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Ende der Gold-Mission für deutsche Hockey-Frauen

Peking Auf der «Ehrenrunde» wahrten die Verliererinnen die Fassung, dann flossen Tränen.

Die deutschen Damen mussten nach einem nervenaufreibenden Halbfinal-Aus bei den Olympischen Spielen gegen Gastgeber China die Hoffnung auf ein neuerliches Hockey-Wunder begraben.

Nach der verdienten 2:3 (1:1)-Niederlage gegen die ganz in Weiß angetretenen Gastgeberinnen gab sich Trainer Michael Behrmann trotz einiger strittiger Schiedsrichter-Entscheidungen als fairer Verlierer: «Das war wie eine weiße Wand. Man muss anerkennen, dass China diesmal besser war.»

Vier Jahre nach dem umjubelten Gewinn der Goldmedaille von Athen bleibt immerhin die Aussicht auf Bronze. Gegner im Spiel um Platz drei ist nun Argentinien, das unter den Augen von Fußball-Legende Diego Armando Maradona gegen die niederländischen Auswahl mit 2:5 unterging. «Heute abend können wir uns ärgern, dann müssen wir runterkommen», meinte der sichtlich mitgenommene Behrmann. Zumal gegen Südamerikanerinnen noch etwas gutzumachen ist: In der Vorrunde verlor das deutsche Team mit 0:4.

Selbst die Weltklasse-Leistung von Torhüterin Kristina Reynolds und die zweimalige Führung durch frühe Tore von Natascha Keller in der 4. Minute und Janine Beermann 35 Sekunden nach dem Seitenwechsel konnten die Europameisterinnen in der Partie nicht retten. «Wir haben einfach aufgehört zu spielen», sagte Spielführerin Marion Rodewald, die ihre Tränen nach dem geplatzten Gold-Traum nicht zurückhalten konnte.

Wut und Trauer lagen dicht beieinander. «Ich bin extrem genervt», fluchte Stürmerin Maike Stöckel. «Wir müssen den Frust jetzt drei Tage aufschieben», forderte Fanny Rinne, während aus den Lautsprechern im Olympic Green Hockey Stadium denkbar unpassend der Karnevalsschlager «Viva Colonia» dröhnte. «Eine Führung in der 36. Minute ist fast so was wie ein Genickstoß für den Gegner, aber wir haben daraus kein Selbstvertrauen ziehen können», meinte Abwehrchefin Tina Bachmann.

Lihua Gao (31.) und Yibo Ma (39.) glichen zweimal durch eine Strafecke aus. Ma, Spielführerin des Olympia-Vierten von Athen, war vor der Partie von ihrer Ein-Spiele-Sperre zur großen Überraschung der deutschen Delegation (Behrmann: «Wir wollen aber nicht am Grünen Tisch gewinnen») freigesprochen worden. Aus dem Häuschen waren die chinesischen Fans im mit etwa 8000 Zuschauern nicht ganz gefüllten Stadion endgültig, als Yhudiao Zhao (63.) für die Entscheidung sorgte. Nach dem hohen Zuspiel, das auch als gefährliches Spiel hätte geahndet werden können, forderten die Deutschen den Videobeweis. Die Unparteiischen, die kurz zuvor einen Treffer von Anke Kühn aberkannt hatten, entschieden aber auf Tor.

Erst danach drehten Rodewald & Co, die viel zu lange Zeit mit dem Druck schlechter zurecht kamen als die Chinesinnen, richtig auf. «Das ist ja der Hammer, dass wir dann sogar noch Möglichkeiten hatten», meinte Tina Bachmann, nachdem man «die Chinesinnen stark gemacht» habe. Natascha Keller, Rinne, Maike Stöckel und Anke Kühn mit einer Strafecke schon nach Ablauf der Spielzeit vergaben den Ausgleich, durch den es wie 2004 in die Verlängerung und möglicherweise auch ins Siebenmeterschießen gegangen wäre.

In Griechenland hatte die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes vom Punkt noch Nerven bewahrt und den Weg zu Gold geebnet. Diesmal ist immerhin noch Bronze drin. Es wäre die vierte Medaille nach Silber 1984 und 1992 sowie Gold vor vier Jahren. «Wir müssen jetzt ganz schnell den Kopf wieder hochkriegen», forderte Stürmerin Eileen Hoffmann. «Ganz fertig ist es noch nicht, wir haben noch eine Chance aufs Treppchen», pflichtete Rinne bei.

dpa-infocom


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Blog aus Beijing zu den Olympischen Spiele 2008
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