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Auf den Spuren der Hohenzollern-Prinzen in Plön

Plön (dpa/tmn) - Wer nicht gerne friert, scheint in Plön richtig zu sein: Plune hieß die Klein­stadt vor 1000 Jahren, «die Eis­freie».

Das milde Klima des Ortes im Natur­park Hol­stei­nische Schweiz wusste auch das Haus Hohen­zol­lern zu schätzen.

Kaiserin Auguste Victoria, Gemahlin von Kaiser Wilhelm II., ließ ihre Kinder hier auf­zie­hen. Viele Gebäude im Ort zeugen noch immer vom Auf­ent­halt der Prinzen in Plön in der Zeit um 1900. Sie alle aber werden über­strahlt von dem weithin über dem Großen Plöner See thro­nen­den weißen Schloss.

Für die Kinder der Kai­serin wurde 1898 das Gar­ten­haus des Schlos­ses um zwei Flügel erwei­tert. Im «Prin­zen­haus» wohnten die sechs jungen Prinzen bis 1910 und wurden vor allem in Land­wirt­schaft unter­rich­tet. Heute gilt das Gebäude als «Perle des Rokoko». Das weiße Schloss, erbaut um 1630 im Stil der ita­lie­nischen Spätre­naissance und einst unter anderem Som­mer­sitz des dänischen Königs­hau­ses, wurde zu Kaisers Zeiten eine Vor­kadet­ten­anstalt.

Die drei Kilometer lange Prinzeninsel hat schöne, flach abfal­lende Sandstrände. Sie ist noch immer im Besitz des Hauses Hohen­zol­lern, darf aber betre­ten werden. Neben schönen Wan­der­wegen gibt es hier das «Niedersächsi­sche Bau­ern­haus», wo im Kaf­fee­gar­ten große Stücke Apfel­kuchen ser­viert werden. An der Südspitze der Insel steht ein reet­gedeck­ter Pavil­lon, einst der Lieb­lings­platz der Kai­serin.

Nach dem Ende des Ersten Welt­krie­ges wurde das Schloss eine staat­liche huma­nis­tisch aus­gerich­tete Bil­dungsstätte. 1933 zog eine Natio­nal­sozia­lis­tische Erzie­hungs­anstalt ein, 1946 das Inter­nat des Plöner Gym­nasi­ums. Die Jungen durften im Schloss über­nach­ten, die Mädchen wohnten im Prin­zen­haus. Das Geld für die Instand­hal­tung des prächtigen Baus aber wurde knapp. 2002 wurde das Wahr­zei­chen vom Unter­neh­mer Günther Fiel­mann gekauft, der knapp 30 Mil­lio­nen Euro inves­tierte und eine Optiker-Aka­demie hier unter­brachte. Am Zaun des Ensem­bles patrouil­lie­ren Wach­leute, und so manchen Plöner ärgert das.

Die alte Schlossgärtnerei aber darf noch besucht werden, obwohl auch sie ver­kauft wurde. Die Mikro­bio­login Dorit Dahmke hat darin ein kleines Café ein­gerich­tet. Auf dem rund 9000 Qua­drat­kilo­meter großen, noch arg ver­wil­der­tem Gelände ent­ste­hen Pick­nicke­cken und Spielplätze. Wer es «wildro­man­tisch» mag, ist dort richtig.

Im Zentrum von Plön führen viele schmale Stich­wege, Twieten genannt, an den See, was die Stadtführerin Gina Böhrens mit den Feu­ersbrünsten im Mit­tel­alter erklärt: «Damals gab es viele Reetdächer, und man brauchte guten Zugang zum Wasser.» Die zen­trale Straße für Plön und die rund 13 000 Ein­woh­ner ist die Lange Straße. Hier sind die meisten Geschäfte und Cafés zu finden, und nach einem Ein­kaufs­bum­mel trinkt man einen Kaffee im «Vis á Vis», isst ein Eis bei «Cini» oder trinkt einen kühlen Weißwein bei «Wein & Co».

Eine entspannende Art, die Gegend ken­nen­zuler­nen, ist auch eine Seen­fahrt. Davon gibt es gleich mehrere: Etwa die Fünf-Seen-Fahrt, die für 9 Euro über den Ede­berg­see, den Höftsee, den Beh­ler­see, den Lan­gen­see und den Dieksee führt. Oder die Große Plöner See­rund­fahrt. Zwei Drittel der Stadtfläche von Plön beste­hen aus Wasser, 16 Seen umgeben den Ort. Daher können Besu­cher schein­bar endlos an den Ufern entlang wandern oder rad­fah­ren. Und natürlich lässt es sich hier auch gut baden. Die wahr­schein­lich bekann­teste Bade­stelle ist die «Fege­tasche». Die frühere Zoll­sta­tion zwi­schen zwei Kreisen - wo einem die Taschen «leer­gefegt» wurden - hat einen großen Strand.

Wer möchte, kann sich auch einen Fisch aus dem Wasser ziehen. Es gibt Schleien und Weißfische, Aale, Barsche und Hechte. Was man nur auf der Land­karte erken­nen kann, ist die Form des Großen Plöner Sees. Sie erin­nert an Afrika. Aber so warm ist es in Plön dann doch nicht.

Informationen: Tourist-Information Plön, Bahn­hof­straße 5, 24306 Plön; Telefon: 04522/509 50.

Reise-Infor­matio­nen über Plön: www.tou­rist­info-ploen.de Von Hilke Segbers, dpa

dpa-infocom


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