit gemischten Gefühlen betrachten. Sie hat die Games Convention noch in Zeiten, als sie keiner haben wollte, adoptiert und großgezogen. Doch nun, da das Schmuddelkind zu einem respektierten Mitglied der Unterhaltungsfamilie geworden ist, will es nach Köln umziehen. Die Abschiedsparty hat begonnen. Von Christof Kerkmann und Erik Nebel, dpa

dpa-infocom


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