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Dünen und viel Grün: Keine Hektik auf Spiekeroog

Spie­ker­oog Dünen, viel Grün und die Ruhe weg: Hektik ist auf den Ost­frie­sischen Inseln ein Fremd­wort - für Spie­ker­oog gilt das aber noch mehr als für die anderen.

Schon die Gäste in der Feri­ensai­son 1846, als sich die Insel erst­mals «Seebad» nennen durfte, kamen nicht zuletzt, weil ihnen das damals deut­lich bekann­tere Nor­der­ney «teils zu kostbar, teils zu geräusch­voll» war. Ob das erste Argu­ment heute noch zieht, sei dahin­gestellt. Das zweite aber hat nicht an Gültig­keit ver­loren.

Spiekeroog übertrifft mit 18 Qua­drat­kilo­metern Fläche den Nach­barn Wan­ger­ooge deut­lich an Größe. Doch wenn Wan­ger­ooge schon als ideales Ziel für einen eher ruhigen Fami­lien­urlaub gilt, dann kann Spie­ker­oog das locker noch übertref­fen: Gerade 820 Insu­laner gibt es, das ist selbst für die Ost­frie­sischen Inseln ziem­lich wenig. Für Gäste stehen 3500 Betten zur Verfügung - das Gros davon in Feri­enwoh­nun­gen.

Autos gibt es auf der Insel nicht. Schon Fahr­rad­fah­ren gilt als Ver­brei­ten von Unruhe. In der Haupt­sai­son ist es auf einigen Stre­cken sogar ver­boten. Und einen Fahr­rad­ver­leih sucht man ver­geb­lich. «Aber Kutsch­fahr­ten sind möglich», sagt Tou­ris­mus­direk­torin Silvia Nolte.

Spiekeroog hat mit der Hohen Düne - sie ist 24 Meter hoch! - nicht nur den «höchsten Berg Ost­fries­lands» zu bieten, sondern auch viel Wald. Das ist einem Ober­forst­direk­tor aus Han­nover zu ver­dan­ken, der als Gast anreiste und 1862 ein Wäldchen aus Kiefern, Birken und Eichen anlegte. Die Insu­laner machten es ihm nach - heute ist die Insel aus­gespro­chen grün, und sogar Wal­doh­reu­len sind hier hei­misch.

Anders als die übrigen Ost­frie­sischen Inseln besitzt Spie­ker­oog ein von Nach­kriegs­bausünden ver­schont geblie­benes Insel­dorf. Der Stand­ort besteht schon seit der Zeit um 1600. Der breite Dünengürtel, der das Dorf umgibt, bietet Schutz vor der Nordsee, und so stehen heute noch viele Häuser, die Wind und Wetter schon lange trotzen. Die Insel­kir­che aus dem Jahr 1696 zum Bei­spiel ist die älteste aller Ost­frie­sischen Inseln. Zu ihrer Aus­stat­tung gehören Kunst­werke, die his­torisch inter­essant und geheim­nisum­wit­tert sind: Eine Pietà ist dabei, eine Skulp­tur der trau­ern­den Maria also, die ihren gerade vom Kreuz genom­menen Sohn in den Armen hält. Und die Bilder mit Apos­teldar­stel­lun­gen sollen vom Flagg­schiff der spa­nischen Armada stammen, die 1588 in die berühmte See­schlacht gegen England zog.

Am Norderloog lohnt das Inselmuseum mit seiner etwas skur­rilen Mischung aus Expo­naten einen Besuch. Aus­gestopfte Seevögel gibt es zu sehen, außerdem einen weißen Fasan, der im Sturm gegen ein Haus prallte und an Genick­bruch starb. Auch Strand­gut wird aus­gestellt: der mehr als 16 Kilo­gramm schwere Len­den­wir­bel eines Wals etwa und ein aus­gestopf­tes Kro­kodil, das wohl von einem Seemann über Bord gewor­fen wurde, als die Was­ser­schutz­poli­zei anrückte.

Das Schönste an Spie­ker­oog aber ist die Land­schaft. Die «Ost­plate» steht unter Natur­schutz. Dort brüten viele Seevögel, und die See­hunde kommen zum Son­nen­baden. Spa­ziergänge am Strand - am besten bei ablau­fen­dem Wasser auf dem harten Sand, der kurz vorher noch vom Nord­see­was­ser bedeckt war - gehören zum Enspan­nungs­pro­gramm, das die Insel zu bieten hat. Die Fundstücke am Spülsaum, wo die Wellen alles lie­gen­las­sen, was sie nicht mehr brau­chen, wirken dann manch­mal wie als Still­leben kom­poniert: in den Sand gedrückte Herz­muscheln, umrun­det von kleinen Pfef­fer­muscheln und einer Sch­liere Seetang dazwi­schen. Man traut sich kaum, etwas davon auf­zuhe­ben.

Informationen: Nord­see­bad Spie­ker­oog, Noor­der­pad 25, 26474 Spie­ker­oog, Telefon: 049 76/919 31 01

Rund um die Insel: www.spie­ker­oog.de Von Andreas Heimann, dpa

dpa-infocom