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Der neue Eifelsteig lockt die Naturliebhaber

Aachen/Trier Der neue Eifel­steig wird Natur­lieb­haber begeis­tern: Der Weit­wan­der­weg zwi­schen Aachen und Trier bietet neben schönen Blicken über die Hügel der Eifel und ver­schlun­genen Pfaden durch einsame Bachtäler viel Abwechs­lung.

Er ist gut für Anfänger geeig­net, fordert aber auch erfah­rene Weit­wan­derer heraus. Wer vom Aache­ner Kai­ser­dom bis zur Porta Nigra in Trier laufen will, kann unter dem Motto «Wo Fels und Wasser Dich beglei­ten» rund 300 Kilo­meter bezwin­gen. Aber auch Tage­stou­ren bieten sich an, ent­weder etap­pen­weise oder auf einem der zahl­rei­chen «Part­ner­wege». Bislang ist der Haupt­weg des Eifel­stei­ges von Aachen bis Mirbach an der rhein­land-pfälzi­schen Lan­des­grenze über rund 120 Kilo­meter durchgängig mar­kiert. Der Rest soll bis Ende des Jahres fertig sein.

Geht man die Tour von Norden nach Süden, wird es gleich auf der zweiten Etappe span­nend: Hier führt der Weg teils über bel­gisches Staats­gebiet durch das Hohe Venn. Die Reste des Hoch­moo­res stehen unter stren­gem Schutz, denn hier brüten zum Bei­spiel noch einige Paare des sel­tenen Birk­huhns. «Deren Männer treffen sich im Frühling auf den Freiflächen, tanzen umein­ander und ziehen eine riesige Schau ab. Die Damen sitzen in den Birken, schauen zu und suchen aus», erklärt die Natur-Wanderführerin Aggi Majew­sky. «Im Winter flat­tern alle Birkhühner in die Birken und lassen sich von dort in den Schnee plump­sen. In diesen selbst geschaf­fenen Iglus ver­blei­ben sie, bis sie Hunger bekom­men und sich etwas zu essen suchen müssen.»

Aber nicht nur für diese Vögel soll die Land­schaft erhal­ten werden. «Im Venn leben auch der Moor­frosch, die Wald­eidechse, seltene Libel­len­arten wie die aus der Arktis stam­mende Sma­ragd­libelle mit ihren grünen Augen sowie etliche Schmet­ter­lings­arten», sagt Majew­sky. Neben Woll­gras, Rausch­bee­ren und Prei­sel­bee­ren wächst dort auch der seltene rundblättrige Son­nen­tau, eine fleisch­fres­sende Pflanze.

Kurz vor Monschau führt der Weg durch Mützenich mit dem hei­meli­gen Pau­senplätzchen «Kaiser Karls Bett­statt», einem großen Find­ling. Dieser wirkt - mit etwas Fan­tasie - wie eine Liege geformt. Hier soll Kaiser Karl der Sage nach bei einem Jagd­aus­flug geruht haben. «Als ein Diener zu ihm trat und seine Kappe nehmen wollte, sagte der Kaiser: 'Nein, die Mütze nich'», erzählt Aggi Majew­sky. So sei das nahe Örtchen Mützenich zu seinem Namen gekom­men. In Mon­schau können Wan­derer nach einem stillen Tag im Wald dann in den Tou­ris­ten­tru­bel der vielen Bus­ausflügler ein­tau­chen - oder einfach rasch wei­ter­gehen.

Auf der fol­gen­den Etappe lohnt sich ein aus­gie­biger Rund­gang durch den Ort Höfen. Viele Häuser sind hinter rie­sigen Rot­buchen­hecken ver­bor­gen, die nur Tore und Fenster aus­spa­ren. Dieser bis knapp zehn Meter hohe Wind­schutz muss kunst­voll gescho­ren und auf­wen­dig gepflegt und nach einer mehr als 300 Jahre alten Tra­dition ver­floch­ten werden.

Meist vom Plätschern des Flüsschens Rur beglei­tet, geht es danach im steten Auf und Ab durch die Wälder im Natio­nal­park Eifel bis nach Einruhr. Ein inter­essan­ter Stopp ist die Burg Vogel­sang inmit­ten eines ehe­mali­gen Truppenübungs­plat­zes. Die weitläufige Anlage über der Urft­tal­sperre ist aller­dings keine Burg. Der Komplex wurde als «Ordens­burg»-Aus­bil­dungs­lager der Natio­nal­sozia­lis­ten errich­tet. Nach dem Zweiten Welt­krieg nutzte lange Zeit eng­lisches und bel­gisches Militär die Hochebene, die im Frühsommer von Gins­terbüschen knall­gelb gefärbt wird. Nach dem Abzug der Truppen wurde die Anlage 2006 für Besu­cher geöffnet und danach teil­weise zum Semi­nar­zen­trum umge­baut.

Über Gemünd geht es durch das Örtchen Olef zum Kloster Stein­feld. Als Kon­trast zum «reinen Natur­pro­gramm» lädt hier eine Kirche aus dem 12. Jahr­hun­dert zur Stipp­visite ein, bevor es in Rich­tung Net­ters­heim und Blan­ken­heim wieder auf die Strecke geht. Hier führt der nördliche Abschnitt des Eifel­steigs leider kilo­meter­lang über asphal­tierte Wege und breite Forst­straßen - und ist damit nicht ganz so schön wie auf den sonst meist weichen und gewun­denen Wald­wegen. In Rhein­land-Pfalz geht die Strecke dann weiter über Gerol­stein und Man­der­scheid bis Trier, vorbei an den Seen der Vul­kanei­fel und durch das Lie­ser­tal.

Informationen zum Eifel­steig (Website noch in Vor­berei­tung): www.eifel­steig.de

Informationen zur Wan­der­region Eifel-Arden­nen: www.eifel-arden­nen-wandern.com Der neue Eifel­steig Körper­liche Anfor­derun­gen: Bei Etappen von 13 bis 25 Kilo­meter Länge kommt der Lauf­genuss nicht zu kurz. Rund 300 bis 650 Höhen­meter sind pro Tag zu bewältigen - da kommt man auch etwas ins Schwit­zen.

Ausrüstung: Da es unterwegs nicht immer Ein­kehrmöglich­kei­ten gibt, sollte neben Pro­viant unbe­dingt eine gut gefüllte Trink­fla­sche in den Ruck­sack gepackt werden. Für die meist beque­men, aber auch teils steilen und stei­nigen Wege eignen sich knöchel­hohe Wan­der­schuhe. Im Sommer sollten Bade­beklei­dung und eine leichte Regen­jacke dabei sein.

Kontakt: Eifel Tou­ris­mus, Kal­vari­enbergstraße 1, 54595 Prüm, Telefon: 06551/965 60 Von Andrea Löbbecke, dpa

dpa-infocom