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Per Kutsche und Schwebefähre: Touren im Osteland

Osten Dass die «gute, alte Zeit» gar nicht immer gut war, hat in der Schule fast jedes Kind gelernt.

Trotzdem freuen sich viele Urlau­ber, wenn sie an Orte kommen, an denen die Zeit still­zuste­hen scheint.

Zu diesen Gegenden gehört auch das Oste­land zwi­schen Hamburg, Cux­haven und Bre­mer­haven. Dort wird noch immer eine Flussfähre von Hand bewegt, und eine gelbe Post­kut­sche fährt - zumin­dest für Tou­ris­ten - durch die Moore.

Ein kleiner Ort der Region heißt Bro­ber­gen. Still fließt die Oste an ihm vorbei. Früher war der Fluss wichtig für die Schiff­fahrt, heute ist er vor allem bemer­kens­wert, weil er kein begra­dig­tes Ufer hat. Bro­ber­gen ist 50 Fluss­kilo­meter vom Meer ent­fernt, doch die Gezei­ten wirken sich bis hierhin aus - der Tiden­hub beträgt etwa einen Meter. Eine der letzten Prahmfähren ist hier in Betrieb: Sie bietet Autos und Rad­fah­rern einen Übergang über die Oste.

Früher gab es fast 20 solcher Fähren zwi­schen Bremervörde und der Ostemündung. Beinahe wäre im Jahr 2007 auch die in Bro­ber­gen ver­schwun­den. «Die Stelle sollte aus­gedeicht und geflu­tet werden, um Aus­weichflächen für den Fluss zu schaf­fen», erzählt Corinna Kolf vom Fähr- und Geschichts­ver­ein Bro­ber­gen. Auch wegen der his­tori­schen Bedeu­tung des Ortes kam es nicht dazu. In Bro­ber­gen stand am linken Ufer der Oste bereits im 13. Jahr­hun­dert eine Burg, «bei Gra­bun­gen finden wir mas­sen­haft alte Scher­ben», sagt Kolf.

Vor allem Radler nutzen die kleine Fähre. Wer gen Norden unter­wegs ist, kommt über Hecht­hau­sen bald nach Hemmoor und Osten, wo die Schwe­befähre erneut einen Ufer­wech­sel ermöglicht. 2009 wird das Stahl­gerüst mit der daran hängenden Platt­form 100 Jahre alt. Zu den Fahrgästen gehören regelmäßig auch die Wal­lache Hektor, Hero, Elton und Lexus, die vor die gold­gelbe «Europa-Kutsche» von Chris­tine und Jürgen Reimer gespannt sind.

Das Ehepaar hat 2006 eine 6000 Kilo­meter lange Kut­schen­reise durch Europa unter­nom­men und ist dabei alten Post­kut­schen­rou­ten gefolgt. Als Teil­neh­mer auf ihren regelmäßigen Fahrten durch das Oste­land lernen Tou­ris­ten aller­hand über die Region - zum Bei­spiel, dass der Tele­gra­fen­berg bei Hecht­hau­sen früher zu einem Netz­werk von Flag­gen­signal-Posten gehörte, über das Nach­rich­ten von der Elbmündung bis Hamburg-Blan­kenese wei­ter­gege­ben wurden. Die Nost­algie-Touren mit der Kutsche führen durch Mais- und Hafer­fel­der und durch eine Moor­land­schaft mit langen Alleen. In der Ferne ist vom Kutsch­bock aus auch die Wingst zu sehen, ein bis zu 74 Meter hoher Geestrücken, auf dem es einen Zoo und andere Frei­zei­tein­rich­tun­gen gibt.

Wer noch Zeit hat, kann west­lich der Oste noch andere sehens­werte Orte ansteu­ern. Bei Lams­tedt etwa wartet der größte Stein­gar­ten Nie­der­sach­sens auf Besu­cher - zu sehen sind dort 108 Find­linge, die während der Eis­zei­ten von den Glet­schern aus Skan­dina­vien hier in die Nie­derelbe-Region getra­gen worden sind. Einen Abste­cher wert ist auch Bad Beder­kesa. Die mit­tel­alter­liche Burg mitten im Ort zeigt als archäolo­gisches Museum die Geschichte dieser Region, und vor dem Eingang treffen Besu­cher auch den Roland wieder. Hier ist die Rit­ter­figur nicht aus Holz wie in Bro­ber­gen, sondern aus Stein. In den Burghof kam sie bereits 1602 - also in der «guten, alten Zeit», an die das Oste­land so oft erin­nert.

Informationen: Cuxland Tourismus , Kapitän-Alex­ander-Straße 1, 27472 Cux­haven, Telefon: 01805/01 31 25 (für 14 Cent/Minute)

Cuxland Tou­ris­mus: www.cuxland.de

Arbeitsgemeinschaft Osteland: www. osteland.de

Fahr­plan und Preise der Schwe­befähre: www.schwe­befaehre-osten.de

Förderung des Fährwe­sens: www.faehre-bro­ber­gen.de

His­tori­sche Touren per Kutsche: www.europa-kutsche.de

Bad Beder­kesa am See: www.bad-beder­kesa.de Oste­land Fähren: Die Prahmfähre bei Bro­ber­gen ist von März bis Novem­ber täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr in Betrieb. Fußgänger und Radler zahlen 1 Euro, Auto­fah­rer 3 Euro. Die Schwe­befähre in Osten fährt von Kar­frei­tag bis zum 31. Oktober täglich von 11.00 bis 17.00 Uhr. Fußgänger zahlen 1,50 Euro für das Über­set­zen, Rad­fah­rer 2 Euro Von Chris­tian Röwekamp, dpa

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