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Bolt mit Weltrekord auch Olympiasieger über 200 m

Peking Doppel-Gold für «Thunder-Bolt»: Jamaikas Supersprinter hat wieder zugeschlagen und in Peking den zwölf Jahre alten 200-Meter-Weltrekord von Michael Johnson geknackt.

Als erster Läufer seit 1896 krönte Usain Bolt sein olympisches Double mit Weltrekorden auf beiden Sprintstrecken. Wie ein heranbrausendes Gewitter stürmte der schnellste Mann der Welt an allen vorbei und mit fünf Metern Vorsprung als Erster ins Ziel: 19,30 Sekunden - die 91 000 Zuschauer im Nationalstadion tobten und bejubelten den Fabelweltrekord: «Happy Birthday to you!» Schon 100 Minuten später durfte Gold-Bolt die Mitternachts-Party zu seinem 22. Geburtstag starten.

«Ich bin geschockt, ich bin regelrecht geschockt», sagte der 1,96 Meter große Modellathlet. «Ich bin so lange hinter dem Weltrekord hergejagt. Der Olympiasieg über 100 Meter war schön, aber mit Gold über 200 Meter ist jetzt mein allergrößter Traum in Erfüllung gegangen. Dieser Ruhm wird mich mein ganzes Leben begleiten. Ich hatte solch ein schnelles Rennen niemals erwartet. Ich dachte nicht, dass es möglich sein würde.»

Wie im 100-Meter-Finale zog «Thunderbolt» (Blitz und Donner) schon vor dem Start auf Bahn 5 wieder seine Ein-Mann-Show ab. Dann zeigte er der Konkurrenz auch auf seiner Schokoladenstrecke nur die Hacken seiner goldenen Spikes. Platz zwei ging an Shawn Crawford (USA/19,96), Bronze bekam Walter Dix (USA/19,98), weil Wallace Spearmon (USA) und Churandy Martina (Niederländische Antillen) wegen Verlassens ihrer Bahn disqualifiziert wurden. Ein deutscher Läufer war nicht am Start.

Um 2/100 Sekunden blieb Bolt unter der Bestmarke des Amerikaners Johnson (19,32). «Er ist eines der größten Talente, die es jemals gab», hatte der Doppel-Olympiasieger von Atlanta 1996 zu seinem Nachfolger gesagt. Als Schnellster der Saison über 200 Meter (19,67) war Bolt zu den Sommerspielen gekommen, als Olympiasieger mit x-fach gesteigertem Marktwert kann er nun zu den lukrativen Leichtathletik-Meetings in Europa reisen. Vielleicht sogar mit dreimal Gold dekoriert wie «King» Carl Lewis, der dieses Kunststück 1984 in Los Angeles als bislang Letzter vorgeführt hatte. Jamaikas Sprinter sind auch für die Staffel über 4 x 100 Meter am 23. August favorisiert.

Ein Cricket-Trainer hatte einst das Naturtalent des schnellen Usain entdeckt. Schon mit 15 Jahren und 332 Tagen wurde Bolt vor seiner Haustür in Kingston/Jamaika U18-Junioren-Weltmeister. «Niemand kann ihn stoppen», kündigte Vater Wellesley damals an. Im Jahr 2008 schon gar keiner mehr. «Catch me if you can» (Fangt mich doch, wenn ihr könnt) titelte kürzlich die Zeitung «China Daily».

Für Deutschlands schnellsten Sprinter , Tobias Unger, ist der Fall Bolt klar. Als «Riesenverarschung» bezeichnete er den 100-Meter-Weltrekord des Jamaikaners. «Im Zwischenlauf hat sich Bolt nicht mal warmgelaufen», sagte der 29-jährige Schwabe in einem Interview der «Sport Bild». «Der kam in Badehose und Joggingschuhen, hat eine Steigerung und einen Start gemacht, seine Spikes angezogen und ist dann die 100 Meter in 9,92 Sekunden gejoggt.»

dpa-infocom


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Blog aus Beijing zu den Olympischen Spiele 2008
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