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Oberbayerns Geheimtipp: Reit am Winkl

Reit im Winkl Reit im Winkl liegt ziem­lich ver­steckt - eben im hin­ters­ten «Winkl» Ober­bay­erns.

So ver­steckt, dass sich sogar eine Sage darum rankt, warum der Höhen­luft­kur­ort mit seiner bekann­ten Winklmoosalm zu Deutsch­land gehört - und nicht zu Öster­reich.

Reit im Winkl sei wegen seiner abge­lege­nen Lage schlicht ver­ges­sen worden, als es 1815 beim Wiener Kon­gress um die Neu­ver­tei­lung der Länder Europas nach den Wirren der napo­leo­nischen Kriege ging, heißt es.

Die Lan­des­her­ren von Bayern, Salz­burg und Tirol ent­schlos­sen sich, den Ort ganz unbürokra­tisch zu ver­geben - statt einen neuen Krieg um das grüne Fleck­chen in den Alpen zu führen, spiel­ten sie Karten. Bei diesem Spiel soll der Bayernkönig Max Josef I. den letzten und ent­schei­den­den Stich mit dem Trumpf Schell­unter gemacht und Reit im Winkl damit für Bayern gewon­nen haben. Die Kar­ten­farbe Schel­len - im französischen Blatt das Karo - gilt noch heute als das heim­liche Wappen des Ortes. «Wie viel an dieser Geschichte dran ist, wissen wir nicht», sagt Florian Weindl, Tou­ris­mus­chef des Ortes. Fest ver­ankert in den Köpfen der rund 2500 Bewoh­ner ist sie in jedem Fall.

Die Geschichte des Ortes , der bei seiner Gründung vor mehr als 800 Jahren «St. Pankraz am Eck» geheißen haben soll, reicht weit zurück und ist aben­teu­erlich. Denn Reit im Winkl liegt tatsächlich im aller­letz­ten Winkel der Repu­blik. Kaum ein paar Meter hinter den letzten Häusern der Haupt­straße, den Berg hin­unter, schließt sich das öster­rei­chi­sche Bun­des­land Tirol an - Kössen und der Walch­see sind nur einen Kat­zen­sprung ent­fernt.

Diese grenz­nahe Lage beschert Golffreun­den in der Region ein spe­ziel­les Erleb­nis - denn sie können auf Europas erstem und ein­zigem grenzüber­schrei­ten­den Golf­platz ihre Runden drehen. Sechs Löcher in Tirol und zwölf auf deut­schem Boden - 750 Meter über dem Mee­res­spie­gel erstreckt sich auf 70 Hektar die Golf­anlage mit impo­san­tem Blick auf die Chiem­gauer Alpen und das Kai­ser­gebirge.

Dieser Golfplatz ist eine der neuesten Errun­gen­schaf­ten des kleinen Ortes, der schon lange den Tou­ris­mus als Ein­nah­mequelle hat. Alles fing an mit einem Besuch Maxi­milians II., der 1858 eine Reise durch sein Bay­ern­land unter­nahm und in Reit im Winkl halt­machte. Zwar waren auch vorher schon Adlige zur Som­mer­fri­sche in den idyl­lisch gele­genen Ort gekom­men, doch mit dem Besuch des Königs ging der Frem­den­ver­kehr so richtig los.

Die Ober­bay­ern gründeten einen Verschönerungs­ver­ein, damit es die Pro­minenz, die sich in die Alpen auf­machte, kom­for­tabel hatte. Sogar einen eigenen Bahnhof bekam das Dorf; die Wald­bahn ver­kehrte zwi­schen 1923 und 1931 zwi­schen Ruh­pol­ding und Reit im Winkl. Nach dem Zweiten Welt­krieg boomte das Örtchen regel­recht - sowohl bei Sommergästen als auch bei Win­ter­sport­lern waren die Wiesen und Berge, die Winklmoosalm und die Stein­platte äußerst beliebt.

Die Gemeinde im Chiemgau brachte ihre eigene Pro­minenz hervor - sowohl künst­lerisch als auch sport­lich. Maria und Margot Hellwig wissen mit Volkstümlichem noch heute ihr Pub­likum zu begeis­tern. Und «der Rosi», die «nach Gar­misch gehei­ratet hat», trauert so mancher im Ort nach. Doch das Haus Mit­ter­maier, gleich gegenüber der Pension Hellwig, gibt es auch heute noch - hübsch gelegen, ober­baye­risch ver­ziert mit Blick über satte, grüne Wiesen Rich­tung Alm, dem zahmen und dem wilden Kaiser.

Dass Rosi Mit­ter­maier, genau wie ihre beiden Ski lau­fen­den Schwes­tern Heidi und Evi, auf Skiern auf­wuch­sen, ist bei den Gege­ben­hei­ten kein Wunder. «Wir sind hier in einem Schnee­loch», sagt Weindl. Denn Reit im Winkl liegt in einem Tal, im Süden, Osten und Norden ein­gekes­selt von Bergen. Im Winter stauen sich dort die Wolken, und es ist schnee­sicher. Reit im Winkel, mit 700 Metern lange nicht der höchst­gele­gene Ort Deutsch­lands, kann alljährlich mit dem meisten Schnee in den Alpen auf­war­ten.

Auch das alpine Reizklima hat seine Vor­teile - für Leis­tungs­sport­ler ebenso wie für wan­dernde, radelnde oder wal­kende Tou­ris­ten. Studien belegen, dass die Höhenluft beson­ders bei soge­nann­ten zivi­lisa­tions­beding­ten Krank­hei­ten hilft.

Dass es mit schlich­tem Wandern nicht getan ist zeigt schon die Beschil­derung - auf der Winklmoosalm wurde vor einigen Jahren Deutsch­lands erste High Walking Arena eröffnet, für Moun­tain­biker sind Wege aus­gewie­sen. Auch die Besu­cher, die zwar gern Rad fahren, aber nicht mit 30 Gängen über Stock und Stein rasen müssen, kommen in und um Reit im Winkl auf ihre Kosten. Fahrräder mit Elek­tro­bat­terien, soge­nannte Movelos, geben an steilen Stellen den nötigen Schub.

Infor­matio­nen: Tourist-Infor­mation, Rat­haus­platz 1, 83242 Reit im Winkl, Telefon: 08640/800 20

Schönes Ober­bay­ern: www.rei­tim­winkl.de

dpa-infocom